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Das Transfer-Domino beginnt: Griezmann wechselt nach Barcelona | BR24

© picture-alliance/dpa

Der französische Fußball-Nationalspieler Antoine Griezmann

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Das Transfer-Domino beginnt: Griezmann wechselt nach Barcelona

Der FC Bayern München zeigte sich bisher zurückhaltend auf dem Sommertransfermarkt. Der könnte jetzt ordentlich in Bewegung geraten: Stürmer Antoine Griezmann wechselt von Atlético Madrid nach Barcelona - der Anfang wilder Spielerrochaden in Europa?

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Spekuliert wurde seit Wochen, am Freitagnachmittag (12.07.19) verkündete der FC Barcelona dann den Vollzug: Für 120 Millionen Euro wechselt der französische Nationalspieler Antoine Griezmann von Atlético Madrid in die katalanische Hauptstadt. Der 28-Jährige unterschrieb einen Fünfjahresvertrag und wird neuer Teamkollege des argentinischen Weltstars Lionel Messi und des deutschen Nationaltorhüters Marc-André ter Stegen.

Allerdings wütet noch Griezmanns ehemaliger Klub Atlético. Dessen ursprüngliche Ausstiegskalusel lag bei 200 Millionen Euro und wurde erst kürzlich auf 120 Millionen gesenkt. Da Griezmann und Madrid aber früher verhandelt haben sollten, pocht Madrid auf 200 Millionen.

Nicht nur die Münchner Verantwortlichen schauten an den vergangenen Tagen gespannt nach Madrid und Barcelona. Denn der Griezmann-Wechsel könnte der erste Dominostein einer lange Kette von Spielerwechseln in Europas Ligen sein. Und der FC Bayern, der in den vergangenen Wochen beim Thema Neuverpflichtungen Korb um Korb gesammelt hatte, sucht noch immer nach Verstärkungen, speziell in der Offensive auf den Außenbahnen.

Nimmt Dembélé den Konkurrenzkampf in Barcelona an?

Ein Name, der zuletzt immer wieder kursierte, war Ousmane Dembélé, ehemaliger Dortmunder in Diensten von Barcelona. "Dembélé ist jung, talentiert und bietet noch viel mehr. Ich halte ihn für besser als Neymar. Er hat noch so viel Entwicklungspotenzial, deshalb wollen wir ihn behalten", hatte Barcelonas Präsident Josep Maria Bartomeu erst vor einer Woche erklärt.

Durch den Griezmann-Wechsel werden die Karten neu gemischt. Ob Dembélé in Barcelona tatsächlich den Konkurrenzkampf aufnimmt? Zumal bei den Katalanen auch noch eine Rückholaktion des Brasilianers Neymar, der vor zwei Jahren für die Rekordsumme von 222 Millionen Euro nach Paris gewechselt war, im Raum steht. Barcelona braucht also Geld, Dembélé könnte locker eine dreistellige Millionensumme einbringen. Dabei soll der Franzose angeblich nur Bayerns "Plan B" sein. Insgeheim, so wird spekuliert, hoffen die Münchner noch immer auf eine Verpflichtung von Nationalspieler Leroy Sané von Manchester City.

Salihamidzic: "Haben eine richtig gute Mannschaft"

Beim FC Bayern geben sich die Verantwortlichen weiter wortkarg in Sachen Neuzugängen. Am Freitag, bei der Vorstellung von Verteidiger Benjamin Pavard, hatte Sportdirektor Hasan Salihamidzic noch eher zurückhaltend gesagt, man wolle noch "ein paar Sachen umsetzen." Aber durch die Verpflichtung der Fußball-Weltmeister Benajmin Pavard und Lucas Hernández haben man bereits "etwas Besonderes" geschaffen: "Wir haben auf dem Papier eine richtig gute Mannschaft."

© BR

Video: Nach welchen Kriterien stellt der FC Bayern München seinen Kader zusammen? Kommen noch weitere Neuzgänge oder ist die Sommer-Einkaufstour schon beendet? FC-Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic versucht, die Philosophie zu erklären.

Rummenigge: Transfers erst nach Vollzug verkünden

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte bei der Vorstellung eines neuen Sponsors am Vorabend erklärt: "Mit Transferangelegenheiten gehen wir weniger offensiv in der Öffentlichkeit um. Wir arbeiten, und wenn es etwas zu verkünden gibt, werden wir das tun. Weniger reden, mehr handeln? Oder sind sie beim Rekordmeister mit dem aktuellen Kader tatsächlich zufrieden, auch wenn Trainer Niko Kovac schon seit Wochen noch Verstärkungen fordert. "Mit 17 Profis kommen wir nicht weit", sagte er Ende Juli: "19 brauchen wir schon."

Beim Training am Freitag hatte Kovac erstmals wieder alle Nationalspieler zur Verfügung. Neben Kapitän Manuel Neuer, der zuletzt via Berater ebenfalls Verstärkungen gefordert hatte, starteten auch Serge Gnabry, Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Niklas Süle, Sven Ulreich sowie David Alaba, Robert Lewandowski, Kingsley Coman und Neuzugang Benjamin Pavard ins Training. Lucas Hernández ist nach einer Knie-Operation noch im Aufbautraining.

Salihamidzic: Schmaler Kader, kein Theater

17 Feldspieler und drei Torhüter hat Kovac momentan zur Verfügung. Für Sportdirektor Salihamidizic - wenn er es denn tatsächlich ernst meinte - durchaus auch eine Situation mit Vorteilen. Man wolle "gute Stimmung in der Mannschaft haben und nicht nur Theater", sagte Salihamidzic: "Darum dieser schmale Kader."

Verzichtet der deutsche Rekordmeister also möglicherweise sogar darauf, sich noch nach weiteren Verstärkungen umzusehen? "Viele Trainer und Klubs wollen die Planung schon am Anfang der Vorbereitung fertig haben. Aber oft wird das auch im Juli oder August gemacht. Damit muss man zurechtkommen", sagte Salihamdizic kryptisch aqm Vormittag. Das war vor der Bekanntgabe des Griezmann-Wechsels durch Barcelona. Die Transferfrist in der Fußball-Bundesliga endet erst am 2. September.