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Daniel Bierofka: "Nur zusammen gibt es eine Perspektive" | BR24

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Zwei Monate nach seinem Abgang beim TSV 1860 München war Ex-Coach Daniel Bierofka zu Gast bei Blickpunkt Sport und sprach mit Markus Othmer über die Gründe für seinen Rücktritt.

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Daniel Bierofka: "Nur zusammen gibt es eine Perspektive"

Zwei Monate nach seinem Abgang beim TSV 1860 München war Ex-Coach Daniel Bierofka zu Gast bei Blickpunkt Sport und sprach mit Markus Othmer über die Gründe für seinen Rücktritt.

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Lange war Daniel Bierofka das Gesicht des TSV 1860 München. Im November letzten Jahres kündigte der Fanliebling nach über 14 Jahren Vereinszugehörigkeit sein Amt als Trainer und zog sich aus dem Fußballsport zurück. Beim ersten Medienauftritt seit seinem Weggang betonte er, dass seine Prioritäten derzeit auf dem Privatleben, insbesondere seinen Kindern, liegen. Er sei aber für neue Aufgaben bereit und offen.

Rücktritt hatte keine gesundheitlichen Gründe

Bierofka wies die aufgekommenen Burn-out-Gerüchte klar zurück. Seine Entscheidung, den TSV 1860 München nach zweijähriger Trainertätigkeit zu verlassen, war wohl überlegt und hatte keine gesundheitlichen Gründe. Die Ursache für seinen Rücktritt lag in der mangelhaften Zusammenarbeit mit den Vereinsfunktionären: "Es gab keine vertrauensvolle Basis mehr und ich als Trainer habe keinen Rückhalt gespürt", so Bierofka im Interview. Öffentliche Spekulationen wie der Vorwurf, er würde den TSV nur als Sprungbrett benutzen, hätten dazu geführt, dass die Vertragsauflösung der einzige Ausweg war. Ein klärendes Gespräch mit dem Präsidenten Robert Reisinger hat bisher nicht stattgefunden.

Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg

Bierofka sieht in genau dieser mangelnden Kommunikation die größte Schwachstelle des Vereins. Präsident Reisinger, der seinerseits die Konsolidierung in der dritten Liga öffentlich als Ziel ausgerufen hat, verfolgt andere Pläne als Hauptinvestor Hasan Ismaik, der für den sportlichen Erfolg steht. Eine offene Aussprache dieser beiden Parteien wäre laut Bierofka ein wichtiger Schritt, um dem Verein eine gemeinsame Perspektive zu geben. Er selbst pflegte zu seiner Zeit nach eigenen Worten einen guten, respektvollen Kontakt zu Ismaik.

Das war eine Spezialsituation. Ich habe den Verein übernommen, als der Totalzusammenbruch war und wir keine Mannschaft mehr hatten. Daniel Bierofka

Im Guten von der Mannschaft getrennt

Mit seinen Spielern hingegen verband Bierofka bis zum Schluss ein sehr vertrauensvolles Verhältnis. Der 40-Jährige zeigte enormen Einsatz, scheute keine Mühen und stellte trotz magerer finanzieller Möglichkeiten einen Kader zusammen. Zudem konzentrierte er sich auf die Förderung junger Spieler, um den Verein langfristig auf stabile Beine zu stellen. Dies vereinfachte die Situation nicht unbedingt: Die fehlende gemeinsame Vorbereitung führte dazu, dass die Mannschaft erst während der Saison zusammenfinden konnte. Gerade diese jungen Spieler danken ihm noch heute für seinen Einsatz : Im ersten Spiel nach dem Rücktritt hielten die Spieler ein Trikot mit der Aufschrift "Danke Biero" hoch, und mussten sich anschließend dafür vor dem Präsidium verantworten. Bierofka fand im Interview lobende Worte:

Diese Zeit hat sehr zusammengeschweißt, ich konnte mich immer auf die Mannschaft verlassen. Sie hat einen tollen Charakter, ich wünsche ihnen alles erdenklich Gute und ich freue mich über jeden Sieg. Daniel Bierofka

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