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Coutinho und Cuisance - Bayerns Transfer-Doppelschlag | BR24

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Der FC Bayern München sorgt für Bewegung auf dem Transfermarkt: Der Brasilianer Philippe Coutinho kommt vom FC Barcelona auf Leihbasis, der Franzose Mickaël Cuisance von Mönchengladbach soll folgen.

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Coutinho und Cuisance - Bayerns Transfer-Doppelschlag

Ein Superstar und ein Supertalent: Der FC Bayern München sorgt am Rande des Bundesliga-Auftakts für einen doppelten Transfer-Paukenschlag. Philippe Coutinho fix, Mickaël Cuisance soll kommen. Zwei Spieler, die den Bayern sofort weiterhelfen?

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Die Nacht lag längst tief über München, das eher enttäuschende 2:2 des FC Bayern München beim Auftakt der Fußball-Bundesliga gegen Hertha BSC Berlin fast schon abgehakt. Denn die Bayern-Verantwortlichen wussten: Sie hatten an diesem Abend - und vermutlich auch an diesem Wochenende - die Schlagzeilen ganz für sich.

Der Brasilianer Philippe Coutinho kommt für ein Jahr auf Leihbasis vom FC Barcelona, Kaufoption inklusive. Und weil ein aufsehenerregender Transfer den Verantwortlichen anscheinend nicht reicht, schob spätnachts Sportdirektor Hasan Salihmaidzic noch nach. "Es fehlen nur noch Details. Das wird ein Spieler des FC Bayern", sagte Salihamidzic. Und meinte damit den 20-jährigen Franzosen Mickaël Cuisance von Ligakonkurrent Mönchengladbach, dessen Verpflichtung wohl zeitnah verkündet wird.

Einmal Soforthilfe, einmal die Hoffnung, ein Supertalent verpflichten zu können - der FC Bayern stopft an einem Abend die letzten Lücken im Kader. Nach einer Woche, in der die Bayern für die Verpflichtung des 30-jährigen Ivan Perisic müde belächelt wurden. Drei neue Mittelfeldspieler hat der FC Bayern nun, der Rekordmeister hat wie schon in der vergangenen Saison fast schon ein Überangebot im Mittelfeld.

Coutinho - der "kleine Magier" mit Tordrang

Auch wenn bei Trainer Niko Kovac natürlich das Leistungsprinzip gilt: Philippe Coutinho dürfte - sollte er sich schnell akklimatisieren - in der Bayern-Startelf gesetzt sein. Schon mit 18 Jahren kam der Brasilianer 2010 zu Inter Mailand, 2013 wechselte er zum FC Liverpool, wo er speziell unter dem deutschen Trainer Jürgen Klopp zum einem Fixpunkt im Team der "Reds" wurde. 152 Spiele, 42 Tore - Coutinho war das Herz im Mittelfeld des FC Liverpool. "Kleiner Magier" nannten ihn Fans und Mitspieler.

Doch 2018 lockten der FC Barcelona und Coutinho-Buddy Neymar. Mit 120 Millionen Euro - mit Bonuszahlungen wären bis zu 160 Millionen möglich - der bisher zweitteuerste Transfer der Geschichte. "So enttäuscht wir sind, müssen wir ihm schweren Herzens alles Gute wünschen. Es ist sein Traum", sagte Jürgen Klopp im vergangenen Jahr, als er den Brasilianer ziehen lassen musste. Eine Rückkehr nach Liverpool schloss der Trainer zuletzt allein schon aus finanziellen Gründen aus.

In Barcelona sollte Coutinho als Nachfolger von Andrès Iniesta aufgebaut werden. Doch im hochkarätigen Kader der Katalanen - unter anderem vertstärkte sich der Klub zur neuen Saison mit dem französischen Weltmeister Antoine Griezmann - war für den offensiven Mittelfeldmann kein Platz mehr.

Bei den Bayern sorgt Philippe Coutinho dagegen für die von allen Seiten geforderte "Breite" im Kader. Der Brasilianer könnte auf der linken Seite eine Alternative für Leon Goretzka sein, fühlt sich aber auch als klassischer "Zehner" hinter den Stürmern wohl, also auf der Thomas-Müller-Position. Denkbar ist aber auch eine etwas defensivere Positionierung, etwa auf der "Acht" statt eines Leon Goretzka. Durch den Coutinho-Transfer dürften einige Noch-Stammspieler in Zukunft häufiger auf der Bank Platz nehmen.

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Der zweitteuerste Spieler der Welt kommt zum FC Bayern - Stimmen zur Verpflichtung von Philippe Coutinho: Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Sportdirektor Hasan Salihamidzic, Abwehrspieler Niklas Süle und Fans

Cuisance - Supertalent mit (zu)viel Selbstvertrauen

Während Philippe Coutinho bei den Bayern also schnell zum Startelfspieler aufsteigen dürfte, ist die Entwicklung der zweiten angestrebten Neuverpflichtung Mickaël Cuisance deutlich spannender und offener. Der ebenfalls universell einsetzbare Mittelfeldspieler - geschätzte Ablösesumme im hohen einstelligen oder niedrigen zweistelligen Millionenbereich - gilt als eines der größten Talente Frankreichs. Aber auch als eines der schlampigsten.

Cuisance, der alle französischen Jugend-Nationalmannschaften durchlief, kam als 17-Jähriger vor zwei Jahren von AS Nancy-Lorraine nach Mönchengladbach. Ein typischer Gladbach-Transfer: ein junges Talent, dass bei der Borussia den nächsten Entwicklungsschritt gehen sollte. In der ersten Saison glückte dies sogar, Cuisance überzeugte in 24 Spielen als "Sechser" - bei den Bayern die Thiago-Position - und avancierte zum Fan-Liebling.

In der vergangenen Saison aber der erste Bruch: Leistungsschwankungen, nur elf Startelfeinsätze. Und trotzdem ein überbordendes Selbstvertrauen: Vor der aktuellen Saison hat er von den Mönchengladbacher Verantwortlichen eine Startelfgarantie gefordert - die er logischerweise nicht bekam. "Es ist ein Thema, das uns belastet", sagte Sportdirektor Max Eberl zuletzt und deutete einen Wechsel an. So unzufrieden klingen die Mönchengladbacher also nicht, wenn es um den Verlust des 20-jährigen Talents geht.

Euphorie dagegen beim FC Bayern. "Mickaël hat seine Stärken im Ballbesitzfußball. Er hat eine hervorragende Technik, einen starken linken Fuß und eine top Mentalität", sagt Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Auf der "Sechs", "Acht" oder "Zehn" - die Universalität ist die größte Stärke des Franzosen. Nur die "top Mentalität" muss der ehrgeizige Franzose in München erst noch unter Beweis stellen. Dass er in München sofort eine Chance auf den in Gladbach eingeforderten Stammplatz hat? Unwahrscheinlich.