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Coronavirus gefährdet Skiweltcup-Premiere in China | BR24

© BR24 Sport/Eva Hübener

Der Alpine Skiweltcup in China steht vor der Absage. Dabei wäre er erstmals in diesem Land ausgetragen worden. Zahlreiche Sportveranstaltungen wurden dort wegen der Bedrohung durch den Coronavirus bereits verschoben.

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Coronavirus gefährdet Skiweltcup-Premiere in China

Der Alpine Skiweltcup in China steht vor der Absage. Dabei wäre er erstmals in diesem Land ausgetragen worden. Zahlreiche Sportveranstaltungen wurden dort wegen der Bedrohung durch den Coronavirus bereits verschoben.

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Am 15. und 16. Februar sind in Yanqing eine Abfahrt und ein Super-G der Herren geplant. Die Speed-Rennen sind Testwettkämpfe für die Winterspiele in zwei Jahren. Die größte Sorge bei den Skirennfahrern und Betreuern ist jetzt aber, dass eine Situation eintritt, in der sie das Land nicht verlassen können. Wegen des Virus' sind betroffene Gebiete praktisch unter Quarantäne gestellt. Laut Sarah Lewis, der Generalsekretärin des Ski-Weltverbands will sich die die FIS deshalb genau an die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation WHO halten.

Generell wird das Risiko eines Rennens in China von den Verbänden als zu hoch bewertet. Der Herrenchef des Österreichischen Skiverbands Andreas Puelacher ist klar für eine Absage. "Wenn es auch nur einen Verdachtsfall in der Region gibt – was anscheinend auch so ist –, dann ist das zu gefährlich für alle Beteiligten. Die Gesundheit der Athleten steht an erster Stelle", sagte er der "Tiroler Tageszeitung". Der oberste Renndirektor Markus Waldner will sich am Mittwoch (29.1.2020) mit Vertretern der Verbände beraten und eine Entscheidung treffen.

"In 100 Jahren übernehme ich dafür keine Verantwortung." DSV-Alpinchef Wolfgang Maier

Verlegungen und erste Absagen

Zahlreiche Sportveranstaltungen wurden bereits in weit entfernte Regionen ausgelagert. Ein Qualifikationsturnier für die Box-Wettkämpfe bei den Sommerspielen in Tokio wurde von Wuhan nach Jordanien verlegt. Der Tennis-Weltverband ITF trägt das Fed-Cup-Qualifikationsturnier der zweitklassigen Asien-Ozeanien-Gruppe 1 statt im chinesischen Dongguan in Kasachstan aus. Das für Anfang Februar geplante Olympia-Qualifikationsturnier im Frauenfußball wird nicht im chinesischen Nanjing, sondern in Sydney stattfinden. Ob die Hallen-Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Nanjing vom 13. - 15. März abgehalten werden, ist noch nicht klar. Der Leichtathletik-Weltverband World Athletics verfolgt die "Situation aufmerksam und steht in engem Kontakt mit der Weltgesundheitsorganisation WHO". Der Hongkong-Marathon wurde komplett abgesagt.

Olympische Spiele "vor ernstzunehmenden Problem"

Und was ist mit den Olympischen Spielen, die vom 24. Juli bis 9. August im japanischen Tokio über die Bühne gehen sollen? Für DOSB-Präsident Alfons Hörmann ist das Coronavirus "das größte Risiko" auf dem Weg zu Olympia. "Das ist ein ernstzunehmendes Problem, weil es keinen anderen Bereich im Leben gibt, der mehr vom internationalen Austausch lebt als der Sport", erklärte der Funktionär.

Hörmann hofft und vertraut darauf, "dass im internationalen Sport und in den betroffenen Ländern alles dafür getan wird", eine Lösung zu finden. Mut schöpft der 59-Jährige aus der Geschichte: "Auch vor den Spielen in Rio gab es eine ähnliche Konstellation, damals ist es gelungen, die Probleme zu lösen." Die Sorge vor dem Zikavirus hatte 2016 die Vorbereitungen auf die Sommerspiele in Brasilien überschattet.

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