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Die Corona-Pandemie und ihre Einschränkungen haben den Schul- und Vereinssport zum Erliegen gebracht. Eine Untersuchung der Uni München hat bestätigt, was viele vermuten. Die Jugendlichen treiben zu wenig Sport.

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Corona-Pandemie: Bewegungsmangel bei Kindern und die Folgen

Die Corona-Pandemie und ihre Einschränkungen haben den Schul- und Vereinssport zum Erliegen gebracht. Eine Untersuchung der Uni München hat bestätigt, was viele vermuten: Die Jugendlichen treiben zu wenig Sport. Das hat fatale Auswirkungen.

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Von
  • Christoph Nahr
  • BR24 Sport

Professor Berthold Koletzko von der Universität München wollte wissen, welche Auswirkungen die Corona-Beschränkungen auf Kinder und Jugendliche haben. Die Zahlen sind alarmierend.

In einer Umfrage unter 1.000 Familien stellte Koletzko fest: "Es zeigt sich, dass 40 Prozent der Familien angeben, dass ihr Kind sich weniger bewegt. Ganz besonderes betrifft das Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren – da sind es sogar 60 Prozent der Kinder, die sich weniger bewegen."

Schul- und organisierter Sport fehlen

Ein Grund sind die Beschränkungen im Schul- und organisierten Sport. Beispielsweise beim Münchner Sportclub, wo monatelang nur die besten Talente auf den Tennisplatz durften. Tennislehrer Oliver Krumnikl war schockiert, als er einige seiner Schüler nach monatelanger Pause wieder Tennisspielen sah: "Leider hat man wirklich gesehen, dass die Kinder sich motorisch zurückentwickelt haben. Die haben keinen Sport getrieben, bisschen Online-Angebot angenommen, ansonsten konnten sie sich leider nicht ihren Sportarten widmen."

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Auswirkungen der Corona-Beschränkungen auf Kinder und Jugendliche – die Zahlen sind alarmierend

Übergewicht und Diabetes nehmen zu

Der Mangel an Bewegung hat aber nicht nur konditionelle und koordinative Folgen. Vor allem bei sportfernen Familien haben ein Viertel der Kinder zugenommen. Übergewicht, Diabetes und andere Beschwerden sind das Resultat, wenn Kinder und Jugendliche derzeit weniger Sport treiben.

Kinder anfälliger für Long-Covid

"Wir sehen jetzt mehr und mehr, dass auch Kinder durch die Infektion selbst Probleme bekommen, dass sie dieses 'Long-Covid' bekommen, dass sie chronische Entzündungssyndrome bekommen", sagt Kinder- und Jugendmediziner Koletzko. "Vor allem aber, dass sie durch die Bedingungen und die Einschränkungen der Pandemie sehr stark belastet sein können, sowohl psychosozial als auch in der Gesundheit, Bewegung, Ernährung, Übergewicht und langfristiges Krankheitsrisiko."

Koletzko fordert deshalb, den Zugang zu Sportangeboten für Kinder und Jugendliche zu erleichtern, um Folgeschäden so gering wie möglich zu halten, physisch und psychisch.

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