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16 Boxer aus deutschem Nationalteam mit Coronavirus infiziert | BR24

© picture alliance/ZUMA Press

Auch der deutsche Boxer Hamsat Shadalov (in rot - hier im Kampf gegen Kurt Walker aus Irland) muss in Quarantäne.

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    16 Boxer aus deutschem Nationalteam mit Coronavirus infiziert

    Die Corona-Ausbreitung im deutschen Sport hat eine neue Dimension erreicht. Erstmals hat sich der Großteil einer Mannschaft gleichzeitig mit dem Virus infiziert: Die deutsche Box-Olympiastaffel hat es in einem Trainingslager in Österreich erwischt.

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    Von den 18 Boxern der deutschen Nationalmannschaft im österreichischen Trainingslager sind 16 mit dem Coronavirus infiziert. Diese aktuelle Zahl gab der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) am Mittag bekannt.

    Keine stärkeren Symptome, aber Quarantäne

    "Die Boxer befinden sich derzeit in Quarantäne. Sie weisen keine stärkeren Symptome auf, können sogar trainieren", berichtete der Sportdirektor. Es werde regelmäßig Fieber gemessen, außerdem müssten die Boxer täglich über ihr Wohlbefinden berichten. Danach richte sich, wann sie die Heimreise in der kommenden Woche antreten können.

    Erstmals seit der Corona-Pause hatte die deutsche Staffel ab Ende August ein Trainingslager im Ausland bezogen. "Wir haben uns für Österreich entschieden, weil dort die Zahlen niedrig waren", sagte Müller. In den letzten Tagen hat es dort jedoch einen drastischen Anstieg gegeben. So teilte die Regierung in Wien am Samstag mit, dass es innerhalb von 24 Stunden 869 neue Fälle gegeben habe.

    Ausländischer Vergleich notwendig für Olympia-Vorbereitung

    Die Boxer waren eine der ersten olympischen Sportarten, die mit einer kompletten Mannschaft wieder ins Ausland gegangen sind. "Das müssen wir machen. Wir brauchen den Vergleich mit ausländischen Sportlern, sonst bringt die ganze Vorbereitung auf Olympia nichts", stellte Müller klar. Deshalb sei er auch nicht überrascht, dass sich so viele Sportler infiziert hätten. "Es war klar, dass so etwas kommt. Wenn es dieses Mal gut gegangen wäre, hätte es uns vielleicht beim nächsten Mal erwischt", glaubt der Sportdirektor.

    Müller ist davon überzeugt, dass die anderen olympischen Teamsportarten bald ähnliche Probleme haben werden. "Wer glaubt, dass die Vorbereitung auf Olympia ohne Corona-Fälle passieren wird, lebt an der Realität vorbei", betonte der erfahrene Funktionär und meinte: "Wir haben jetzt wichtige Erfahrungen gesammelt, die wir bei nächsten Aufenthalten nutzen können." Sobald alle Boxer an die Bundesstützpunkte in Deutschland zurückgekehrt sind, sollen sie sich einer gründlichen medizinischen Untersuchung unterziehen. Danach entscheidet sich, ob sie am nächsten Lehrgang ab Ende September in Schwerin teilnehmen können.

    Im Februar 2021 erstes Olympia-Qualifikations-Turnier

    Ab Februar wird es ernst, dann findet in London das erste Qualifikations-Turnier für die Olympischen Spiele von Tokio (23. Juli bis 8. August 2021) statt. Müller setzt weiter auf eine optimale Vorbereitung. "Die Alternative wäre, dass wir die öffentliche Förderung zurückgeben und auf Olympia verzichten. Aber erzählen sie das mal den Sportlern!" Letztendlich liege die Entscheidung beim Bund sowie beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), "und dort wurde festgelegt dass wir an Olympia teilnehmen werden."

    Fußball-Bundesligist Schalke 04 im selben Hotel

    In demselben Hotel in der Nähe von Sölden hatte sich auch Fußball-Bundesligist Schalke 04 aufgehalten und ebenfalls einen infizierten Spieler vermeldet.