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Corona-Debatte: Gorenzel kritisiert "fehlende Chancengleichheit" | BR24

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Die Diskussion um die sportlichen Konsequenzen des Coronavirus hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Die immer häufigeren Zuschauerverbote drohen vor allem Drittligavereine in den Ruin zu stürzen, sind sie doch maßgeblich von Ticketerlösen abhängig.

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Corona-Debatte: Gorenzel kritisiert "fehlende Chancengleichheit"

Die drohenden Geisterspiele beunruhigen besonders den TSV 1860 München. Zuschauerverbote würden laut Löwen-Finanzchef Michael Scharold vor allem Drittligavereine in den Ruin stürzen. Sie seien enorm von Ticketerlösen abhängig.

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Von
  • BR24 Sport
  • Cristina Krüger

Die Frist, in der in München aus Angst vor der Verbreitung des neuartigen Coronavirus keine Großveranstaltungen mit über 1.000 Besuchern stattfinden dürfen, läuft derzeit bis 19. April . Das betrifft auch den TSV 1860 München. Vier Heimspiele im Grünwalder Stadion fallen in diesen Zeitraum. Geschäftsführer Günther Gorenzel sprach in einer Pressekonferenz von einer "ernsten Situation". Für ihn stehe es außer Frage, "die sportlichen Vereinsinteressen unter das Allgemeinwohl zu stellen". Vereinsintern habe man bereits weitreichende Schritte eingeleitet, von der Sensibilisierung der Spieler bis hin zu umfangreichen Hygienemaßnahmen. Dennoch kritisierte er die in seinen Augen fehlende Konsequenz in den Entscheidungen des Verbands.

Die Wettbewerbs- und Chancengleichheit ist aus wirtschaftlicher und sportlicher Sicht das höchste Gut. Solange konsequent inkonsequent agiert wird, sehe ich die hier nicht gegeben. Günther Gorenzel

Finanzieller Schaden trifft 3. Liga am schlimmsten

Dabei ist nicht nur der sportliche Heimvorteil in Gefahr. Denn ohne Zuschauer bedeutet auch: keine Einnahmen aus den Ticketverkäufen. Löwen-Geschäftsführer Michael Scharold betitelte diese Option als "Worst-case-Szenario". Der Effekt träfe die Drittligavereine am härtesten, da sie enorm abhängig von Zuschauereinnahmen sind. Dies könnte auch Personalplanungen für nächste Saison beeinflussen."Bei einer Spielverlegung könne man die Einnahmen wenigstens zu einem anderen Zeitpunkt generieren", erklärte Scharold. Inwieweit das durch den DFB durchführbar ist und der Ligabetrieb aufrechterhalten werden kann, ist die große und spannende Frage der nächsten Tage. In jedem Fall forderten beide Geschäftsführer Liga-, wenn nicht sogar europaweit, einheitliche Regelungen.

"Wir brauchen Solidarität innerhalb der Liga und Kompensation durch Verbände oder Land. Dieses Szenario kann kein Drittligaverein stemmen." Michael Scharold

TSV 1860 erwartet zeitnahe Entscheidung

Der weitere Ticketverkauf und die Frage, wie mit bereits gekauften Karten umgegangen wird, hängt von den Entscheidungen der Behörden ab. Aufgrund der hohen Dynamik in der Corona-Debatte könne man die Situation kaum einschätzen. Scharold rechnet aber in den nächsten 36 Stunden mit einer ersten Entscheidung des DFB, zumindest was die beiden kommenden Heimspiele betrifft.

Heimspiel gegen Duisburg live im BR Fernsehen und im Stream

In der 3. Liga spielt der TSV 1860 München am Samstag gegen den MSV Duisburg, live zu sehen im BR Fernsehen und im Stream. Der FC Ingolstadt trifft zuhause auf Bayern München II (14 Uhr).