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Club in der Krise: Klauß nimmt sich Mannschaft zur Brust | BR24

© picture-alliance/dpa

Club-Trainer Robert Klauß

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    Club in der Krise: Klauß nimmt sich Mannschaft zur Brust

    Die Sorgen bei Fußball-Zweitligist 1. FC Nürnberg werden immer größer. Die Leistung im Heimspiel gegen den FC St. Pauli brachte Trainer Robert Klauß auf. Der Club ist gefährlich nahe an die Abstiegszone gerückt.

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    • BR24 Sport

    Robert Klauß knöpfte sich seine Mannschaft vor. Nach der nächsten beängstigend schwachen Leistung im neuen Fußball-Jahr gegen den FC St. Pauli bestellte der Trainer des 1. FC Nürnberg seine Spieler zum Rapport. Für Klauß gab es nach der sechsten Niederlage in acht Partien 2021 viel Gesprächsbedarf.

    "Wenn wir der Meinung sind, dass einige Spieler nicht an ihre Grenze gehen, nicht die Basics abrufen, dann werden wir das auch klar ansprechen", formulierte Klauß nach dem 1:2 (0:1) gegen den Tabellennachbarn aus Hamburg scharf. "Wir waren nicht gut genug, was die Basics betrifft."

    Klauß' lange Mängelliste

    Diese Grundlagenarbeit verrichteten die Franken gegen die Hamburger einfach nicht. Daher war die Mängelliste von Klauß auch so üppig. Zweikämpfe, Freilaufen, Sprints, Kurzpässe an den eigenen Mann - in schneidigem Ton ratterte der frühere Assistent von Julian Nagelsmann bei RB Leipzig die Defizite runter. "Wir haben bis zur 70. Minute auf dem Platz nicht ausreichend gearbeitet, um uns was zu verdienen", befand Klauß verärgert.

    Der 36-Jährige hat sich auch nach Rückschlägen stets vor sein Team gestellt. An diesem sonnigen 14. Februar verfinsterte sich die Miene von Klauß aber erheblich. Der erst im Sommer angetretene Coach steckt mit dem Traditionsklub in der Krise.

    Der Abstand auf Relegationsplatz 16 liegt zwar noch bei fünf Punkten, der Druck aber steigt. Eine sorgenfreie Saison nach dem Beinaheabsturz in die 3. Liga 2020 war das Ziel; man wollte nie in die Lage kommen, punkten zu müssen. Genau in dieser prekären Situation stecken die Nürnberger aber nun.

    Unruhe? "Wir sind selber schuld"

    Ob er noch an eine sorgenfreie Saison glaube? "Wenn wir die nächsten Spiele punkten, dann ja, das ist unsere Aufgabe", antwortete Klauß. "Jetzt müssen wir einfach punkten." Schwerer als Aufstiegsmitkandidat Karlsruher SC am kommenden Sonntag könnte die nächste Aufgabe für den Club jedoch kaum sein.

    "Wir als Mannschaft sind gefordert", räumte der gegen St. Pauli zweimal folgenschwer patzende Verteidiger Lukas Mühl ein. "Dass es im Umfeld unruhig wird, ist klar. Daran sind wir selber schuld."

    Die Einsicht scheint bei Klauß' Spielern also da zu sein. Ob sie auch zu besseren Ergebnissen führt, ist wieder eine andere Sache. Schließlich scheinen einzelne Spieler längst an ihre Leistungsgrenzen gestoßen zu sein.

    Hecking gibt Klauß noch Zeit

    Und auch Klauß war sich seiner Haftung als Cheftrainer bewusst. "Ein Trainer trägt immer eine Mitverantwortung", sagte er. Dass es im Umfeld auch Debatten um seine Zukunft gibt, weiß Klauß natürlich. "In Nürnberg ist es grundsätzlich nicht ruhig", sagte er. Seine Personalie sei aber "völlig irrelevant".

    Da stimmt so natürlich nicht. Die Rückendeckung von Sportvorstand Dieter Hecking hat er aber noch. Es gehe um "Ruhe und Kontinuität", so der frühere Club-Coach. "Ich weiß, dass das gerade in Nürnberg nicht immer gegeben war. Das ist aber unser Weg und ich bin davon überzeugt, dass wir dann auch wieder die nötigen Ergebnisse erzielen werden."