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Bundestrainer Löw: "Ein rabenschwarzer Tag" | BR24

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"Aus jeglicher Sicht war heute alles schlecht", sagte Bundestrainer Joachim Löw nach der 0:6-Pleite in Spanien. Kapitän Manuel Neuer: "Bitter". Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff auch, er hat aber weiterhin "Vertrauen" in den Bundestrainer.

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Bundestrainer Löw: "Ein rabenschwarzer Tag"

"Aus jeglicher Sicht war heute alles schlecht", sagte Bundestrainer Joachim Löw nach der 0:6-Pleite in Spanien. Kapitän Manuel Neuer: "Bitter". Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff auch, er hat aber weiterhin "Vertrauen" in den Bundestrainer.

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"Das ist schwierig zu erklären. Es war ein rabenschwarzer Tag, an dem gar nichts funktioniert hat", sagte der Bundestrainer voller Verbitterung. "Körpersprache und Zweikampfverhalten, davon hatten wir nichts heute", jammerte er weiter. Und damit nicht genug: "Wir sind irgendwo rumgelaufen - keine Organisation, keine Nähe zum Mitspieler, keine Kommunikation. Wir sind hinter den Aktionen hergelaufen", lauteten die nächsten Kernaussagen. Seine Bilanz lautete schlichtweg: "Heute sind wir absolut zurückgeworfen worden. Das ist eine große Enttäuschung."

Rückkehr von Hummels, Boateng und Müller kein Thema

Eine Rückkehr der 2019 aussortierten Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller war für den Trainer nach dem Spiel kein Thema. "Wir haben gesagt, dass wir den Spielern das Vertrauen schenken wollen. Wir waren auf einem guten Weg. Aber wir sind noch nicht soweit, wie wir geglaubt, gehofft haben. Wir vertrauen diesen Spielern und müssen wieder zurückschlagen", lautete die Aussage.

In den kommenden Wochen werde man das Spiel analysieren müssen. "Es ist unsere Aufgabe und Pflicht, das alles zu hinterfragen. Was können wir besser machen? Wir waren durchlässig. Wir müssen die richtigen Schlüsse ziehen", sagte Löw.

Bierhoff: "Alles verkehrt gelaufen"

Für Nationalmannschaft-Manager Oliver Bierhoff ist "irgendwie ist alles verkehrt gelaufen". Das müsse man "erst einmal verdauen. Das wird einige Zeit dauern." Im Detail hört sich das so an: "Man läuft immer hinterher. Wir haben zügig den Ball verloren und mussten hinterherhecheln. Es gibt keine Entschuldigung dafür." Das passiere, "wenn man keine Mittel hat".

Löw-Zukunft: Laut Bierhoff ist das "Vertrauen da"

Der Manager hofft trotzdem, dass das "ein einmaliger Fall" ist. Die Zukunft des Bundestrainers Löw stellte er aber nicht in Frage: "Das Vertrauen ist da, daran ändert auch dieses Spiel nicht." Der Coach selbst wollte die Frage, ob seine DFB-Zukunft gefährdet sei, nicht beantworten. "Ob ich mir Sorgen um meinen Job machen muss, müssen sie andere fragen", sagte er in der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Neuer: "Einfach nur bitter"

Kapitän Manuel Neuer fand: "Das ist einfach nur bitter." Er betonte zwar, er sei "ein Teil der Mannschaft" und die habe "zusammen das Spiel vergeigt". Seine erste Analyse lautete: "Die Körpersprache und die Kommunikation waren zu wenig. Wir hätten mehr sprechen müssen. Gerade nach dem ersten Tor".

Ex-Weltmeister Bastian Schweinsteiger: "Entsetzlich"

Für Ex-Weltmeister Bastian Schweinsteiger sei die Niederlage gegen Spanien "entsetzlich" gewesen, "ein Nackenschlag", kommentierte der frühere Mittelfeldstar und fügte hinzu: "Gut, dass es jetzt passiert ist. Vielleicht bringt es den einen oder anderen dazu, ein bisschen nachzudenken über die eine oder andere Alternative. Man muss nicht von heute auf morgen alles umwerfen, aber gewisse Fragen muss man sich stellen."

"Triple-Gewinner - warum nicht in der Nationalmannschaft?"

Der ARD-Experte hat sich im Gegensatz zum Bundestrainer für eine Rückkehr von Spielern wie Thomas Müller oder Jérôme Boateng stark gemacht. "Ich weiß, das solche Spieler wie Jérôme Boateng oder Thomas Müller das Triple gewonnen haben mit dem FC Bayern München. Sie sind die beste Mannschaft Europas. Die spielen in der ersten Elf, die haben Qualität. Das sind deutsche Spieler. Warum nicht für die Nationalmannschaft?", sagte Schweinsteiger.

Özil: "Zeit, Jerome Boateng zurückzuholen"

Schweinsteigers Weltmeisterschafts-Kollege Mesut Özil twitterte, es sei "Zeit, Jerome Boateng zurückzuholen". Den Kommentar versah der im Streit aus dem DFB-Team zurückgetretene Offensivspieler mit einer Deutschland-Flagge.