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Joachim Löw

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Bundestrainer Löw: "Alle sollen die gleichen Chancen haben"

Die deutsche Nationalmannschaft bereitet sich in Südtirol auf die WM in Russland vor. "Alle sollen die gleichen Chancen haben", sagt Bundestrainer Joachim Löw, der von seinen Akteuren bereits erste Trainings-Eindrücke gesammelt hat.

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16 Feldspieler und drei Torhüter standen heute in Eppan auf dem Platz. Löw absolvierte mit dem Team die erste "richtige" Einheit des bis zum 7. Juni angesetzten Trainingslagers.

Löw über den Ablauf des Trainingslagers

"Wir haben die besten Bedingungen hier", so Löw. 19 Spieler sind schon eingetroffen. "Die ersten zwei, drei Tage stehen im Zeichen der Individualität", erklärte der Bundestrainer, um die Spieler auf ein Niveau zu führen. Wenn alle da sind, will Löw ins mannschaftstaktische Training einsteigen. "Wir haben einen sehr guten Ablauf, was die Spielphilosophie betrifft", so Löw. Aber Dinge ändern sich und man muss auch Anpassungen vornehmen.

... zu Torwart Manuel Neuer

Manuel Neuer absolvierte das Torwarttraining nach seinem Mittelfußbruch unter voller Belastung. "Er muss das Training so absolvieren, dass er überhaupt keine Probleme hat", sagte Löw, der dabei von Tag zu Tag schauen will: "Wenn wir das Gefühl haben, dass er 100 Prozent Leistung bringen kann, dann kann er dabei sein."

... zu Özil und Gündogan

Nach dem umstrittenen Fototermin mit dem türkischen Präsidenten Erdogan sind für Löw die Dinge geklärt: "Beide Spieler kamen auf uns zu und wollten es mit uns klären. Mir war es recht, gerade vor Beginn des Trainingslagers. Beide Spieler wollten uns klar machen, dass es keine politische Botschaft war. Es war die Idee von Ilkay, den Bundespräsidenten zu besuchen. Daher sind diese Dinge besprochen und für mich geklärt."

... zu Boateng und Özil

"Es ist noch nicht ganz hundertprozentig klar, ob er (Boateng, Anm.d.Red.) morgen anreisen kann. Es folgt erst noch die Abschlussuntersuchung in München, danach werden wir entscheiden", so der Bundestrainer zum Gesundheitszustand von Jérôme Boateng. Der Innenverteidiger sei "ziemlich an die Grenze herangegangen, bei Muskelverletzungen wollen wir keine Fehler machen." Im Laufe der nächsten Woche könne er aber möglicherweise teilweise in das Mannschaftstraining einsteigen. Auch bei Mesut Özil laufe es nach Plan. "Die letzten beiden Wochen hat er nicht mehr gespielt, er muss vielleicht ein bisschen aufholen und die eine oder andere Einheit individuell machen. Das ist beim Mesut normal kein Problem."

... zur Auswahl der WM-Teilnehmer

Die Entscheidung, wer mitfährt, wird erst am Ende des Trainingslagers fallen. "Alle sollen die gleichen Chancen haben." Es gebe vorab keine Gedankenspiele, welche Spieler aus dem vorläufigen Aufgebot noch gestrichen werden. "Alle Positionen müssen ausgewogen besetzt sein", so Löw. Jeder Spieler sei mit "unglaublicher Motivation" ins Trainingslager nach Südtirol gereist. "Man muss keinem besonders ins Gewissen reden, dass er Gas geben muss."

... zum echten Stürmer

Neben Mario Gomez, Timo Werner testet Löw auch Nils Petersen. "Jeder Stürmer hat unterschiedliche Qualitäten, deshalb war es mir wichtig auch mal mit drei Stürmern ins Trainingslager zu gehen."

... zu Sandro Wagner

Den Stürmer des FC Bayern hatte der Bundestrainer nicht in das vorläufige WM-Aufgebot berufen: "Das Thema ist für mich erledigt. Ich werde hier nicht mehr darüber reden. In der Mannschaft ist es auch kein Thema. Ich wüsste keinen Grund, warum ich darüber sprechen sollte, weil jeder Spieler weiß: Wenn bei uns etwas nicht in Ordnung ist, kommen sie und sagen ihre Meinung. Warum sollen sie nicht ihre Meinung sagen?"

... zu den noch fehlenden Spielern

Am Freitag (25.05.18) werden weitere sieben Spieler aus dem vorläufigen WM-Kader, darunter die Weltmeister Mats Hummels und Thomas Müller, als Nachzügler in Italien erwartet. Toni Kroos wird das 27-köpfige Aufgebot erst nach dem Champions-League-Finale mit Real Madrid gegen den FC Liverpool komplettieren.