BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Im Interview mit BR24 Sport spricht Harald Lange über die bevorstehenden "Geisterspiele" nach der Corona-Pause, fehlende Emotionen im Stadion und warum er nicht mit Fan-Protesten beim Bundesliga-Neustart rechnet.

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Bundesliga-Neustart: Keine Ultra-Aufläufe vor Stadien erwartet

"Es ist nicht zu erwarten, dass irgendwelche Aufläufe vor den Stadien passieren", sagt Harald Lange. Der Fanforscher von der Uni Würzburg glaubt, dass der Bundesliga-Neustart mit "Geisterspielen" nicht von Randalen begleitet wird.

2
Per Mail sharen
Von
  • Bernd R. Eberwein
  • Kilian Medele

"Nach allem, was ich weiß, und nach allen Einblicken, die ich so habe, würde ich das ausschließen", sagte Lange im Exklusivinterview mit BR24 Sport vor dem Bundesliga-Neustart am Wochenende ohne Zuschauer: "Es ist nicht zu erwarten, dass da irgendwelche Aufläufe vor den Stadien passieren oder das da gar versucht wird, mit bestimmten Aktionen Spiele als solche abbrechen zu lassen. Das ist, glaube ich, extrem unwahrscheinlich bis ausgeschlossen."

"Vollzeitfans" kontra "Geisterspiele"

Der Bundesliga-Wiederbeginn war im Vorfeld von einigen Fan-Gruppierungen kritisch beurteilt worden, vor allem von den "Vollzeitfans, die leidenschaftlich 24 Stunden am Tag Fan sind", so Lange. Die bevorstehenden Spiele ohne Zuschauer passen nicht zu deren "Vorstellungen eines Stadionerlebnisses, aber insbesondere auch nicht zu ihren Vorstellungen unseres Fußballs. Dieser Fußball funktioniert eben nur mit Fans und kann nicht so als Geisterliga nur aus finanziellen Interessen inszeniert werden. Das ist deren Position."

Lange vertraut auf das "soziale Gewissen" der Ultras

Dass sich der Unmut über die Saisonfortsetzung aber in Protesten vor den Stadien spiegeln könnte, glaubt Lange nicht und unterstreicht beispielsweise auch die Rolle der "Ultras".

Diese "haben ja in den letzten Jahren immer wieder unter Beweis gestellt, dass sie in sozialer Hinsicht ein Gewissen haben, dass sie auch Verantwortung übernehmen können. Das fordern sie permanent auch von den Gegenspielern in den Funktionärsetagen, den Chefetagen, des deutschen Fußballs - und deshalb verbietet es sich, dass da jetzt solche Aktionen kommen."

Fanforscher kritisiert "künstliche Diskussion"

Lange hält auch die Diskussion, die dazu im Vorfeld jetzt geführt wurde, für "ein bisschen zu künstlich." Es gebe keinerlei "belastbaren Indizien, auf die man sich stützen kann, wenn man solche Aufläufe, solche Störungen, vermuten würde. Also zusammengefasst: Da brauchen wir keine Sorge haben."