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Philipp Lahm will gehört werden. Der Weltmeister und Chef des Organisationskomitees für die EURO 2024 hat in München sein neues Buch vorgestellt. Dabei spart der 37-Jährige nicht mit Kritik und Ratschlägen.

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Buchvorstellung: Philipp Lahm mischt sich ein

Philipp Lahm will gehört werden. Der Weltmeister und Chef des Organisationskomitees für die EURO 2024 hat in München sein neues Buch vorgestellt. Dabei spart der 37-Jährige nicht mit Kritik und Ratschlägen.

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"Das Spiel. Die Welt des Fußballs" lautet der Titel von Philipp Lahms Buch, das er in München gemeinsam mit der TV-Moderatorin Dunja Hayali vorstellte. Viel geht es in dem Buch um Werte, um die "Schule des Lebens", wie Lahm es formuliert. Darum, wie wichtig die Werte sind, die der Fußball transportiert.

Er selbst sehe sich in der Verantwortung, seine Erfahrungen weiterzugeben: "Ich habe 2017 mit dem Profifußball aufgehört. Meine Rolle hat sich verändert. Ich bin EURO-Turnierdirektor und habe da auch eine gewisse Verantwortung", sagte der 37-Jährige.

"Fußball ist schön, weil er einfach ist"

Besonders liegt ihm die Jugendarbeit am Herzen. Gerade Kindern würde es helfen, "nicht durch, aber mit dem Fußball" erzogen zu werden. "Fußball ist schön, weil er einfach ist. Jeder ist willkommen, Kinder interessieren sich nicht dafür, woher einer kommt oder ob die Eltern mehr oder weniger Geld haben.". Als Kind lerne man, "in einer Mannschaft Verantwortung zu übernehmen, gemeinsam Siege zu feiern, aber auch Niederlagen zu verkraften. Das ist wichtig, um später Lösungen zu finden."

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Bei der Präsentation seines neuen Buches hat Philipp Lahm seine Profikollegen vor den Gefahren eines Coming-out während der aktiven Karriere gewarnt. Mit Dunja Hayali parlierte er auch über die Werte, die er vermitteln will.

Lahm über Coming-Outs von Profis: "Es lauern Gefahren"

Auch in gesellschaftliche Themen mischt sich Lahm in seinem neuen Buch ein. So rät er homosexuellen Fußballprofis von einem öffentlichen Coming-out vor Karriereende ab: "Gegenwärtig scheinen mir die Chancen gering, so einen Versuch in der Bundesliga mit Erfolg zu wagen und nur halbwegs unbeschadet davonzukommen", schreibt der Weltmeister-Kapitän von 2014. Bei der Buchpräsentatiuon ergänzte er: "Ich würde es mir wünschen, wenn sich jemand outet. Aber ich warne, es lauern Gefahren."

Magath-Kritik relativiert

Für Aufmerksamkeit sorgt auch seine Kritik an seinem Ex-Trainer Felix Magath, die er bei der Buchpräsentation freilich etwas relativierte: "Felix Magath war ein exzellenter Trainer, weil er selbst gespielt hat und genau wusste, wer wie gut ist." Im Buch klingt das etwas schärfer. Dort schreibt Lahm: "Ob er eine Spielidee hatte, ist schwer zu sagen (...) Er hat jedenfalls größten Wert auf die körperliche Leistungsfähigkeit seiner Spieler gelegt, dabei aber auch den Eindruck erweckt, dass er durch die Härte seiner Trainingsmethoden nicht zuletzt Macht demonstrieren wollte, um auf diese Weise Kontrolle auszuüben."