Boxer Simon Zachenhuber

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Boxer Zachenhuber: der nächste deutsche Weltmeister?

Boxer Zachenhuber: der nächste deutsche Weltmeister?

Erst Schwimmer, dann Kickboxer, mit 19 der Wechsel zum Profiboxen - ohne einen einzigen Amateurkampf zuvor: Der Erdinger Simon Zachenhuber, der auch bei "Let's Dance" erfolgreich war, hat das Zeug zum nächsten deutschen Box-Weltmeister.

Simon Zachenhuber ist mit gerade mal 24 Jahren einer der großen Hoffnungsträger der deutsche Boxbranche. Die sucht einen neuen Helden, am besten vom Kaliber eines Henry Maske oder der Klitschko-Brüder. Einen Zuschauermagneten, für den man sich gerne die Abende oder Nächte am TV um die Ohren schlägt. Zachenhuber, gebürtiger Landshuter und Wahl-Erdinger, könnte genau ein solcher sein.

Über den modernen Fünfkampf zum Kickboxen

Von klein auf ging es bei ihm immer sportlich zu. Mit fünf Jahren begann er mit dem Schwimmen, beeinflusst durch seine Mutter, die heute noch für die "Babydelfinchen Erding" als Trainerin arbeitet. In dieser Disziplin schaffte es Zachenhuber bis zur Teilnahme an einer bayerischen Meisterschaft. Das sei "das höchste", was er mitgeschwommen ist, aber dabei habe er "keine Platzierung erreicht". Nur auf oberbayerischer Ebene wurde er "einmal Zweiter".

Auch im modernem Fünfkampf und im "Biathle" hat er sich ausprobiert, einem Wettkampf bei dem "erst gelaufen, dann geschwommen und zuletzt nochmals gelaufen wird", erklärt der Erdinger. Das sei durchaus "anstrengend" gewesen, so der 24-Jährige.

Später folgte er seiner kleinen Schwester zum Kickboxen. "Die war schon im Kindergartenalter bei den 'Erdinger Kampfkatzen"", erinnert sich Zachenhuber. Im Alter von zwölf oder 13 Jahren habe ihn dann "das Bahnen- und Kachelnzählen beim Schwimmen gelangweilt" und er ist mit der Schwester mitgegangen. Nach einem Jahr als "eine Art Kampfkatze" stieg er ins normale Training ein. Da habe er den Kampfsport für sich entdeckt. Besonders angetan ist er von den Werten, die dort vermittelt werden: "den Respekt vor dem Gegner und die Disziplin".

Erdinger-Tandem: Zachenhuber und Coach Conny Mittermeier

Mit 19 Jahren dann der Wechsel zum Profiboxen. Durch seine 40 bis 50 Kickboxkämpfe habe er "ein bisserl Erfahrung im Ring gehabt", erklärt der Oberbayer. Dann habe ihn sein Trainer Conny Mittermaier, ebenfalls Erdinger, entdeckt und zu sich nach Stuttgart ins Trainings-Gym geholt. "Fleißig, gibt nicht auf, man kann ihn belasten", sagt der Coach über seinen Schützling. Er glaubt an ihn: "Wenn ich es nicht fühlen würde, was ich aus ihm machen kann, dann hätte ich das nicht gemacht."

Boxer Simon Zachenhuber mit WM-Gürtel und Trainer Conny Mittermeier

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Ausflug in den Tanzsport in der Coronazeit

Auf dem Weg nach oben ist der Coach streng zu seinem Schützling: "Jetzt muss es weitergehen. Er muss sich zusammenreißen. Er muss alles geben im Sport - und nicht in Fernsehshows". Zachenhuber hatte an der Sendung "Let's Dance" teilgenommen und es dabei bis ins Finale geschafft.

Rückblickend kann er das mit den Auftritten in der Tanzshow gut begründen. Diese Aufritte machte der 24-Jährige während dem Corona-Lockdown: Also einer Zeit, "in der im Boxen nichts planbar war", sagt Zachenhuber. Dabei war das Training fürs Tanzen sogar intensiver, als er zuvor gedacht hatte. Teilweise habe er zehn Stunden pro Tag trainiert und sei damit fit geblieben für seinen Boxsport.

Rückkehr in den Boxring in der heimischen Arena

Bei der Erdinger Boxnacht hat er vor kurzem den internationalen deutschen Meistertitel erreicht. "Seitdem ich Profi bin, habe ich davon geträumt, bei uns daheim einen Kampf bestreiten zu dürfen", sagt Zachenhuber. Dazu "mit einem Titelkampf, besser ging's nicht - und dann ist das auch noch erfolgreich für uns ausgegangen", lautet das Fazit.

Siegergürtel für den schwerbehinderten Vater

Seinen gerade erst gewonnen Siegergürtel schenkte der Boxer seinem Vater, der seit einem Unfall beim Drachenfliegen schwerbehindert ist. "Ich habe ihn gesehen, bin aus dem Ring rausgesprungen und habe ihm sofort meinen Titel gewidmet", erinnert sich der Erdinger. "Ich bin zwar ein Kämpfer im Ring, aber der hat schon einen ganz anderen Kampf in seinem Leben gemeistert", erklärt Zachenhuber.

Jetzt soll es in die Weltspitze gehen

Dessen Bilanz seit seinem ersten Profiduell 2018 lautet: 15 Kämpfe, 15 Siege, seit Januar 2022 ist er Juniorenweltmeister des Boxverbands IBF. Jetzt hat der 24-Jährige die nächsten Ziele ins Visier genommen: "Gesund bleiben und in die Weltspitze im Profiboxen kommen", sagt er. "Ich will mich weiter nach oben boxen und um die Weltspitze kämpfen", lautet der Vorsatz des aufstrebenden Sportlers aus Erding.

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