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Gastspiel in Kasachstan: Großes Abenteuer für die Bayern-Frauen | BR24

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Die Bayern-Frauen reisen nach Kasygurt. Das bedeutet: sechs Stunden Flug plus vier Stunden Zeitverschiebung - und ein Achtelfinalspiel im zentralasiatischen Schymkent.

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Gastspiel in Kasachstan: Großes Abenteuer für die Bayern-Frauen

Das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League absolvieren die Spielerinnen des FC Bayern München bei BIIK Kasygurt. Nicht nur die Reise ins ferne Kasachstan ist eine Herausforderung. Auch den Gegner sollten sie nicht unterschätzen.

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Der kasachische Meister hätte in der vergangenen Saison fast den späteren Champions-League-Finalisten FC Barcelona im Sechzehntelfinale herausgekegelt. Nur dank einem 3:0-Sieg im heimischen Rückspiel konnten die Katalaninnen die 1:3-Niederlage in der zentralasiatischen Stadt wieder gut machen. Ein Jahr zuvor musste Kasygurt allerdings auch eine 0:16-Klatsche (0:7 und 0:9) gegen Olympique Lyon hinnehmen. Trotzdem warnt FC Bayern-Trainer Jens Scheuer vor der Partie bei BIIK heute um 10 Uhr: "Viele Mannschaften haben sich schon schwer getan in Kasachstan".

Steigerung durchaus angebracht

"Wir sind gewarnt, aber natürlich fahren wir auch nach Kasachstan, um das Spiel zu gewinnen", sagt der Coach im Vorfeld der Achtelfinalbegegnung. Allerdings musste er nach dem knappen Erreichen der Achtelfinalrunde der Bayern-Frauen seine Erwartungen schon einmal dämpfen. Nur ein 2:1-Last-Minute-Sieg beim FC Göteborg ermöglichte den Münchnerinnen trotz einer 0:1-Heimniederlage im Rückspiel das Weiterkommen. Auch in der Bundesliga musste der Vizemeister zuletzt eine 0:1-Niederlage in Hoffenheim hinnehmen. Eine klare Steigerung ist also notwendig.

Reise ins weitgehend "unbekannte Kasachstan"

Aber nicht nur rein sportlich gesehen ist das Achtelfinalspiel für die Münchnerinnen eine Herausforderung. Für die meisten Fußballerinnen des FC Bayern München bedeutet die Tour nach Schymkent, wo BIIK Kasygurt beheimatet ist, ein großes Abenteuer. Nur Simone Laudehr hat mit der Nationalmannschaft schon drei Mal in Kasachstan gespielt. Für "die Mädels, die noch nie da waren, ist es eine Reise ins Unbekannte", erzählt die Mittelfeldspielerin.

© Picture alliance/dpa

Sheikh Khalifa al Nahyan-Moschee in Schymkent

Flug nach Schymkent länger als Laudehrs Urlaubsreisen

Glücklicherweise "fahren" die Spielerinnen nicht, wie es Trainer Scheuer ausdrückt. Dann wären sie nämlich auf den 5.575 Kilometern mindestens 65 Stunden unterwegs. Dank einem Direktflug sind sie immerhin nur sechs Stunden in der Luft. Dazu kommt allerdings noch die Zeitverschiebung: Vier Stunden gehen auf dem Flug nach Kasachstan verloren. "So lang flieg ich ja manchmal nicht in den Urlaub. Das ist schon zusätzlicher Stress, auf jeden Fall", kommentiert Laudehr die Reisestrapazen. Kurz vor dem Abflug hat nicht nur sie sich gefragt, weshalb eigentlich ein in Zentralasien beheimateter Verein in der europäischen Champions League mitspielt.

Champions-League-Teilnehmer wegen fünf Prozent Europa

Zur Erklärung benötigt man einerseits einen Blick in die Statuten des europäischen Fußball-Verbandes – und ein wenig Erdkunde. Nach einer weit verbreiteten Definition gilt nämlich der Ural als Grenzfluss zwischen Europa und Asien. Westlich davon liegen immerhin fünf Prozent der Fläche Kasachstans. Die UEFA erlaubt die Mitgliedschaft, wenn zumindest ein Teil des Landes geografisch zu Europa gehört. Deshalb kann die Mannschaft aus Zentralasien in der europäischen Königsklasse starten.

Der große Traum von der Königsklasse

"Aber ist ja schön für die, die an der Champions League teilnehmen dürfen. Wer kann das schon. Es gibt viele Spielerinnen, die träumen davon, Champions League zu spielen. Und die sicherlich auch. Und die dürfen das und können für ihre Stadt, für ihr Land spielen. Und die werden das sicherlich auch genießen", sagt Laudehr. Postwendend ergänzt sie allerdings: "Aber wir auch". Schließlich wollen die Münchnerinnen in der Champions League mindestens wie im Vorjahr das Halbfinale erreichen.

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Das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League absolvieren die Spielerinnen des FC Bayern München bei BIIK Kasygurt. Nicht nur die Reise ins ferne Kasachstan ist eine Herausforderung. Auch den Gegner sollten sie nicht unterschätzen.