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Franziska Preuß und Denise Herrmann

    Biathlon-Saisonauftakt: Olympia ist das große Ziel

    Den Weltcup-Auftakt in Östersund vor Augen, Olympia in Peking im Hinterkopf: Zu viel Druck wollen sich Denise Herrmann, Franziska Preuß, Benedikt Doll und Co. mit Blick auf die Spiele jedoch noch nicht machen.

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    Wenn das deutsche Biathlon-Team ohne Erfolgsgarant Arnd Peiffer am Wochenende im eisigen Schweden in die 45. Weltcup-Saison startet, ist das Fernziel China bei Denise Herrmann, Franziska Preuß, Benedikt Doll und Co. immer präsent. "Olympia ist das große Ziel", betonte auch DSV-Sportchef Bernd Eisenbichler vor dem Saisonauftakt am Samstag und Sonntag mit zwei Einzel- (11.45 und 15.00 Uhr) und zwei Sprintrennen (11.00 und 13.45 Uhr).

    Eine Medaillenvorgabe für die Winterspiele im Februar gibt es nicht. Ohnehin sind die Erwartungen nach Peiffers Abschied beim Deutschen Skiverband (DSV) angesichts der starken Konkurrenz, insbesondere aus Norwegen, Frankreich und Schweden, in den Einzelevents nicht allzu hoch.

    Goldenen Zeiten gehören der Vergangenheit an

    Die goldenen Zeiten mit Stars wie Laura Dahlmeier oder Magdalena Neuner gehören sowieso längst der Vergangenheit an. "Wir haben in den letzten Jahren gesehen, wie schwer es ist. Wenn man im Team bei so einem großen Event eine Einzelmedaille gewinnt, dann ist das gut", sagte Bundestrainer Mark Kirchner vorsichtig.

    Er setzt eher auf die Team- und Staffelwettbewerbe, "da kämpfen wir als deutsches Team immer ums Podium. Das wären realistische Ziele für unsere Mannschaft, die in einem gewissen Umbruch ist." Um so wichtiger ist "ein solider Einstieg ohne größere Baustellen", wie es die Preuß formulierte, um dann "schnell in einen Flow zu kommen". Die 27-Jährige aus Haag, die im letzten Winter mit vier Podiums- und insgesamt 19 Top-10-Plätzen am besten unterwegs war, gehört bei den DSV-Frauen neben Herrmann zu den aussichtsreichsten Kandidatinnen, um Tiril Eckhoff, Dorothea Wierer und Co. zu ärgern.

    Preuß' Ziel: Schnell die Olympia-Quali schaffen

    Doch erstes Zwischenziel beim Weltcup in Östersund, der trotz sich zuspitzender Coronalage mit Fans über die Bühne gehen wird, sei laut Preuß erst einmal "möglichst schnell die Olympia-Quali zu schaffen. Damit dieses Thema vom Tisch ist."

    Einmal Top-8 oder zweimal Top-15 ist die DSV-Norm für Peking. Doch zu viel Druck mit Blick auf Olympia will sich das DSV-Team nicht machen. "Wir haben bis dahin so viele Stationen. Alles auf Olympia auszurichten, da bin ich nicht der Typ", sagte Preuß.

    Auch die Wahl-Ruhpoldingerin Herrmann will eine lange Saison "mit Köpfchen angehen. Der November und Dezember sind nur der Weg zum Ziel und Mittel zum Zweck. Ich mache dieses Jahr eher einen Kaltstart", betonte die 32-Jährige.

    Für Eisenbichler ist es jedoch wichtig, "dass wir konstant leistungsfähig sind. Letztes Jahr waren punktuell gute Ergebnisse dabei, aber eben nicht über den gesamten Weltcup-Winter." Siebenmal schafften die deutschen Frauen in den Einzelrennen den Sprung aufs Podium - blieben aber ohne Sieg.

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    Erste Saison ohne Erfolgsgaranten Arnd Peiffer

    Peiffers Erfolge "werden fehlen"

    Bei den Männern waren es sechs Top-3-Ränge, davon einer von Erik Lesser und gleich fünf von Peiffer inklusive des einzigen Erfolgs für den DSV. Umso mehr stehen nun Lesser und Doll in der Pflicht und im Fokus. Peiffer habe "mit seinen Erfolgen ein paar Sachen überdeckt, wo wir mit dem Team nicht mehr ganz so gut dastanden", sagte Lesser über seinen kongenialen Zimmerpartner:

    "Seine Erfolge werden fehlen, das gab ja auch immer ein bisschen Rückenwind." Erik Lesser

    Im Gesamtweltcup will Lesser unter die besten Zehn, dazu einige Male aufs Podium: "Ich mache das Ganze ja nicht seit zehn Jahren, um am Ende nur hinterherlaufen. Ich will das Geschehen ja selber ein bisschen mitbestimmen."

    Das gilt auch für Doll. Doch die Rivalen sind schwer zu schlagen. Dies gilt in erster Linie für die bärenstarken Norweger um Überflieger Johannes Thingnes Bö und Herausforderer Sturla Holm Lägreid. "Ob wir uns mit denen streiten, wird sich noch zeigen", sagte Doll: "Da bin ich selber sehr gespannt." Sie hoffe aber schon, ergänzte Preuß, "dass wir mannschaftlich ein Stück näher rankommen und wieder breitere Schultern kriegen".

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