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Biathlon-Frauen: Neuer Input, bekannte Ziele | BR24

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Denise Herrmann

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    Biathlon-Frauen: Neuer Input, bekannte Ziele

    Die deutschen Biathletinnen gehen trotz der Enttäuschung über die abgesagten Weltcups in Ruhpolding optimistisch in die WM-Saison. Denise Herrmann und Vanessa Hinz fühlen sich gut gerüstet, auch wegen des neuen Schießtrainers.

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    Biathlon ist ein sehr komplexer Sport. Deshalb sind Herrmann und Hinz auch noch relativ zurückhaltend, wenn sie nach ihren Saisonzielen gefragt werden. "Sich im Gesamtweltcup wieder weit vorne zu platzieren, ist immer das Ziel", sagt Denise Herrmann, im vergangenen Winter Dritte in der Weltcupgesamtwertung, bei einer Video-Pressekonferenz. Dafür müsse aber viel stimmen.

    Denise Herrmann hat Gesamtweltcup im Blick

    Mit dem neuen Schießtrainer Engelbert Sklorz habe sie viel an den Abläufen am Schießstand gearbeitet. Der neue Coach habe auch Kleinigkeiten am Gewehr verändert. "Ich bin schon optimistisch, dass ich die eine oder andere Scheibe mehr treffe", sagt Herrmann, die aber auch ihre Paradedisziplin, das Laufen, nicht vernachlässigt hat. "In der Spitze wird es immer enger, da muss man dranbleiben", so die 31-Jährige. "Die Komplexleistung muss passen. Man muss praktisch in jedem Rennen seine Topleistung abrufen und darf nicht krank werden."

    Zu ihren schärfsten Konkurrentinnen um die große Kristallkugel zählt sie Titelverteidigerin Dorothea Wierer aus Italien, aber auch die Norwegerinnen Tiril Eckhoff und Marte Olsbu Röiseland sowie die Schwedin Hanna Öberg.

    © picture-alliance/dpa

    Vanessa Hinz

    Hinz: "Will stabiler durch die Saison kommen"

    Vanessa Hinz aus Schliersee ist da etwas defensiver als ihre Teamkollegin. Nach einem Bänderriss im Fuß musste die Vize-Weltmeisterin mehrere Wochen mit dem Training aussetzen und weiß noch nicht genau, wo sie steht. "So eine Medaille gibt einem immer einen Schub", so Hinz, die im kommenden Winter vor allem mehr Konstanz in ihre Leistungen bringen will: "Ich möchte einfach stabiler durch die Saison kommen. Ein Quäntchen Glück gehört da auch immer dazu."

    Hinz ist zuversichtlich, dass sie bis zum Saisonstart Ende November in Kontiolahti in Form sein wird. Sogar aus ihrer Verletzung zieht die 28-Jährige noch Positives: "Als ich nicht laufen konnte, habe ich den "Engerl" (Schießtrainer Engelbert Sklorz, d. Red.) für mich alleine gehabt. Ich find's immer gut, wenn neuer Input kommt, und er sieht viele Sachen, wo man sich fragt: Ist das wirklich so?"

    Kein Ruhpolding-Weltcup: "Ein bisschen unglaublich"

    Auch zur Absage der Weltcuprennen in Ruhpolding äußerten sich die Sportlerinnen. "Ich muss realistisch und froh sein, wenn ich überhaupt Wettkämpfe laufen darf", sagte Hinz bei der Video-Pressekonferenz. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie hatte der Weltverband IBU entschieden, dass im Januar 2021 zwei Weltcups direkt hintereinander im thüringischen Oberhof, dem WM-Ort von 2023, stattfinden sollen und dafür die Rennen in Bayern gestrichen werden. Erst 2022 geht es zu Wettkämpfen wieder in die Chiemgauer Alpen.

    "Es ist traurig und auch ein bisschen unglaublich, Ruhpolding gehört eigentlich dazu", sagte Ex-Weltmeisterin Denise Herrmann. Frauen-Bundestrainer Kristian Mehringer ergänzte: "Für uns ist es wichtig, dass wir in Deutschland überhaupt Weltcups machen können. Es sind ja beides unsere Heimstrecken. Ob es jetzt Oberhof oder Ruhpolding ist, ist mir relativ egal."

    Training in Coronazeiten praktisch ohne Einschränkungen

    Der Weltcup-Winter der Skijäger startet Ende November in Kontiolahti. Vor dem Abschluss-Lehrgang im finnischen Muonio wollen die Frauen auch noch weitere Trainingslager in Italien und der Schweiz absolvieren. Bislang sei die Mannschaft trotz einiger neuer Vorgaben durch die Corona-Krise bestens durch den Sommer gekommen. "Vom Training hatten wir null Einschränkungen", sagte Mehringer. Hinz meinte: "Es wäre Jammern auf sehr, sehr hohem Niveau, wenn man sich beschwert, dass nur noch vier Leute in den Kraftraum durften."