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Biathlon: Erster deutscher Staffel-Erfolg seit vier Jahren | BR24

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Bildrechte: picture-alliance/dpa

Nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft zeigte die deutsche Biathlon-Staffel in Nove Mesto ihre beste Saisonleistung. Das DSV-Quartett Erik Lesser, Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Philipp Nawrath siegte souverän vor der Staffel aus Russland.

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Biathlon: Erster deutscher Staffel-Erfolg seit vier Jahren

Nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft zeigte die deutsche Biathlon-Staffel in Nove Mesto ihre beste Saisonleistung. Das DSV-Quartett Erik Lesser, Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Philipp Nawrath siegte souverän vor der Staffel aus Russland.

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Von
  • Nicole Hornischer

Im letzten Staffelrennen der Saison wollte vor allem Erik Lesser beweisen, dass sein Ausfall in der WM-Staffel nur ein Ausrutscher war. Nach einer ganz schwachen Laufleistung des 32-Jährigen fiel das Team damals früh im Rennen auf den 20. Platz zurück und musste sich schließlich mit Rang sieben begnügen. Lesser ließ diesmal keine Zweifel an seiner Leistung aufkommen. Insgesamt musste der Thüringer nur zweimal nachladen. Und auch in der Loipe holte er alles aus sich raus und verwies den hochfavorisierten Norweger Sturla Holm Laegreid in die Schranken.

Mit einem Vorsprung von 3,9 Sekunden auf die fehlerfrei gebliebenen Norweger übergab Lesser als Führender auf Benedikt Doll. "Die Leistung von Pokljuka zu wiederholen, wäre schwer gewesen. Da war mein Betriebssystem nicht richtig geladen", sagte der 32-Jährige nach seiner bravourösen Vorstellung.

Peiffer baut Vorsprung aus

Und auch Doll lieferte einen guten Wettkampf. Auf den 7,5 Kilometer machte er Zeit gut, musste am Schießstand nur einmal nachladen und konnte die Führung weiter ausbauen. Zehn Sekunden hatten die deutschen Biathleten auf die Staffel aus Frankreich, die sich mittlerweile dank einer fehlerfreien Schießeinlage von Quentin Fillon Maillet auf den zweiten Rang vorschieben konnte. Weltmeister Norwegen fiel nach einer Strafrunde von Johannes Dale auf den achten Platz zurück. "Es macht Tausendmal mehr Spaß, vorne weg zu laufen", sagte Doll im ZDF.

Als dritter deutscher Biathlet ging Arnd Peiffer auf die Runde. Der Silbermedaillengewinner im Einzel spielte seine ganze Routine aus. Nur im Stehendschießen musste er bei starkem Wind einmal nachladen, andere Nationen hatten da mehr Probleme. Der 33-Jährige baute seinen Vorsprung auf 36,7 Sekunden auf Frankreich aus.

Nawrath mit bravourösen Vorstellung

Schlussläufer war überraschend Philipp Nawrath. Damit ersetzte der Allgäuer bei seiner Rückkehr ins Weltcupteam Roman Rees, der bei der WM in Pokljuka noch dabei war. Nawrath konnte in diesem Winter noch keine Weltcup-Punkte einsammeln, hat jedoch ordentliche Leistungen im IBU-Cup, der zweithöchsten Wettkampf-Klasse nach dem Weltcup gezeigt.

In Nove Mesto meisterte der 28-Jährige seine Aufgabe. Im ersten Schießen musste er einmal nachladen und ging mit einem Vorsprung von 1:41 Minuten auf Norwegen raus. Nawrath profitierte dabei auch von dem Missgeschick des Franzosen: Emilie Jacquelin traf kein einziges Mal, musste viermal in die Strafrunde und fiel weit zurück. Beim Stehendschießen blieb Nawarath fehlerfrei und brachte den ersten deutschen Staffelsieg seit vier Jahren souverän ins Ziel. Russland wurde Zweiter mit einem Rückstand von 1:21,7 Minuten (0/8). Auf Platz drei landete das Quartett um Weltmeister Norwegen (+1:33,2 Min/3/9).

"Balsam für die Seele"

"Die Mannschaft hat sich mit einem sensationellen Rennen belohnt. So schnell kann es im Biathlon gehen. So ein Sieg nach so langer Zeit hat immer eine besondere Bedeutung. Das ist Balsam für das ganze Team und zeigt, dass richtig viel Potenzial in dem Team steckt. Das hat die Mannschaft eindrucksvoll bewiesen", sagte Bundestrainer Mark Kirchner.