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    Bewegungsgipfel in Berlin: Menschen zum Sport animieren

    Marode Sportstätten, wenig Schulsport, hohe Kosten - der Breitensport braucht Hilfe. Der Bewegungsgipfel soll ein Startschuss sein und die Menschen auf Trab bringen.

    Der erste Bewegungsgipfel in Berlin (13.12.2022) war der Beginn einer gemeinsamen Anstrengung von Bundesministerien und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Ziel dieser Initiative ist, dem weitverbreiteten Bewegungs- und Sportmangel bei Jung und Alt in Deutschland entgegenzuwirken. Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (beide SPD) haben den Bewegungsgipfel in der Max-Schmeling-Halle ausgerichtet.

    Sport das "beste Medikament"

    Die bei dem Treffen verabschiedete Gipfel-Erklärung sieht eine Reihe von Initiativen vor. Kern ist ein Entwicklungsplan Sport als "nationale, auf Dauer angelegte Kampagne". Bis zum nächsten Jahr sollen konkrete Vorschläge erarbeitet werden, die besten werden ab 2024 umgesetzt. Dies sei eine "extrem wichtige Initiative, die wir schon in der Vergangenheit gebraucht hätten", sagte Gesundheitsminister Lauterbach.

    Der SPD-Politiker war in Retro-Trainingsjacke erschienen und betonte: "Sport ist das beste Medikament, das wir je erfunden haben." Mit am Tisch saßen neben Lauterbach und Faeser Vertreter sieben weiterer Bundesministerien sowie von Bundestag, Ländern und Kommunen und des organisierten Sports.

    Lage des Sports und der Bewegung in Deutschland

    Auf den ersten Blick ist Deutschland ein sportliches Land. Im DOSB sind 27 Millionen Menschen in 87.000 Vereinen organisiert. Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Robert Koch-Instituts (RKI) weisen aber auf eine kritische Situation in Bezug auf die körperlichen Aktivitäten der Bevölkerung hin.

    Laut RKI erreichen lediglich ein Viertel der Kinder und Jugendlichen und nur ein Fünftel der Erwachsenen die Empfehlungen zur Bewegung. Der jüngste WHO-Bericht zeigte zudem, dass 44 Prozent der Frauen und 40 Prozent der Männer über 18 Jahre aktiver werden müssten. Außerdem bewegten sich 88 Prozent der Mädchen und 80 Prozent der Jungen zu wenig.

    Ziel des Bewegungsgipfels

    Nach der Premiere des Bewegungsgipfels soll im nächsten Jahr die Detailarbeit zu Handlungs- und Problemfeldern beginnen. Das soll zu einem Entwicklungsplan Sport und einer Strategie zur Umsetzung führen. Ein Fokus liegt auf den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen, die durch die Schließung von Sportanlagen und den Ausfall von Sportunterricht in der Corona-Pandemie besonders betroffen waren.

    Sport ist "unverzichtbar"

    Dass keine Fachpolitiker der Oppositionsparteien eingeladen worden seien, stieß indes auf heftige Kritik. "Dieses Gebaren zeigt, dass es der Bundesregierung nur um ihre Selbstdarstellung geht", sagte der sportpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stephan Mayer. Er bezeichnete den Gipfel als "Fehlstart".

    Kerstin Holze, Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), sagte, sie erhoffe sich durch den Gipfel das Signal für einen Kulturwandel. Sport sei keine schöne Option, "sondern unverzichtbar". Wie zum Beweis lärmten im Hintergrund auf dem Hallenparkett junge Sportlerinnen und Sportlern im Rollstuhl und eine Kinder-Basketballgruppe.

    Kinder und Jugendliche im Fokus

    Die Jüngsten stehen ganz besonders im Fokus der Initiativen. Nur etwa ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland bewegt sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts ausreichend. Unter den Erwachsenen ist es gar nur ein Fünftel. In der Corona-Pandemie meldeten sich viele Familien mit ihren Kindern aus den Sportvereinen ab. "Das wollen wir reaktivieren", sagte Faeser.

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