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    Bayerns Fußballverband lässt Klubs über Saisonabbruch abstimmen

    Der Bayerische Fußballverband (BFV) bricht die Saison 2019/21 wegen der Corona-Pandemie ab. Wie gewertet wird, ist allerdings offen. Der Verband lässt seine Mitgliedsvereine über die zentrale Fragen abstimmen: Soll es Absteiger geben?

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    • BR24 Sport

    Bayerns Amateurfußballer werden die Spielzeit 2019/20 und die nicht begonnene Saison 2020/21 nicht zu Ende spielen. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) sieht angesichts der späten Lockerungen in der Corona-Pandemie keine Chance mehr, die Saison zeitlich sinnvoll zu beenden.

    Unklar ist allerdings, wie die angefangene Saison 2019/20 gewertet wird. Gibt es Aufsteiger? Gibt es Absteiger? Der BFV lässt seine Mitgliedsvereine über zwei mögliche Szenarien abstimmen.

    BFV: "Entscheidung auf breiter demokratischer Basis"

    "Es war unser Ziel, unter Berücksichtigung der Vielzahl rechtlicher und spieltechnischer Belange zu prüfen, inwieweit es möglich ist, eine Entscheidung auf breiter demokratischer Basis herbeizuführen. Das ist in unseren Augen der beste Weg", wird BFV-Vizepräsident Robert Schraudner in einer Verbandsmitteilung zitiert.

    Eine Arbeitsgruppe unter Schraudner hatte sich schon seit Monaten mit möglichen Abbruchszenarien auseinandergesetzt. Bereits Ende März hatte sich der BFV eine Deadline gesetzt: Sollte bis zum 3. Mai kein Trainingsbetrieb in Bayern möglich sein, müsse über den Saisonabbruch entschieden werden.

    Da die am Montag in einer neuen Version in Kraft tretende 12. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung "nahezu uneingeschränkten Trainingsbetrieb" nicht zulässt, habe "das BFV-Gremium nun die nächsten Schritte eingeleitet", teilte der Verband nach einer Sitzung am Donnerstagabend (06.05.2021) mit.

    Szenario 1: Die gültige Spielordnung greift

    In der aktuellen Spielordnung des BFV, die während der Corona-Pandemie wegen der Ausnahmesituation angepasst wurde, würde es im Abbruchfall Auf- und Absteiger geben.

    Die Spielordnung sieht hierfür im Paragraf 93 eine Quotienten-Regelung vor. "Sofern bei 75% der Mannschaften aus der jeweiligen Spielgruppe mindestens 50% der Verbandsspiele ausgetragen bzw. durch die Sportgerichte gewertet wurden", würde die Saison regulär gewertet. Es gäbe also Auf- und Absteiger.

    Der Tabellenstand würde dabei ebenfalls mittels eines Quotienten ermittelt: Die erzielten Punkte werden bei jeder Mannschaft durch die absolvierten Spiele geteilt. Die Mannschaft mit dem größten Quotienten ist Erster, die übrigen Teams folgen in absteigender Reihenfolge nach ihrem Quotienten.

    Szenario 2: Keine Absteiger

    Allerdings versucht der BFV durch die geplante Abstimmung unter seinen Mitgliedern, ein breites Votum einzuholen. Die Alternativariante ist, dass sich die Klubs für eine Wertung "Nur Aufsteiger, keine Absteiger" entscheiden.

    Was Tabellenreihenfolge & Co. betrifft, würde wie im ersten Szenario eine Quotienten-Regelung greifen. Der BFV weist schon jetzt darauf hin, dass je nach Ausgang der Abstimmung ein außerordentlicher Verbandstag nötig sein könnte, um Abweichungen von der Spielordnung zu beschließen.

    Seminare für die Vereine, dann die Abstimmung

    Der BFV will vor der Abstimmung umfassend über die möglichen Auswirkungen beider Modelle informieren. Am 14. und 15. Mai sollen in allen sieben bayerischen Regierungsbezirken Online-Seminare stattfinden.

    Die Abstimmung selbst soll nach aktueller Planung vom 14. bis zum 18. Mai durchgeführt werden. Die Abstimmung betrifft den Liga-Spielbetrieb bei Frauen (ab Bayernliga abwärts) und Männern (ab Regionalliga abwärts) sowie den Frauen-Verbandspokal.

    Vereine möglicherweise gespalten

    Innerhalb der Vereine waren in den vergangenen Wochen verschiedenste Varianten gefordert worden: Einige Klubs wollten die Regelung der gültigen Spielordnung, andere sträubten sich gegen den Abstieg. Daneben gab es Vereine, die sich sogar für eine Fortsetzung der Saison über den 30. Juni hinaus eingesetzt hatten.

    "Für uns war es nicht möglich, die völlig unterschiedlichen Stimmungslagen in ganz Bayern in die eine oder andere Richtung zu interpretieren. Der Vorstand hat klar entschieden, dass ein Alternativmodell zur jetzt gültigen Regelung angeboten wird – und er sich unabhängig vom Ausgang daran gebunden sieht". BFV-Vizepräsident Schraudner

    Entscheidung am 18. Mai oder Verbandstag

    Sollten sich die Mehrheit der BFV-Mitglieder für das erste Szenarion entscheiden, will der Verbandsvorstand am 18. Mai Saisonabbruch und Wertung beschließen. Kommt es zum Szenarion zwei, soll ebenfalls am 18. Mai noch direkt ein außerordentlicher Verbandstag einberufen werden. Dann müsste Paragraf 93 der Spielordnung geändert werden.