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Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Der FC Bayern München hat erstmals seit 32 Pflichtspielen wieder verloren. Der "Quadruple"-Gewinner kam beim neuen Bundesliga-Tabellenführer 1899 Hoffenheim mit 1:4 unter die Räder.

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Bayern verliert 1:4 in Hoffenheim - erste Pleite nach 32 Spielen

Ein Ex-Bayern-Trainer stoppt Hansi Flicks Lauf: Sebastian Hoeneß und 1899 Hoffenheim haben mit einem 4:1-Erfolg gegen den FC Bayern München die Siegesserie des Rekordmeisters beendet. Zuvor hatten die Bayern 32 Spiele in Folge nicht verloren.

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Von
  • Bernd R. Eberwein

Erwartungsgemäß schonte FC-Bayern-Trainer Hansi Flick in Hoffenheim einige Akteure aus der 120-Minuten-Supercup-Schlacht gegen den FC Sevilla. Lucas Hernández, Niklas Süle, Leon Goretzka und Robert Lewandowski nahmen zunächst auf der Bank Platz, dafür rutschten Jérôme Boateng, Alphonso Davies, Corentin Tolisso und Joshua Zirkzee in die Startelf.

FC Bayern drückt, Hoffenheim kontert und trifft

Am gewohnten Bayern-Spiel mit offensivem Pressing änderte Flicks Rotation nichts. Aber: Hoffenheim wagte sich nach der ersten Münchner Druckphase ebenfalls nach vorne - und ging wie der FC Sevilla sogar in Führung. Ermin Bicakcic verlängerte eine gefährlich geschnittene Dennis-Geiger-Ecke mit dem Scheitel ins lange Toreck, der dort postierte Davies versuchte vergeblich, den Ball noch von der Linie zu köpfen (16.).

Und Hoffenheim legte nach: Immer wenn die Hausherren auf schnelle Konter setzten, wirkte die Bayern-Abwehr überfordert. Andrej Kramaric hebelte mit einem einzigen Steilpass - noch abgefälscht von Verteidiger Benjamin Pavard - die gesamte Bayernabwehr aus.

Hoffenheims Munas Debbur ließ sich die Chance, allein vor Manuel Neuer, nicht entgehen und hob den Ball über den Keeper zum 2:0 ins Netz. Auch danach wirkte Hoffenheim bei seinen schnellen Vorstößen dem 3:0 näher als die Bayern dem Anschlusstreffer.

Kimmich bringt FC Bayern ins Spiel zurück

Die Münchner Angriffe wohl am besten als "wütend" zu umschreiben, präzise waren sie nicht. Der Anschlusstreffer insofern durchaus überraschend. Nach mehreren Stationen erreichte der Ball Joshua Kimmich kurz vor dem Sechzehnmeterraum. Der fasste sich ein Herz und schlenzte perfekt in den Winkel - Bayern war wieder im Spiel (36.).

Doch die Hoffenheimer wirkten durch den Anschlusstreffer keineswegs geschockt. Nur Neuer und die Latte verhinderten in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs das 3:1 durch Andrej Kramaric.

Flicks Wechsel bringen keinen frischen Schwung

Hansi Flick reagierte auf die durchwachsene Vorstellung in Durchgang eins, allerdings nicht sofort. Erst nach 57 Spielminuten kamen Lewandowski (für Zirkzee) und Goretzka (für Pavard). Bis dahin hatten beide Teams nach dem Seitenwechsel nicht viel mehr als ein zähes Hin und Her im Mittelfeld präsentiert, Zirkzee immerhin mit einem Pfosten-Lattentreffer kurz vor seiner Auswechslung einmal für Gefahr gesorgt.

Auf dem Spielfeld änderte sich aber auch nach den Wechseln wenig im Vergleich zur ersten Halbzeit: Bayern drängte mit phasenweise über 70 Prozent Ballbesitz zwar auf den Ausgleich, Hoffenheim wirkte bei schnellen Kontern weiter gefährlich. Als Hansi Flick Youngster Jamal Musiala (für Corentin Tolisso) und den gerade aus der Corona-Quarantäne zurückgekehrten Kingsley Coman (für Leroy Sané) aufs Feld schickte (73.), wirkte das fast schon etwas verzweifelt.

Die Bayern fanden weiter kein Mittel gegen die Hoffenheimer Defensive und bleiben hinten weiter anfällig. Andrej Kramaric vollendete einen erneut schnellen Angriff zum 3:1 (77.), ein Aufbäumen der Münchner blieb aus. Hoffenheim wirkte auch in den Schlussminuten frischer als die Bayern, die einen Tag zum Vergessen erlebten.

Bei einem weiteren Konter in der Nachspielzeit konnte Torwart Neuer den auf ihn zustürmenden Hoffenheimer Ihlas Bebou nur per Foul stoppen, den fälligen Strafstoß verwandelte Kramaric zum 4:1-Endstand für den neuen Bundesliga-Tabellenführer Hoffenheim.

Imposante Bayern-Serie beendet

Die Hoffenheimer beendeten durch den Sieg zwei eindrucksvolle Serien der Bayern. Die Münchner hatten zuletzt 32 Pflichtspiele in Folge nicht verloren (31 Siege, ein Unentschieden). Die vergangenen 23 Pflichtspiele hatte der FC Bayern gewonnen. Das war zuvor noch nie einem Team aus einer europäischen Spitzenliga gelungen. Bisheriger Rekordhalter war Real Madrid im Jahr 2014 mit 22 Siegen in Folge unter dem früheren Bayern-Trainer Carlo Ancelotti.

1899 Hoffenheim - FC Bayern München 4:1 (2:1)

Hoffenheim: Baumann - Posch, Vogt, Bicakcic (38. Skov) - Akpoguma, Samassekou, Kaderabek - Baumgartner (59. Gacinovic), Geiger (58. Bebou) - Dabbur (80. Grillitsch), Kramaric. Trainer: Hoeneß

München: Neuer - Pavard (57. Goretzka), Jerome Boateng, Alaba, Davies - Kimmich, Tolisso (72. Musiala) - Thomas Müller - Gnabry, Zirkzee (57. Lewandowski), Leroy Sane (73. Coman). Trainer: Flick

Schiedsrichter: Benjamin Brand (Unterspiesheim)

Tore: 1:0 Bicakcic (16.), 2:0 Dabbur (24.), 2:1 Kimmich (36.), 3:1 Kramaric (77.), 4:1 Kramaric (90.+2, Foulelfmeter)

Zuschauer: 6.030

Beste Spieler: Kramaric, Baumann - Neuer, Kimmich

Gelbe Karten: Geiger, Baumgartner, Kramaric - Neuer, Boateng

Statistik: Torschüsse 17:14, Ecken 3:5, Ballbesitz 34:66 Prozent, Zweikämpfe 107:106

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