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Bayern-Trainer Kovac: Mehr Klartext, weniger "Dichter" | BR24

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Niko Kovac will weiter Klartext reden. Allerdings weniger als Dichter: Doch der Satz "die Einfachheit ist die Schwierigkeit. Darin liegt auch die Schönheit" hat schon was Philospohisches.

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Bayern-Trainer Kovac: Mehr Klartext, weniger "Dichter"

Niko Kovac hat seine kritischen Aussagen nach der abgewendeten DFB-Pokal-Blamage beim VfL Bochum verteidigt. Der Trainer des FC Bayern will weiter offen seine Meinung sagen. "Ich werde mich nicht ändern", so der 48-Jährige.

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Nach dem 2:1-Duselsieg im Pokal gegen den VfL Bochum und diverser Aussagen von Trainer und Bayern-Spielern warteten viele gespannt auf die Pressekonferenz vor dem Spiel bei Eintracht Frankfurt. Eins stellte Trainer Kovac schnell klar: "Ich werde mich und meine Person und meinen Charakter nicht ändern. Wenn wir anfangen, jetzt über Ehrlichkeit zu reden, dann können wir eine Grundsatzdiskussion führen, und dann haben wir ein Problem", meinte Kovac.

"Wenn die Ehrlichkeit in der heutigen Zeit nicht mehr erwünscht ist, dann können wir alle einpacken und dann haben die anderen, die anders sind, bessere Chancen, besser wegzukommen. Da bin ich der Falsche." Niko Kovac

"Der FC Bayern hat auch tolle Fans"

Bei den Fans des Rekordmeisters stieß nach dem Bochum-Spiel vor allem eine Aussage von Kovac auf: "Frankfurt hat die besten Fans der Liga." Nun ruderte der Ex-Eintracht Trainer zurück und versuchte, seine Aussage zu relativieren. "Ich habe mich auf eine Choreo der Frankfurter Fans bezogen. Wir haben auch tolle Fans. Ich weiß, wie wichtig sie für uns und für mich sind."

"Ich habe nicht gesagt, dass wir schlechte Fans haben." Niko Kovac

"Mannschaft arbeitet nicht gegen mich"

Ein weiterer Satz, der am Dienstagabend aufhorchen ließ, war folgender: "Das, was der VfL nach dem Spiel gegen Kiel in der Kürze der Zeit hinbekommen hat, war einzigartig. Daran sieht man: Wenn alle das machen, was der Trainer sagt, dann funktioniert es", lobte der 48-Jährige seinen Bochumer Trainerkollegen Thomas Reis. Viele interpretierten das so, als ob das Team gegen den Coach arbeiten würde. Kovac stellte nun klar: "Die Mannschaft arbeitet nicht gegen mich. Wir sprechen die Sachen an, aber die Jungs setzen es einfach nicht um."

"Es wird immer interpretiert, wie man möchte. Vielleicht muss ich klarer sein in meinen Aussagen und darf nicht wie ein Dichter alles erzählen." Niko Kovac

Viele Spieler fanden in den letzten Tagen nach den eher mäßigen Leistungen der Bayern deutliche Worte: Leon Goretzka sprach von mangelndem Spaß, Kapitän Manuel Neuer stellte die Charakterfrage ("Wir müssen darüber nachdenken, wie wir uns präsentieren"), Serge Gnabry vermisste die Leichtigkeit. Wie will Kovac seine Mannschaft aus diesem Tief herausholen? "Die Jungs müssen durch sicheres Spiel ihr Selbstvertrauen wiederbekommen. Das gelingt uns zurzeit nicht mehr. Wenn Sie fünf Mal den Ball verlieren, wird es schwierig, sich ein sechstes Mal anzubieten. Deswegen muss man versuchen, von Beginn an in einen Rhythmus zu kommen. Wenn die Angst in den Knochen steckt, wird es schwierig. "

"Die Einfachheit ist die Schwierigkeit. Darin liegt auch die Schönheit." Niko Kovac

Kovac fordert mehr Leidenschaft

Im Hinblick auf das Spiel gegen Eintracht Frankfurt (Samstag, Anstoß 15.30 Uhr, Liveeinblendungen bei Heute im Stadion) ermahnte er seine Mannschaft: "Ich erwarte mehr Leidenschaft in den Zweikämpfen. Wir müssen ab der erste Minute hellwach sein, sonst kommen wir wieder schnell in Rückstand." Und bemerkte: "Gegen gute Mannschaften haben wir bisher gut gespielt - Frankfurt ist eine sehr gute Mannschaft."

Immerhin könnte bei Eintracht Frankfurt Javi Martínez wieder mit dabei sein. Der spanische Defensivspieler habe am Donnerstag wieder mittrainiert, berichtete Kovac.