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Die Zukunft der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beginnt jetzt: Mit Jamal Musiala vom FC Bayern und dem Leverkusener Florian Wirtz stehen zwei hochtalentierte Jungstars erstmals in der Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw. Lernen ist angesagt.

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Bayern-Teenie Musiala erstmals in der DFB-Auswahl

Die Zukunft der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beginnt jetzt: Mit Jamal Musiala vom FC Bayern und dem Leverkusener Florian Wirtz stehen zwei hochtalentierte Jungstars erstmals in der Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw. Lernen ist angesagt.

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Jamal Musiala vom FC Bayern München und Florian Wirtz von Bayer 04 Leverkusen stehen für die Marschroute von Bundestrainer Joachim Löw und die Verjüngungskur der DFB-Auswahl. Die Offensivkräfte wurden zum ersten Mal für die deutsche Nationalmannschaft nominiert. "Ich freue mich sehr, dass beide dabei sind", stellte Direktor Oliver Bierhoff vor dem Start in die WM-Qualifikation mit den Spielen gegen Island (25. März), in Rumänien (28. März) und gegen Nordmazedonien (31. März) fest. Beide Offensivtalente sollen nun behutsam an das höchste Level herangeführt werden.

Büffeln für die Schule und den Führerschein

Florian Wirtz wirkte zwischen den "Großen" noch ein wenig verloren, als er im Rapper-Shirt sein DFB-Köfferchen in die Lobby des Düsseldorfer Hotels zog. Der 17-Jährige aus den Reihen von Bayer 04 Leverkusen soll bei der Nationalmannschaft lernen, das hat ihm Löw aufgetragen - nicht nur auf dem Platz. "Erstmals gehört zu unserem Betreuerstab ein Lehrer, weil Florian Abitur macht", berichtete DFB-Direktor Oliver Bierhoff. Lehrer im DFB-Tross sind bei Junioren-Länderspielen üblich. Bei der A-Auswahl sorgt Wirtz nun für die Pauker-Premiere.

Auch Musiala muss büffeln: Der 18-Jährige lernt für den Führerschein. Für den Bayern-Mittelfeldspieler dürfte es etwas leichter sein als für Wirtz, sich in der Auswahl zu integrieren - er bringt mit Manuel Neuer, Joshua Kimmich und Leon Goretzka gleich mehrere "Bodyguards" mit und kommt aus einer Blase des Erfolgs.

Schritt für Schritt heranführen

Löw will seine Jungstars "mit riesigem Potenzial" keinesfalls ins kalte Wasser werfen. "Es gehört zu unserer Verantwortung, sie Schritt für Schritt heranzuführen", betonte der Trainer vor den Übungseinheiten. "Sie sollen die Abläufe lernen." Damit sie eben nicht hilflos herumstehen oder "sechs-, siebenmal den Wecker überprüfen", wie Musiala es vor seinem ersten Bayern-Training tat.

Der Debütant vom deutschen Rekordmeister kann unbeschwert durchstarten, er müsste sich sehr willkommen fühlen. Denn Bierhoff und Löw überzeugten Musiala davon, dass eine Entscheidung für die deutsche Nationalmannschaft genau die richtige ist. "Ich habe auf mein Gefühl gehört", meinte der 18-Jährige, der mit sieben Jahren aus Fulda für neun Jahre nach England zog und dort in den Jugendmannschaften kickte.

Keine Einsatz-Garantie

Der Bundestrainer hat aber weder ihm noch Wirtz, der sämtliche deutsche U-Nationalmannschaften durchlaufen hat, rosarote Wölkchen gemalt. Es wäre reizvoll, Musiala mit einem ersten Pflichtspieleinsatz endgültig an den Deutschen Fußball-Bund zu binden, aber so wird Löw nicht denken. Schließlich sind die Spiele immens wichtig. Der 61-Jährige betonte: "Wir haben keinerlei Versprechungen gemacht."

Für den Bundestrainer ist es ein Schlüssellehrgang. Nach der Rückzugsankündigung erlebt Bierhoff einen "sehr enthusiastischen" Löw. Er sei in einer neuen, vorteilhaften Position: "Ein Trainer, der weiß, das ist sein letztes Turnier, trifft seine Entscheidungen wirklich in freier Konsequenz. Jogi kann das Optimum für den Moment herausholen - das ist gut", beschrieb Bierhoff die aktuelle Ausgangslage.

Bierhoff bringt Kuntz als Löw-Nachfolger ins Spiel

Der Direktor spielt bei der Suche nach einem Erben für Löw weiter auf Zeit, verriet aber: "Ich habe wirklich keine Eile, weil wir DFB-intern eine gute Lösung haben." Diese Lösung könnten U21-Coach Stefan Kuntz und/oder Löws Assistent Marcus Sorg sein. Vor allem Kuntz bezeichnete Bierhoff als einen "starken Kommunikator", der im DFB eine "hohe Wertschätzung" genieße.