BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR24 Sport
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Der Respekt vor dem FC Bayern ist groß. "Die Bayern haben der Fußballwelt eine Lehrstunde gegeben", sagt Lyons Sportdirektor Juninho. Die Franzosen strotzen vor dem Halbfinalduell aber wie die Münchner vor Selbstbewusstsein.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Bayern-Gegner Lyon strotzt vor Selbstvertrauen

Überraschungs-Halbfinalist Olympique Lyon hat in der Champions League bereits Juventus Turin und Manchester City ausgeschaltet. Nun wartet der FC Bayern München. Und der sollte vor den selbstbewussten Franzosen gewarnt sein.

Per Mail sharen
Von
  • BR24 Sport

Von falscher Bescheidenheit hält man bei Olympique Lyon in diesen Tagen nicht viel. Nach dem 3:1-Coup im Viertelfinale der Champions League gegen Manchester City rechnen sich die Franzosen im Halbfinale einiges aus - auch wenn der Gegner am Mittwoch (21.00 Uhr/live und in voller Länge auf B5 aktuell und im Audio-Livestream) der angeblich übermächtige FC Bayern München ist.

"Wir haben Juventus Turin geschlagen, das ein Favorit auf die Champions League war. Wir haben Manchester City besiegt, das ebenfalls ein Anwärter war. Gegen Bayern ist die Ausgangslage genauso", sagte Trainer Rudi Garcia. Und Sportdirektor Juninho fügte selbstbewusst hinzu: "Wir können mittlerweile jeden schlagen."

© BR Sport
Bildrechte: BR

Der FC Bayern muss auf dem Weg ins Finale an Olympique Lyon vorbei. "Eine Mannschaft, die man nicht unterschätzen darf", sagt BR-Sportreporter Taufig Khalil. Trainer Rudi Garcia sei sehr clever und setzt auf einen taktisch disziplinierten Auftritt.

Juninho: Schwächen in Bayern-Defensive nutzen

Das klingt nach ganz breiter Brust bei den Franzosen. Natürlich haben sie aber auch Respekt vor den neuen Bayern. Das 8:2 des deutschen Rekordmeisters im Viertelfinale gegen den ruhmreichen FC Barcelona hat auch beim siebenmaligen französischen Meister Eindruck hinterlassen. "Das war eine Fußball-Lehrstunde", urteilte Juninho, der im Mai 2019 als Sportdirektor zu Olympique zurückkehrt war: "Der FC Bayern ist eine Inspiration für mich. Es beginnt mit der Torwart und endet mit Lewandowski."

Doch die sportliche Leitung von Lyon hat auch Schwachpunkte im Bayern-Spiel entdeckt. So habe Barcelona vor dem Tor-Tsunami einige Chancen gehabt, die die Katalanen aber nicht nutzen konnten. "Ich denke, da fehlte ihnen die Aggressivität, aber auch die Demut. Wir müssen in diesen Bereichen mehr tun", sagte Juninho, der von 2001 bis 2009 für Lyon spielte und die goldene Ära als Regisseur und Kunstschütze prägte.

© picture-alliance/dpa
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Olympique-Coach Rudi Garcia

Neue Energie seit dem Re-Start

Bei aller Zuversicht ist es jedoch weiterhin eine große Überraschung, dass Lyon den Sprung ins Halbfinale geschafft hat. In der Liga kam Olympique nur auf Rang sieben, zudem musste man mit Lucas Tousart in diesem Sommer einen wichtigen Spieler an Hertha BSC abgeben.

Dennoch ging es nach dem Restart aufwärts. "Die Mannschaft trainierte anders, die Spieler wirkten reifer, hatten mehr den Wunsch, füreinander zu spielen", sagte Juninho. Das Verdienst für diese positive Entwicklung gebühre vor allem Trainer Gracia, betonte der Sportdirektor.

Auch Bayerns Mittelfeldspieler Corentin Tolisso ist vom Aufstieg seines Ex-Klubs überrascht. Der 26-Jährige wechselte schon mit 13 Jahren zu Olympique, ehe es 2017 zu den Münchnern ging. "Als ich Lyon verließ, habe ich mich immer gefragt, ob ich jemals wieder gegen sie spielen werde. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass es im Halbfinale der Champions League so weit sein würde", sagt Tolisso heute.

Dembelé: "Wir sind bereit"

Zu den bekanntesten aktuellen Spielern bei den Franzosen, die es in der Vorrunde unter anderem mit RB Leipzig zu tun hatten (2:0, 2:2), gehören der niederländische Top-Stürmer Memphis Depay und Torjäger Moussa Dembelé, der mit seinen zwei Toren den Sieg gegen Manchester City besiegelte.

Für die besondere Strategie ist Trainer Garcia zuständig, der seit Oktober 2019 im Amt ist. Gegen City ließ er Dembelé überraschend 75 Minuten auf der Bank schmoren, ehe der 24-Jährige doch noch ins Spiel kam und gleich aufdrehte. Gegen Bayern hofft Dembelé wieder auf einen Einsatz von Beginn an. Der deutsche Doublesieger sei ein schwerer Gegner, sagte Dembele, "ein großer Klub, doch wir sind bereit".