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Bayern-Frauen-Trainer Wörle ist vom Verein enttäuscht | BR24

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Neun Jahre lang war Thomas Wörle Trainer der Fußballfrauen vom FC Bayern. Mit einem 5:0-Sieg in Mönchengladbach und dem Vizemeister-Titel verabschiedete er sich von den Münchnerinnen.

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Bayern-Frauen-Trainer Wörle ist vom Verein enttäuscht

Für Trainer Thomas Wörle ist nach neun Jahren Schluss bei den FC Bayern-Frauen. Mit dem 37-Jährigen rückten die Münchnerinnen zu den Spitzenteams der Liga auf. Dass sein Vertrag nicht verlängert wurde, kann er nicht nachvollziehen.

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Wörle hat aus einer Mittelklassemannschaft ein schlagkräftiges Top-Team geformt. Die Mannschaft wurde unter seiner Regie zweimal Deutscher Meister und einmal Pokalsieger. Fünfmal in Folge spielten die Münchnerinnen in der Champions League, zuletzt gelang erstmals in der Vereinsgeschichte der Sprung ins Halbfinale. Die aktuelle Saison beendeten die Münchnerinnen als Vizemeister. Trotz seiner Erfolge muss der gebürtige Schwabe den Verein jetzt verlassen.

Wörle hätte gerne weitergemacht

Verstehen kann es der ehemalige Mittelfeldspieler nicht. "Ich will nicht nachtreten. Ich weiß nur, was hier in den letzten Jahren passiert ist, ist einfach nicht korrekt gewesen", bemängelt der Coach, der dabei dennoch ein Stück weit mit der Vereinsführung abrechnet. Man habe vom Hauptverein "zu wenig Unterstützung bekommen". Wörle sieht sich am Ende des Tages "als kleines Bauernopfer, mehr nicht." Enttäuscht habe ihn auch die Art und Weise, "weil ich es so nicht verdient habe."

Im letzten Juli wurde dem 37-Jährigen mitgeteilt, dass sein auslaufender Vertrag nicht verlängert werde. "Das war nicht so, dass ich gehen wollte", so Wörle. Im Oktober machte es der Verein öffentlich. Es sei das Ergebnis einvernehmlicher Gespräche zwischen Managerin Karin Danner und Thomas Wörle gewesen, hieß es in der Pressemitteilung. Wörle hatte sich allerdings noch nicht am Ende seiner Möglichkeiten gesehen: "Ich hätte mit meiner Mannschaft noch Jahre weiter gehen können, weil ich gespürt habe, dass wir immer noch an einem Strang ziehen."

Trotz Hürden erfolgreich

Managerin Danner wollte sich bislang nicht äußern. Auch Wörle möchte über die genauen Gründe nicht reden. Allerdings klafften wohl Anspruch und Wirklichkeit bei einigen Verantwortlichen weit auseinander. Auch nach den beiden überraschenden Meistertiteln 2015 und 16. Schon nach den ersten Erfolgen habe er Veränderungen angemahnt, erklärt Wörle. Auch, "dass wir professionelle Bedingungen bekommen. Weil, wir hatten definitiv nicht die beste Mannschaft." Dennoch spielte das Team auf hohem Niveau. Deshalb "glaube ich, kann man stolz drauf sein, dass wir die letzten fünf Jahre immer Erster oder Zweiter geworden sind." Eine unglaubliche Konstanz an der Wörle einen entscheidenden Anteil hatte.

Auch versöhnliche Töne zum Abschluss

Das sehen auch seine Spielerinnen Manuela Zinsberger und Nicole Rolser so. "Er hat den FC Bayern geprägt, die Frauenabteilung", so Berger. "Ich habe ihm viel zu verdanken und hoffe einfach, dass er seinen Weg weitergeht", ergänzt Holzer. "Ich bin aber fest davon überzeugt, dass er das machen wird, weil er einfach zu viel Qualitäten hat und ein Top-Trainer ist."

Wörle muss die Entscheidung akzeptieren und will jetzt erst mal den Kopf durchlüften. Dann wird er die Ausbildung zum Fußballlehrer in Köln angehen und sich mehr um die Familie kümmern, als in den letzten neun Jahren. Die Zeit beim FC Bayern will er trotz der vielen Schwierigkeiten positiv in Erinnerung behalten. "Ich bin natürlich auch dankbar, vor allem für die Chance, die ich bekommen habe, zu Beginn meiner Trainer-Karriere."