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Bastian Schweinsteiger - der Junge aus Oberaudorf in Chicago | BR24

© picture-alliance/dpa

Bastian Schweinsteiger im Stadion von Chicago Fire

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Bastian Schweinsteiger - der Junge aus Oberaudorf in Chicago

Der Oberaudorfer Bastian Schweinsteiger hat in seiner Karriere fast alles gewonnen, was man im Fußball holen kann. Seit rund zwei Jahren spielt er in der US-amerikanischen Profiliga bei Chicago Fire. Wie lange noch, will er im Herbst entscheiden.

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"Ich spüre natürlich auch, dass ich mich verändert hab'. Ich bin, man wird erwachsener - was für mich normal ist, wenn man auf die 35 zugeht", sagt er. Trotzdem betont er, dass er "als Mensch immer noch der Basti ist", sagt Schweinsteiger. Seit 2017 spielt er bei Chicago Fire in den USA. Wenn man den einstigen Filou reden hört, ist da nicht mehr der "Schweini" früherer Tage, sondern ein gereifter Fußballer, bei dem man noch lange nichts ans Karriereende denken mag. Er selbst will im Herbst entscheiden, wie es weitergeht.

Acht Mal Meister, sieben Mal Pokalsieger, Champions-League-Sieger, Weltmeister

Mit dem FC Bayern München war er acht Mal Deutscher Meister, sieben Mal DFB-Pokalsieger, ein Mal Champions-League-Sieger. Mit der Nationalmannschaft gewann er 2014 den Weltmeistertitel in Brasilien. Nach der dem Abschied vom FC Bayern und der DFB-Auswahl kickte Schweinsteiger kurz bei Manchester United, dann ging's in die Major League Soccer zu Chicago Fire.

Die, die ihn aus der Jugendzeit kennen, haben fast alle an ihn geglaubt. Der Hausmeister und ehemalige Mannschaftsbetreuer des TSV 1860 Rosenheim musste es von Anfang an: "Er war immer mit dem Ball unterwegs. Den hat man ohne Ball überhaupt nicht gesehen. Sogar in der Halbzeit hat der noch Fußball gespielt. Drum ist er halt so groß geworden".

Schweinsteigers Musiklehrer: "Ein ganz Großer wird er nicht"

Nur sein ehemaliger Musiklehrer Alois Plomer von der Realschule Brannenburg war sich da nicht so sicher: "Ich hab' mir gedacht, ein ganz ein Großer wird er nicht", erzählt er. Sein damaliger Schüler hatte nämlich arge Probleme beim Vorsingen, weil er sich die Texte nicht merken konnte. Heute kann Schweinsteiger darüber schmunzeln - und hat es "ganz ehrlich auf der Liste, meine Schule wieder einmal zu besuchen". Der Vorsatz lautet: "Ich will dort wieder auftauchen, wo ich ganz früher angefangen habe".

Kampf um Playoff-Plätze mit etwas "Mia san mia"-Mentalität

Vorerst ist der Oberbayer aber immer noch in den USA - und auch nach zwei Jahren immer noch "sehr froh", diesen Schritt gemacht zu haben. Zwar entspricht das sportliche Niveau keineswegs dem, das der Superstar gewohnt ist. Daran musste er sich erst regelrecht "gewöhnen", sagte der 34-Jährige. Aber er war und ist weiterhin "angetan von der 'Challenge', der Herausforderung, den Fußball dort etwas größer zu machen".

SPortlich läuft's nicht ganz rund, wieder einmal sind die Play-offs in Gefahr. Aber schließlich gibt es da ja noch diese "Mia san mia"-Mentalität, die er aus München mitgebracht hat. Obwohl Chicago Fire derzeit mit Platz neun zwei Ränge hinter den Play-off-Plätzen steht, ist Schweinsteiger "zuversichtlich, sie doch noch erreichen zu können". Er will schließlich immer noch "alle Spiele gewinnen".

Auch deshalb hatte er seinen Vertrag bei Chicago nach eineinhalb Jahren für die Saison 2019 verlängert. "Es macht noch Spaß", lautet sein aktuelles Fazit. Gut möglich also, dass Schweinsteiger nochmal ein Jahr ranhängt. Vielleicht müssen sich die alten Weggefährten bis zu seinem nächsten Besuch in der alten Heimat ja noch etwas in Geduld üben.