BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR24 Sport
Bildrechte: picture-alliance/dpa

In Bayreuth ist der Mann mit dem Rauschebart so bekannt wie ein bunter Hund. Seit 2015 läuft Bastian Doreth für die Basketballer von medi Bayreuth auf und ist zum Gesicht des Teams geworden. Sein Wort hat Gewicht - auch über die Stadtgrenzen hinaus.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Bastian Doreth - der meinungsstarke Teamplayer

In Bayreuth ist der Mann mit dem Rauschebart so bekannt wie ein bunter Hund. Seit 2015 läuft Bastian Doreth für die Basketballer von medi Bayreuth auf und ist zum Gesicht des Teams geworden. Sein Wort hat Gewicht - auch über die Stadtgrenzen hinaus.

Per Mail sharen
Von
  • Ulrich Knapp
  • Wolfram Porr

Basti Doreth ist nicht immer ein Vorzeige-Athlet. Wenn die Belastung hoch ist, achtet er natürlich sehr auf seine Ernährung - während der Woche, bis er mit medi Bayreuth am Wochenende sein Punktspiel hinter sich hat. "Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mir dann auch mal ein Schäuferle oder ein gutes fränkisches Bier gönne. Das ist dann ein bisschen zum Runterkommen und auch für die Seele was Gutes."

Doreth ist eben durch und durch Franke. In Nürnberg aufgewachsen spielte er später zwar auch für München, Trier und Artland in der Basketball-Bundesliga (BBL). In Bayreuth, knapp 80 Kilometer von Nürnberg entfernt, hat er nun aber seine zweite Heimat gefunden.

Teamplayer und Konstante im Klub

Doreth trägt Rauschebart. Der erinnert ein bisschen an den amerikanischen NBA-Profi James Harden. Beide spielen auf derselben Position, sie gestalten das Spiel. Nur ist Doreth einer, der immer zuerst den freien Mitspieler sucht, bevor er selber abschließt. Ein klassischer Aufbauspieler mit sicherem Distanzwurf.

Doreth ist überhaupt ein Teamplayer. Seit einigen Jahren führt er die Oberfranken als Kapitän an. Zusammen mit Andreas Seiferth ist er die Konstante im Verein. Er ist jetzt 32 und das Ende seiner Karriere sieht er noch nicht so recht: "Ich liebe Basketball und den Beruf des Basketballspielers. Daher würde ich mich am liebsten aus der Halle tragen lassen. Ich würde das einfach gerne machen, so lange es geht."

Realistisch seien aber noch drei Jahre, sagt er, dann ist er 35.

"Ich sehe mich als Stimme der Spieler"

Doreth ist einer, der den Mund aufmacht, der sich immer wieder zu Themen äußert wie: Was unternimmt die Basketball-Bundesliga, um ihre Spieler zu schützen während der Pandemie? ""Ja, ich sehe mich schon als Stimme der Spieler, die auch im engen Austausch mit der Liga ist."

Die Spieler haben immer noch keine Gewerkschaft gegründet oder eine ähnliche Vertretung. Doreth hat Respekt vor diesem Schritt, möchte ihn aber gehen. Bis dahin spricht er inoffiziell für die Spieler.

"In your Face" - Doreths Spaßprojekt

Seit einem halben Jahr sagt er seine Meinung auch im eigenen Podcast. Für Doreth ist es ein reines Spaßprojekt. Da reden er und sein Kumpel John Angulo über Basketball und vieles andere.

Der Podcast heißt “In your face” und der Untertitel lautet “Married to the game”, also “mit dem Spiel verheiratet.” Auf dem Cover sind Doreth und sein Spezl Angulo zu sehen - in Brautkleidern. Doreth beweist nicht nur hier seinen Humor, er hat aber auch einen speziellen Bezug zu Brautmoden: Seine Frau Nantou hat ein Geschäft für Brautmode in Nürnberg.

© picture-alliance/dpa
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Bastian Doreth 2019 im Trikot der Nationalmannschaft

Nationalmannschaft: Kein Groll, dafür "große Ehre"

Basti Doreth hat auch immer wieder für die Nationalmannschaft gespielt. Kurz vor der WM 2019 wurde er dann aus dem Kader gestrichen, obwohl er zu den Wenigen zählt, die fast immer für das Team und die ungeliebten Quali-Spiele bereitstehen.

Seitdem ist er nicht mehr aufgelaufen, manche haben das als Rücktritt gewertet, und ja, es habe Kommunikationsschwierigkeiten gegeben mit dem Verband, aber mittlerweile habe man sich ausgetauscht. Und mit Gordon Herbert ist jetzt auch ein neuer Bundestrainer da.

"Wenn die Nationalmannschaft ruft, dann muss man sich auf jeden Fall darüber Gedanken machen, weil es immer noch eine große Ehre ist, für sein Land zu spielen. Der Meinung bin ich immer noch", sagt er. Bis dahin haut sich der "Nicht-immer-Vorzeige-Athlet" voll rein für seinen Verein medi Bayreuth.