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Basketball-Teamcheck Bayreuth: Korner ist noch nicht fertig | BR24

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Die enttäuschende vergangene Saison ist abgehakt. Basketball-Bundesligist medi Bayreuth will es mit einem runderneuerten Kader wieder besser machen. Die Konstanten: Kapitän Bastian Doreth und Headcoach Raoul Korner, der seinen Vertrag verlängerte.

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Basketball-Teamcheck Bayreuth: Korner ist noch nicht fertig

Die enttäuschende vergangene Saison ist abgehakt. Basketball-Bundesligist medi Bayreuth will es mit einem runderneuerten Kader wieder besser machen. Die Konstanten: Kapitän Bastian Doreth und Headcoach Raoul Korner, der seinen Vertrag verlängerte.

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So lief die vergangene Saison

Nach zwei Play-off-Qualifikationen in den vorherigen beiden Spielzeiten verfehlte medi Bayreuth dieses Ziel in der abgelaufenen Saison deutlich. Nur Platz zwölf - das war die schwächste Platzierung in den drei Jahren unter Trainer Raoul Korner. Dabei war mehr drin: Allerdings setzte es in der entscheidenden Saisonphase zu viele unnötige Niederlagen.

Dass das Team mehr Potenzial gehabt hätte, bewies es zweimal gegen Meister FC Bayern, den man sogar in München an den Rande einer Niederlage brachte. Im Gedächtnis bleibt auch der Derbysieg in Bamberg - der erste Erfolg gegen den oberfränkischen Erzrivalen seit dem Wiederaufstieg 2010. Insgesamt war das in dieser Spielzeit aber zu wenig. Korner, der bei der Kaderzusammenstellung erstmals kein glückliches Händchen hatte, machte dies mehrfach auch an der Einstellung seiner Spieler fest.

© picture-alliance/dpa

Hoffnungsträger James Robinson (links) kehrt nach Bayreuth zurück

Wer kommt, wer geht

Der Stamm der deutschen Spieler um Kapitän und Identifikationsfigur Bastian Doreth, Nationalspieler Andreas Seiferth und Lukas Meisner wurde gehalten, die ausländischen Stars dagegen komplett getauscht. Publikumsliebling De'Mon Brooks, der drei Jahre das Bayreuther Trikot trug, folgte dem Ruf des Geldes und wechselte nach Japan. Der Forward war der Einzige, um dessen Verbleib sich die Oberfranken ernsthaft bemüht hatten.

Der verletzungsanfällige Center Hassan Martin (KK Budućnost Podgorica/Montenegro), Shooter Kassius Robertson (Fortitudo Bologna) und Forward Gregor Hrovat (Afyon Belediyespor/Türkei) erfüllten zumindest teilweise die in sie gesetzten Erwartungen. Sie mussten sich aber ebenso verabschieden wie Adonis Thomas, David Stockton (beide Ziel unbekannt) sowie die unter der Saison nachverpflichteten Kyan Anderson (BG Göttingen) und Eric Mika (Sacramento Kings). Auch Nik Raivio (Urania Mailand) und Steve Wachalski (Karriereende) stehen nicht mehr im Kader.

Bei den Neuzugängen wurde besonders darauf geachtet, dass man auf den Guardpositionen - dem Sorgenkind in der abgelaufenen Spielzeit - nicht wieder Probleme bekommt. Für den Aufbau wurden mit Rückkehrer James Robinson (Bnei Herzliya/Israel), James Woodard (KK MZT Skopje), Bryce Alford (Oklahoma City Blue) und Joanic Grüttner (BG Göttingen) gleich vier Akteure geholt.

Außerdem stießen Forward Evan Bruinsma (Falco KC Szombathely/Ungarn), Center Reid Travis (University of Kentucky) und zuletzt Forward Lucious "Lucky" Jones (Panionios Athen) zum Kader. Travis stieg wegen einer Verletzung allerdings spät ins Training ein. Jones stieß sehr spät dazu. Justin Raffington (Hamburg Towers) soll die Zeit überbrücken, in der Andreas Seiferth noch mit einer Schulterverletzung ausfällt.

Der Trainer

Die erste nicht optimal verlaufene Saison bei den Wagnerstädtern konnte der Popularität von Headcoach Raoul Korner bei den Fans nichts anhaben. Dass der Österreicher nach der abgelaufenen Spielzeit nicht die Flucht ergriff, sondern seinen Vertrag verlängerte, wird ihm hoch angerechnet. Es spricht auch für den Ehrgeiz des 45-Jährigen, der im Sommer zusätzlich den Job als österreichischer Bundestrainer antrat.

"Ich denke, dass die Mannschaft sehr schlüssig zusammengestellt ist. Wenn alles optimal läuft, können wir um die Play-offs mitspielen." Raoul Korner

Wer ihn kennt, der weiß, dass er die zurückliegende Spielzeit möglichst schnell vergessen lassen will. "Es hätte sich nicht richtig angefühlt, wenn ich jetzt gegangen wäre", begründete er seine Entscheidung zu bleiben. Korner hat noch etwas vor mit medi Bayreuth. Mit seiner strukturierten Arbeitsweise und seinem Blick für Spieler, die bislang unter dem Radar flogen, ist ihm zuzutrauen, dass er noch einmal ein Ausrufezeichen setzen kann. Klar ist: Das Team ist kleiner geworden. Entsprechend soll laut Korner schneller und aggressiver agiert werden, um das auszugleichen.

Erwartungen an die Saison

Im Verein wie auch im Umfeld sieht man die Dinge sehr realistisch. In den beiden Jahren, als die Play-offs erreicht wurden, habe man "überperformt". Die vergangene Spielzeit mit Platz zwölf am Ende spiegle eher das Kräfteverhältnis in der Basketball-Bundesliga wider. Deshalb wäre man in Bayreuth schon glücklich, wenn sich die selbsternannten "Heroes of Tomorrow" - völlig unabhängig vom Ergebnis - wieder besser präsentieren würden. Hier haperte es zuletzt.

Die Hoffnung ist, dass so die Heimstärke wieder zu einem echten Faustpfand wird. Auch das war 2018/19 nicht immer der Fall. Die Fans träumen von einer weiteren Play-off-Teilnahme. Die ist jedoch kein Muss.

Dass Bayreuth nach zwei Jahren Champions League diesmal im FIBA Europe Cup antritt, ist gewollt. Mit den Auftritten in Europa hat medi gute Erfahrungen gemacht - auch deshalb, weil der Klub dadurch bekannter und auch für Spielervermittler wieder interessanter geworden ist.

Prognose

Raoul Korner ist es zuzutrauen, dass er wieder ein Team mit einer verschworenen Gemeinschaft formt. Ob das dann wirklich reicht, um in die Play-offs zu kommen, hängt auch von anderen Faktoren ab.

Die großen Positionen sind relativ dünn besetzt, hier darf sich kein Spieler verletzen. Die Neuzugänge müssen besser einschlagen als vor einem Jahr, als vor allem der mit vielen Vorschusslorbeeren verpflichtete David Stockton enttäuschte. Shooting Guard Bryce Alford machte in den Tests bisher einen starken Eindruck. Aufbauspieler James Robinson spielte schon vor zwei Jahren in Bayreuth, kennt also die Liga und Korners Systeme. Aber nur wenn auch das Inside-Spiel wieder besser funktioniert, wenn auch unter den Körben wieder mehr gereboundet und gepunktet wird - dann kann es etwas werden mit Platz acht.