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Basketball-Nationalteam: Talente-Casting in der Corona-Blase | BR24

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Basketball-Bundestrainer Henrik Rödl

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    Basketball-Nationalteam: Talente-Casting in der Corona-Blase

    Bundestrainer Henrik Rödl hat die Basketball-Nationalmannschaft in der Coronakrise erstmals beisammen. Bei der EM-Qualifikation in der "Bubble" im französischen Pau sollen wichtige Erkenntnisse für das Olympia-Jahr gewonnen werden.

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    • BR24 Sport

    Die Coronakrise hat Basketball-Bundestrainer Henrik Rödl einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Das große Ziel Olympia-Quali? Ausgefallen. Die Reise zu den NBA-Profis? Vorzeitig abgebrochen. Länderspiele? Fehlanzeige. Lange musste sich der 51-Jährige gedulden, ehe er die Nationalmannschaft wieder zusammenbringen konnte. Und weil Gelegenheiten rar sind, wird die sportlich zu vernachlässigende EM-Qualifikation im französischen Pau auch zum vorgezogenen Olympia-Casting.

    "Wir haben viele junge Leute dabei", sagte Rödl: "Das ist insgesamt immer eine gute Maßnahme, um zu sehen, wer nachkommt und wer vielleicht auch eine Chance auf den Endkader im Sommer haben kann."

    Bayreuths Andi Seiferth gehört schon zu den Erfahrenen

    Natürlich sind die Stars aus Übersee um Spielmacher Dennis Schröder aus Termingründen ebenso nicht gekommen wie die EuroLeague-Profis von Alba Berlin und Bayern München. Rödl will vor allem die Talente sehen. Komplettiert wird der Kader durch ein paar erfahrenere Spieler aus der zweiten Reihe wie etwa Center Andreas Seiferth von medi Bayreuth.

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    Bambergs Kenneth Ogbe (r.) steht vor seinem Länderspieldebüt

    Ogbe und Meisner vor Länderspieldebüt

    Am Freitag (21.00 Uhr) gegen Montenegro und am Sonntag (15.00 Uhr) gegen Gastgeber Frankreich haben vor allem die "jungen Wilden" die Chance, sich zu beweisen. Die Frage ist, wer von ihnen wirklich für die limitierten Kaderplätze beim auf 2021 verschobenen Olympia-Qualifikationsturnier im Juni in Split/Kroatien in Frage kommen könnte.

    Viele junge Spieler brennen darauf, unter anderen stehen Kenneth Ogbe (Brose Bamberg) und der Ex-Bayreuther Lukas Meisner (Basketball Löwen Braunschweig) vor ihrem Debüt. Der Hunger der Jungen beeindruckte Rödl bereits bei der Anreise am Sonntag und Montag. So richtig Druck hat die Mannschaft aber nicht, weil sie als einer der Ausrichter der EM 2022 das Ticket automatisch in der Tasche hat. Im kommenden Februar steigen die letzten Quali-Partien, für die sich Deutschland mit dem Austragungsort Hamburg beworben hat.

    Corona zwingt Mannschaft in die "Blase"

    In Pau bleibt dieser Tage wohl das Virus der hartnäckigste Gegner, der die Nationalmannschaft in eine Blase zwingt. "Wir sind im Hotel, dann Training, Spiel und wieder ins Hotel - fertig", berichtete Rödl. Getestet wurde vor der Ankunft zweimal, vor den Spielen und der Rückreise folgen weitere Testrunden.

    Bedenken im Bezug auf das Länderspielfenster in Zeiten der zweiten Welle habe es bei Vereinen gegeben, sie wurden aber ausgeräumt. "Da haben der DBB, der Weltverband FIBA und die BBL viel kommuniziert, um das überhaupt möglich zu machen", so der Coach.

    Erschwerte Bedingungen für Bundestrainer Rödl

    Rödl hatte das Jahr selbstverständlich ganz anders geplant. Ehe Deutschland einen Monat später in den Lockdown ging, rief er das Team für den Auftakt der EM-Quali im Februar zusammen. Dort verlor man überraschend gegen Underdog Großbritannien, besiegte aber vorher die Franzosen. Im März musste Rödl vorzeitig aus Amerika zurückkehren, wo er eigentlich die Bereitschaft der NBA-Profis zur Teilnahme an der Olympia-Quali ausloten wollte. Und dann fiel auch irgendwann Olympia selbst Corona zum Opfer.

    Der Bundestrainer arbeitete jedoch weiter. "Wir haben in der Zeit, als die Coronafälle sehr gering waren, in Deutschland mit den U-Mannschaften trainiert, wo ich natürlich auch teilgenommen habe", so Rödl: "Und ich habe vor dem Lockdown, als es noch ging, einige Touren gemacht, um Spieler zu treffen." Die Tage in Pau werden sich also sicher auch für Rödl wieder etwas nach Normalität anfühlen.