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Basketball: DBB-Team hat etwas gutzumachen | BR24

© picture-alliance/dpa

Bundestrainer Henrik Rödl mit Robin Benzing (l.) und Maik Zirbes (r.)

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    Basketball: DBB-Team hat etwas gutzumachen

    Henrik Rödl steht 2020 vor einer Mammutaufgabe. Der Basketball-Bundestrainer muss die Nationalmannschaft nach dem WM-Debakel in China wieder auf Kurs bringen und im Idealfall den Traum von Olympia wahr machen. Los geht's an diesem Wochenende.

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    Der Weg nach Tokio wird hart und steinig, da macht sich Henrik Rödl keine Illusionen - und zusätzliches Gepäck kann der Basketball-Bundestrainer dabei schon gar nicht gebrauchen. Den Druck, der seit dem WM-Debakel auf den Schultern der deutschen Nationalspieler lastet, muss Rödl seinem Team möglichst schnell nehmen. Nur dann wird sich der Traum von den Olympischen Sommerspielen in der japanischen Hauptstadt erfüllen.

    Begonnen hat diese Reise schon in dieser Woche. Im beschaulichen Vechta, diesem basketballverrückten 30.000-Seelen-Städtchen in Niedersachsen, steigt am Freitag das erste Pflichtspiel des Jahres, die bedeutungslose EM-Qualifikation gegen den WM-Dritten Frankreich. Unwichtig deshalb, weil Deutschland als Co-Gastgeber der Europameisterschaft 2021 schon ein Ticket hat. Aber das Ganze ist auch ein Startschuss, ein Neubeginn.

    Neuausrichtung mit Blick auf die Olympia-Quali

    "Ich habe das Gefühl, dass wir da etwas gutzumachen haben", sagte Rödl. Natürlich meint er die WM in China, die im Spätsommer mit dem 18. Platz blamabel geendet war. "Es ist abgehakt, aber nicht vergessen", so der Coach, der vor einer schwierigen Aufgabe steht. Er muss das Team neu aufstellen, aufrichten und bestenfalls erfolgreich durch das Olympia-Qualifikationsturnier in Split/Kroatien (23. bis 28. Juni) führen.

    Das Werkeln an diesem Großprojekt startet schon jetzt. Die Quali-Spiele in Vechta und drei Tage später in Newcastle gegen Großbritannien stehen ganz im Zeichen der Talententwicklung. Angeleitet von den erfahrenen Robin Benzing und Maik Zirbes sollen die Jungen zeigen, was sie drauf haben. Insgesamt stehen fünf mögliche Debütanten im 14-köpfigen Aufgebot, NBA- und EuroLeague-Spieler wurden nicht abgestellt.

    Stars stoßen im Sommer dazu - hoffentlich

    "Weil aber der Kader im Sommer ganz anders sein wird, ist es auch kein richtiger Testlauf", stellte Rödl klar. Dann werden nämlich, so hofft der Coach, auch die Stars mit dabei sein. Im März fliegt er in die USA, um bei Dennis Schröder (Oklahoma City Thunder), Daniel Theis (Boston Celtics), Maxi Kleber (Dallas Mavericks) und Co. die Verfügbarkeit abzuklopfen. Doch selbst, wenn alle wollen, können und nicht lange in den NBA-Play-offs beschäftigt sein sollten, wird es zeitlich eng.

    Erst ab 8. Juni greift der Versicherungsschutz bei den NBA-Stars, die zur Freude Rödls im Gegensatz zum Vorjahr fit aus der laufenden Saison kommen. Dennoch dürfen sie vor dem genannten Datum nicht trainieren oder spielen. Dazu geht die Finalserie der Bundesliga im schlimmsten Fall bis zum 12. Juni. "Es ist alles super knapp", sagte Rödl. Kein Wunder also, dass er für die Olympia-Qualifikation erst einmal tief stapelt: "Wir sind Außenseiter in Split. Das muss man einfach so sagen."

    Rödl: "Erst einmal stabilisieren"

    In der Quali-Vorrunde ist das Rödl-Team zunächst gegen Mexiko und Russland gefordert, gelingt der Sprung in das Halbfinale warten Kroatien, Tunesien mit dem früheren Bundestrainer Dirk Bauermann oder Brasilien. Nur der Sieger des Finales fährt nach Tokio.

    Rödl, für den die Kroaten der Topfavorit sind, richtet den Blick also erst einmal auf die Arbeit, die jetzt schon in Vechta ansteht: "Wir müssen uns erst einmal selbst stabilisieren und dann gucken, wie weit wir damit kommen."

    Der Kader für die anstehenden Spiele

    Ismet Akpinar (Besiktas Istanbul), Robin Amaize (EWE Baskets Oldenburg), Robin Benzing (Basket Saragossa), Philipp Herkenhoff (Rasta Vechta), Bennet Hundt (BG Göttingen), Karim Jallow (Basketball Löwen Braunschweig), Leon Kratzer (Fraport Frankfurt), Joshua Obiesie (s.Oliver Würzburg), Andreas Obst (ratiopharm Ulm), Louis Olinde (Brose Bamberg), Joshiko Saibou (Telekom Baskets Bonn), Christian Sengfelder (Brose Bamberg), Jan Niklas Wimberg (Chemnitz Niners), Maik Zirbes (KK Cedevita Olimpija Ljubljana)