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Bange Frage vor dem Start: Bleiben die Fans vernünftig? | BR24

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Der Bundesliga-Neustart und die bange Frage - geht alles glatt? Denn eine Sache kann auch das beste Hygienekonzept der Welt nicht verhindern. Und zwar unkontrollierte Fanansammlungen vor den Stadien.

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Bange Frage vor dem Start: Bleiben die Fans vernünftig?

Geradezu empört haben sich Fanvereinigungen im Vorfeld des Bundesliga-Neustarts gegen Vorverurteilungen gewehrt, sie könnten die Coronamaßnahmen unterwandern. Die Ankündigung einer Münchner Fangruppe lässt nun genau das befürchten.

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In der Theorie klingt das ja toll: Der Fußball soll den Menschen im Land in Coronazeiten wieder Freude und Abwechslung bereiten. Samstags und sonntags könnten Anhänger die Partien im Fernsehen verfolgen und kämen mal auf andere Gedanken. So weit, so gut. Doch trotz aller gegenteiliger Beteuerungen von Fanvereinigungen und Fanclubs besteht natürlich auch die Gefahr, dass sich Anhänger vor den Stadien versammeln, um ihr Team anzufeuern.

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Das erste Wochenende mit Bundesliga-Geisterspielen steht an. Wie gehen die Fans mit der neuen Situation um? BR24 Sport hat sich mit dem Peter Schießl vom FC-Bayern-Fanclub RED POWER unterhalten.

Fanclub-Vorsitzender Schießl: "Ich lasse mir das nicht nehmen"

Peter Schießl, Vorsitzender des FC-Bayern-Fanclubs "Red Power", jedenfalls will nach Berlin reisen, um seinen Verein dort zu unterstützen: "Solange es erlaubt ist zu reisen, lasse ich mir das nicht nehmen, meine Mannschaft vor Ort zu unterstützen, auch wenn das nicht im gewohnten Maße im Stadion möglich sein wird." Auch von anderen Fans hat er gehört, dass sie nach Berlin reisen. "Es wird interessant sein, weil wie sieht's mit Union Berlin aus? Den Fans entgeht ja das Spiel des Jahres."

Verpuffen also alle Appelle der Verantwortlichen wie Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge? Der hatte sich mit eindringlichen Worten an die Fans gewandt: "Bitte nicht nach Berlin kommen! Bitte nirgendwo, in keinem Stadion vor der Türe stehen und sich treffen! Ihr tut den Vereinen, den Spielern und dem Fußball damit keinen Gefallen!"

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BR-Sportreporter Bernd Schmelzer sagt über Peter Schießl, den Vorsitzenden des FC-Bayern-Fanclubs "Red Power": "Er ist so Fan durch und durch. Ich hoffe, dass er nicht allzu viele Nachahmer findet".

Ruhrderby als Nagelprobe?

Neben der Partie des FC Bayern beim 1. FC Union Berlin dürfte an diesem Wochenende vor allem das Ruhrderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 zur Nagelprobe werden. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fans sich das nehmen lassen", glaubt auch Schießl.

Entsprechende Vorkehrungen werden rund ums Stadion in Dortmund derzeit getroffen. Auch in Düsseldorf werden vor dem wichtigen Kellerduell zwischen der Fortuna und dem SC Paderborn deshalb nun vorsorglich Maßnahmen zum Infektionsschutz erlassen, um Menschenansammlungen zu unterbinden. Demnach dürfen in bestimmten Gebieten der Stadt auf den Außenterrassen von Kneipen und Restaurants keine Fernsehübertragungen gezeigt werden. Zudem wird in den Gebieten auch der Außerhausverkauf von Alkohol durch Gaststätten und Kioske eingeschränkt.

Bremer Innensenator würde auch Spiele verbieten

Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer droht der Fußball-Bundesliga sogar mit dem Verbot von Werder-Heimspielen, falls sich Fans bei den sogenannten Geisterspielen vor dem Stadion versammeln sollten. "Wenn die Geisterspiele wegen der Fans zum Infektionsrisiko werden, könnte ein Verbot unvermeidbar werden." In einem "Spiegel"-Interview sagt er weiter: "Für uns in Bremen ist der kommende Montag entscheidend. Ich habe immer klar gesagt: Ich werde nicht mit Hunderten von Einsatzkräften eine Versammlung auflösen lassen und unsere Polizistinnen und Polizisten einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen. Wenn viele Fans kommen und dann die Abstandsregeln nicht einhalten, hätte das Konsequenzen für das nächste Spiel."