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Kevin Danso

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    Augsburgs "Problemspieler": Danso wie einst Hinteregger?

    2019 erzwang Martin Hinteregger seinen Abschied vom FC Augsburg, 2021 könnte Kevin Danso folgen. Ein Trainingsangebot des Klubs nahm er nicht wahr. Dagegen will Michael Gregoritsch nach einer durchwachsenen Saison wieder attackieren.

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    Von
    • Bernd R. Eberwein

    Derzeit deutet wenig darauf hin, dass der FC Augsburg und Verteidiger Kevin Danso noch länger einen gemeinsamen Weg gehen. Der Fußballer hatte dem Klub vergangene Woche mitgeteilt, dass er seine Zukunft nicht mehr in Augsburg sieht.

    Hinteregger: Mit Eskapaden nach Frankfurt

    Was seitdem aus dem Augsburger Trainingslager am Walchsee in Österreich an die Öffentlichkeit gelangt, erinnert etwas an die Personalie Martin Hinteregger vor zwei Jahren. Der wollte damals weg, nach diversen Eskapaden - unter anderem war er stark alkoholisiert auf einem Dorffest unterwegs - und der FCA ließ ihn zu Eintracht Frankfurt ziehen.

    Auch Danso, so der Anschein, versucht derzeit alles, um nie mehr für Augsburg auflaufen zu müssen. Nachdem er aus dem Trainingslager nach Hause geschickt wurde, ließ er ein Trainingsangebot des Vereins aus.

    Danso schlägt Trainingsangebot aus

    "Wir haben ihm für Samstag ein Training in Augsburg organisiert, aber Kevin hat sich krankgemeldet", sagte Sportdirektor Stefan Reuter dem Fachmagazin Kicker. Wie es weitergeht?

    Reuter von Danso "unglaublich enttäuscht"

    Noch sucht der Verein eine einvernehmliche Lösung. Man sei in Kontakt mit Danso-Bruder und Berater Emmanuel, ein Gespräch ist geplant. Derzeit scheint beides möglich: dass Danso bleibt oder den Verein verlässt, ein angemessenes Angebot eines anderen Klubs vorausgesetzt.

    Aber: "Wenn das nicht gelingt, ist die einzige Möglichkeit, den Spieler an seine Pflichten zu erinnern", sagte Reuter, der durch das Verhalten einzelner Spieler mittlerweile genervt wirkt und von Danso "unglaublich enttäuscht" ist.

    Keine angemessenen Angebote für Danso

    "Es ist eine Unsitte, dass Verträge für Vereine bindend sind, aber wenn ein Spieler eine andere Idee hat, dann interessiert ihn sein Vertrag nicht mehr", kritisierte Reuter im Kicker. Eine nicht angemessene Offerte des RC Lens für den 22-jährigen Danso schlug der FCA aus, weitere Angebote gibt es bisher offenbar nicht.

    Bessern dürften Reuters Laune dagegen die Aussagen eines anderen vermeintlichen "Problemspielers": Michael Gregoritsch, ebenfalls Österreicher im FC-Augsburg-Trikot: Er will nach einer schwachen Saison wieder angreifen.

    Auch Gregoritsch war in Augsburg immer wieder unzufrieden, 2020 ließ er sich für ein halbes Jahr sogar zu Schalke 04 verleihen. Seine damalige Aussage "Hauptsache weg" hängt ihm noch oft nach ("Ich habe mal einen großen Scheiß gebaut, der mir noch immer nachhängt.")

    Gregoritsch und Ex-Coach Herrlich - keine Freunde

    Heute betont er, ebenfalls im Kicker: "Das ist mein Verein seit vier Jahren." Der FC Augsburg und Gregoritsch haben zueinander gefunden. Auch wenn die vergangene Saison alles andere als ideal war: Nach der Winterpause kam Gregoritsch nur noch zu Kurzeinsätzen.

    "Der Trainer hat nicht mehr gesehen, dass ich der Mannschaft helfen kann. Wir sind auf keinen grünen Zweig mehr gekommen", blickt Gregoritsch kritisch auf die Zeit mit Ex-Trainer Heiko Herrlich zurück.

    "Weinzierl gibt mir ein unglaubliches Gefühl"

    Für Herrlich-Nachfolger Weinzierl hat er dagegen viel Lob: "Der Trainer gibt mir ein unglaubliches Gefühl. Der Umgang war schon in der letzten Saison super, obwohl ich nicht viel gespielt habe. Er glaubt an mich, fordert etwas. Damit ist das für mich die beste Möglichkeit, wieder durchzustarten."

    "Wir haben ein gutes, ehrliches Gespräch geführt und sind klar der Meinung, dass wir jetzt gemeinsam Gas geben. Es gibt nichts, was im Weg steht." Michael Gregoritsch im Kicker über Augsburg-Trainer Markus Weinzierl

    Gregoritsch will seinen Torrekord einstellen

    Und Gregoritsch will die Chance nutzen. In seiner ersten FCA-Saison 2017/18 traf er 13 Mal. Das will er mindestens wieder erreichen. "Wenn man das einmal geschafft hat, kann man es auf jeden Fall noch mal schaffen", sagt er.