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Augsburger Panther: Die Schwaben stapeln tief | BR24

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Die Augsburger Panther sind nach ihrer starken DEL-Saison zurückhaltend, wenn es um die Ziele geht. Das Erreichen der Play-offs wäre schön. Helfen soll dabei auch ein echtes Eigengewächs.

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Augsburger Panther: Die Schwaben stapeln tief

Die Augsburger Panther stapeln tief: Das leicht umgebaute Team, im Vorjahr Dritter der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und erstmals in der Champions Hockey League, will unter die ersten Zehn und in die Pre-Play-offs. Was danach kommt, wäre Bonus.

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So lief die letzte Saison

Vom Armenhaus der Liga zum Champions-League-Schreck. Die Entwicklung, die die Augsburger in wenigen Jahren genommen haben, ist erstaunlich. Mussten sich die Fans früher im Sommer über ein Dutzend neue Namen und Gesichter einprägen und sich regelmäßig von den Besten der Vorsaison verabschieden - weil die reichere Konkurrenz sie weggekauft hat -, gibt es nun seit zwei Jahren so etwas wie Kontinuität.

Die meisten Leistungsträger wie Drew Leblanc, Christoph Ullmann oder Brady Lamb bleiben, die Mannschaft wird behutsam weiterentwickelt und ist mittlerweile ein eingeschworener Haufen. In der vergangenen Saison wurde bereits acht Spieltage vor Ende der Hauptrunde das Ticket für die Play-offs gelöst, als Hauptrunden-Dritter schaffte es das Überraschungsteam der letzten Saison in die Champions Hockey League.

Im Halbfinale der Play-offs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hatte man den späteren Vize-Meister München in der mit 504:46 Minuten bisher längsten Play-off-Serie der DEL-Geschichte am Rande des Ausscheidens.

Wer kommt, wer geht?

Das Erfreuliche aus Augsburger Sicht: Es blieb vieles beim Alten. Aber eben nicht alles. Erfolgscoach Mike Stewart zog es nach Köln, der beste Torjäger Matt White wechselte dank einer internationalen Ausstiegsklausel in die lukrative russische KHL. Schmerzhaft auch der Wechsel von Sturm-Unruheherd Hans Detsch nach Ingolstadt.

Doch die Nachfolger können sich sehen lassen. Königstransfer der Schwaben ist mit Sicherheit Mitch Callahan. Wie sicher sich die Verantwortlichen sein müssen, einen richtigen Kracher geholt zu haben zeigt die Tatsache, dass Callahan die einzige Kontingentstelle bekam. Und die bisherigen Statistiken sprechen für ihn. 125 Tore und 264 Scorerpunkte in 540 AHL-Spielen, das kann sich sehen lassen. Zudem stand der bullige Stürmer in wenigen Spielen auch in der NHL, der stärksten Liga der Welt, für die Detroit Red Wings auf dem Eis.

Dazu kamen mit Alex Lambacher, Dennis Miller und Jakob Mayenschein, der bereits in München zeigte, dass er ein Guter für die Zukunft sein könnte, drei hoffnungsvolle Spieler unter 23 Jahren für den Sturm.

Im Kasten bleibt Olivier Roy die Nummer 1, in der Verteidigung fehlt nur Urgestein Arvid Rekis. Er hängt im Alter von 40 Jahren die Schlittschuhe an den Nagel. Rekis war der zuletzt älteste DEL-Akteur. Dafür haben die Augsburger jetzt einen anderen Rekordhalter: Steffen Tölzer, der Kapitän, ist mittlerweile seit 17 Jahren beim Klub unter Vertrag. Das gibt's sonst nirgends in der DEL.

Der Trainer

Ist neu, aber eigentlich doch nicht. Tray Tuomie war seit 2016 Co-Trainer unter Mike Stewart, kennt also die Augsburger DNA bestens, und war auch am Aufschwung der letzten Jahre maßgeblich mitbeteiligt. Im Jahr zuvor war er bereits Cheftrainer in der DEL und zwar in Nürnberg.

Der 51-jährige Deutsch-Amerikaner aus Minneapolis war als aktiver Spieler Stürmer, spielte in Deutschland unterklassig unter anderem für den Berliner Schlittschuhclub, Bremerhaven und Schweinfurt. Er gilt als Fan eines leidenschaftlichen Eishockeystils, ist aber keiner, der sich unbedingt in den Vordergrund drängt.

Das große Plus: Er kennt das Team aus dem Effeff und weiß, wo man vielleicht nochmal was rauskitzeln kann. Dass der Draht zur Mannschaft passt, das sah man bereits bei den ersten CHL-Auftritten der Schwaben.

Die Prognose

Der dritte Platz der Vorsaison war absolut verdient, aber auch die Konkurrenz hat nicht geschlafen. Das weiß man auch bei den Panthern, die trotz der jüngsten Erfolge demütig in die Saison gehen. Sie wollen sich laut Sportboss Duanne Moeser ein möglichst gutes Ergebnis erarbeiten. Der Fokus liegt aber erst mal auf Rang zehn. Er würde den Einzug in die Pre-Play-offs bedeuten.

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Duanne Moeser, Sportdirektor der Augsburger Panther, vor dem Auftakt der neuen Saison DEL-Saison. Erneut Dritter? "Es wäre schön", sagt Moeser. Aber das Minimalziel heißt erst einmal "unter die ersten Zehn" - das wäre ein Platz in den Pre-Play-offs.

Spielerisch ist den Schwaben durchaus mehr zuzutrauen als dieses Minimalziel. Es bleibt aber abzuwarten, ob die Leistungsträger verletzungsfrei bleiben und wie kräftezehrend die Zusatzbelastung in der CHL wird. Ein Bonuspunkt ist sicherlich das Publikum im Augsburger Curt-Frenzel-Stadion. Nirgendwo ist es stimmungsvoller in der DEL, gerade bei engen Partien.