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Amateursport vor Corona-Lockdown: Verständnis und Sorgen | BR24

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Deutschlands Amateursportverbände zeigen teilweise Verständnis für den Corona-Lockdown, hoffen aber auf keinen "Dauerzustand". Bayerns Fußball-Chef Rainer Koch und DOSB-Präsident Alfons Hörmann befürchten bleibende Schäden bei den Sportvereinen.

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Amateursport vor Corona-Lockdown: Verständnis und Sorgen

Deutschlands Amateursportverbände zeigen teilweise Verständnis für den Corona-Lockdown, hoffen aber auf keinen "Dauerzustand". Bayerns Fußball-Chef Rainer Koch und DOSB-Präsident Alfons Hörmann befürchten bleibende Schäden bei den Sportvereinen.

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"Wenn der Amateurfußball seinen Beitrag dazu leisten kann, das gemeinsame Ziel zu erreichen, den Kampf gegen das Virus zu gewinnen, dann wird er das auch fraglos tun - ohne Wenn und Aber!" Rainer Koch, Präsident des Bayerischen Fußballverbands (BFV) zeigt Verständnis für die bevorstehenden neuen Corona-Einschränkungen.

Ab dem 2. November ist bundesweit vorerst Amateur- und Freizeitsportbetrieb in ganz Deutschland untersagt. Nur noch Individualsport, allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand, ist möglich. Dadurch muss der Amateurfußball in Bayern eine erneute Zwangspause einlegen.

Extreme Herausforderung für die Verbände

"Es war wichtig und richtig, dass die Politik jetzt auch klare und für alle verbindliche Regelungen getroffen hat", sagte Koch. Doch Bayerns Fußballboss hat auch Sorgen. Für ihn bedeutet Breitensport auch Gesundheitsvorsorge: "Dass dies fortan nicht mehr für die Frauen und Männer, Jungen und Mädchen im ohnehin schon reduzierten Maße möglich ist, tut uns allen sehr weh."

Der BFV vertritt rund 1,6 Millionen Mitglieder in 4.600 Vereinen. Koch warnt davor, dass der Lockdown "nicht zum Dauerzustand wird - zumal wir mittlerweile wissen, dass das Infektionsrisiko beim Sport an sich äußerst gering ist."

Zwar skizzierte er noch keine Szenarien mit Vereinssterben. Aber: "Dass Vereine und Verbände jetzt wiederholt vor extremen Herausforderungen stehen, liegt auf der Hand, wenn wir daran denken, dass Mitglieder fernbleiben müssen, sich womöglich ganz abwenden oder Kinder erst gar keinen Zugang mehr zum Fußball im Verein finden."

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Für BFV-Präsident Rainer Koch kommt angesichts der "schwierigen Lage" momentan der "Gesundheitsschutz zuerst". Auf der anderen Seite weist er aber auch auf die "sehr gut ausgearbeiteten Hygienekonzepte", die der Verband ausgearbeitet hat.

DOSB-Chef Hörmann: Sport "nachweislich kein Infektionstreiber"

Beim Allgäuer Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) mit über 27 Millionen Mitgliedschaften in knapp 90.000 Sportvereinen, überwiegen dagegen nach den neuesten Maßnahmen der Politik "die Sorgen um Sportdeutschland".

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Jetzt ist klar, dass die Profis nur ohne Zuschauer und die Amateure im November überhaupt nicht mehr aktiv sein dürfen. Der Präsident des deutschen Sportbundes Alfons Hörmann weiß, was dieser Stop für Auswirkungen auf die Zukunft haben kann.

Zwar trage der DOSB "diese Maßnahme (...) verantwortungsbewusst trotz der negativen Effekte für den Sport grundsätzlich solidarisch mit." Hörmann bedauert aber, dass der generelle Lockdown "nicht die vielfältigen und erfolgreichen Aktivitäten des Sports, der durch ein hohes Maß an Disziplin und mit der konsequenten Umsetzung von Hygiene-Konzepten erreicht hat", berücksichtige. Der Sport sei "nachweislich kein Infektionstreiber".

Hörmann forderte die Politik auf, den Sport auch bei angekündigten Nothilfen zu berücksichtigen, "um den Beitrag der Vereine, Bünde und Verbände zur gesellschaftlichen Stabilität auch dauerhaft und nach der Krise gewährleisten zu können."