Fürths Sportchef Rachid Azzouzi

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Absturz ans Tabellenende: Rätsel um die Fürther "Nichtleistung"

Absturz ans Tabellenende: Rätsel um die Fürther "Nichtleistung"

Bei der SpVgg Greuther Fürth wackelt der Trainerstuhl bedenklich, auch wenn es Sportchef Rachid Azzouzi noch nicht ausspricht. Nach der 1:2-Niederlage in Magdeburg und dem Absturz auf Platz 18 nimmt er aber zunächst das Team in die Pflicht.

Es braucht viel, damit ein Rachid Azzouzi einmal so ratlos wirkt. "Echt schockiert", sei er gewesen nach dem 1:2 beim 1. FC Magdeburg, das die Spielvereinigung Greuther Fürth ans Tabellenede der 2. Fußball-Bundesliga schickte. Azzouzi ist seit 2017 als Sportdirektor im Verein, davor schon von 2004 bis 2012 in verschiedensten Rollen.

Eine Mannschaft wie das aktuelle "Kleeblatt"-Team hat er wohl aber auch noch nicht erlebt. "Es ist super unbefriedigend, wie wir auftreten. Wir haben keine Zweikämpfe geführt, geschweige denn gewonnen. Das ist erschreckend. Das war gar nichts, das war einfach nur schlecht", sagte er noch nach der Übernahme der "Roten Laterne" in der 2. Fußball-Bundesliga.

Azzouzi: "Erstmal verdauen und sacken lassen"

Das er in Fürth mangels Finanzkraft jedes Jahr mit Zahlen jonglieren und das Team immer wieder neu erfinden muss, ist nicht neu. Doch wie sich der Bundesliga-Absteiger in der bisherigen Saison präsentiert, "das muss ich erstmal verdauen und sacken lassen. So wie die Mannschaft aufgetreten ist, war das eine Nichtleistung", klagte Azzouzi.

Chefcoach Marc Schneider hatte schon vor dem Spiel angemerkt, woran es aktuell bei den Fürthern hakt: "Natürlich geht es um den Kopf. Vor allem aber darum: Was kann ich beeinflussen? Es geht auch über Vertrauen: Welchen Weg schlägst du ein, gehen alle diesen Weg mit?"

Der Blick in die Statistik: Fürth kann nicht mithalten

Schaut man auf die nüchternen Zahlen der Partie gegen Magdeburg, scheinen in den Fürther Spielerköpfen ganz dicke Barrieren zu sein, kein Vertrauen und auch kein Wille, etwas zu ändern. Magdeburg, vor der Partie noch punktgleich mit Fürth, war in allen Belangen besser. Auf dem Platz gab es phasenweise einen Klassenunterschied.

480 Pässe spielten die Hausherren, gerade mal 252 das "Kleeblatt". 13 Magdeburger Schussversuchen stehen fünf von Fürth gegenüber. Und auch was erfolgreiche Zweikämpfe betrifft und Ballbesitz betrifft, war die Spielvereinigung unterlegen.

Mannschaft braucht "Impuls aus sich heraus"

"Es geht nicht nur um Glück und Pech. Es geht darum, diese Kleinigkeiten richtig zu machen", hatte Trainer Schneider vor dem Spiel noch angemerkt. Gegen Magdeburg machten seine Fürther aber eben vieles falsch.

Zumindest ein Spiel dürfte ihm noch bleiben, um vielleicht doch noch die Wand in den Spielerköpfen zu durchbrechen. Sportchef Azzouzi nahm zunächst einmal das Team in die Pflicht. "Erstmal braucht die Mannschaft einen Impuls aus sich heraus. Man kann immer den Trainer infrage stellen, aber da macht man es den Spielern zu einfach."

Letzte Chance für Schneider gegen Paderborn?

Allerdings könnte es bei einer Niederlage in der kommenden Woche eng werden für Schneider. Fürth spielt gegen Paderborn, danach ist Länderspielpause. Fast ideal also, um für einen Wechsel auf dem Trainerstuhl zu sorgen. "Wir brauchen nächste Woche eine Reaktion", sagte Azzouzi noch vielsagend. Bei einer Niederlage könnte es das letzte Spiel von Schneider gewesen sein.