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Abstiegskampf: Nürnberg muss in Regensburg liefern | BR24

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Jahn-Keeper Alexander Meyer rettet vor Nürnbergs Michael Frey

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Abstiegskampf: Nürnberg muss in Regensburg liefern

Bloß nicht verlieren! Bei Fußball-Zweitligist 1. FC Nürnberg geht vor der Partie beim SSV Jahn Regensburg die Angst vor dem Sturz in die Drittklassigkeit um. Trainer Jens Keller hält aber nichts von Aktionismus und Panikmache.

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Der 1. FC Nürnberg, vor einem Jahr noch in der Bundesliga, steht fast schon mit dem Rücken zur Wand: Tabellenplatz 15, nur zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone und nun das schwere Auswärtsspiel beim SSV Jahn Regensburg vor der Brust - es gibt angenehmere Aussichten. "Soll ich mich hinstellen und sagen: Oh Gott, oh Gott?", fragte Jens Keller am Montag (25.05.2020) trotzig: "Wir sind uns der Situation bewusst. Wir wissen, wir sind im Abstiegskampf."

Keller: "Müssen es erzwingen"

In Franken geht die Angst um vor dem Absturz in die Drittklassigkeit - es wäre der zweite nach dem Abstieg in der Saison 1995/96. Und diese Angst scheint begründet: Die ersten beiden Partien nach der Corona-Zwangspause beim FC St. Pauli (0:1) und gegen den FC Erzgebirge Aue (1:1) wirkten alles andere als beruhigend. Umso wichtiger wäre nun ein Sieg am Dienstagabend (18.30 Uhr) in Regensburg. "Morgen müssen wir es erzwingen", forderte Keller.

Mit öffentlichen Appellen oder gar medienwirksamer Kritik sei das aber nicht zu schaffen unterstrich er und wurde bei der Spieltags-Pressekonferenz grundsätzlich: "Wir machen knallharte Analysen, aber keinen Aktionismus, damit die Öffentlichkeit zufrieden ist. Wir sitzen alle im gleichen Boot, die Mannschaft mit dem Trainerteam. Was soll ich die Mannschaft von außen an den Pranger stellen? Die Mannschaft weiß genau, wo sie steht".

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Jens Keller, Trainer des 1. FC Nürnberg, will seine Mannschaft nicht in der Öffentlichkeit schelten. Deutliche Worte des Coaches vor dem Zweitliga-Duell beim SSV Jahn Regensburg.

Besessenheit und Mentalität als Schlüssel

Und diese prekäre Lage muss das Team nach Ansicht von Keller motivieren. Die jüngsten zwei Spiele, in denen große Torchancen verpasst und unnötige Gegentreffer kassiert wurden, dürften die Club-Profis nicht hemmen - im Gegenteil: "Wir müssen die absolute Besessenheit haben, das Tor zu erzielen, aber auch mit absoluter Besessenheit das Tor verhindern", so Keller.

Welchen Einfluss die Mentalität hat, hatten die Regensburger zum Auftakt der Geisterspiel-Restrunde schon gezeigt, als sie Holstein Kiel mit einem Tor in der Nachspielzeit noch ein 2:2 abrangen. Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic erwartet ein "total spannendes Spiel" gegen Nürnberg, die 2. Liga sei "brutal eng, brutal hart".

Von einem Schlüsselspiel wollte der Regensburger nicht sprechen, auch wenn sich der Jahn selbst noch nicht aller Abstiegssorgen entledigt hat. Bei einer Niederlage würde der Vorsprung auf Nürnberg auf einen Zähler schrumpfen. Andererseits: Mit einem Sieg und dann sieben Zählern Vorsprung vor dem Club wäre ein Riesenschritt Richtung Klassenerhalt getan. "Wir können uns wirklich alles viel einfacher machen, wenn wir da einen Dreier holen", so Selimbegovic. Wenn nicht, sei dies aber "kein Weltuntergang".

Mathenia zurück im Tor - Mühl und Margreitter müssen passen

Die Gastgeber haben keine personellen Sorgen, Nürnberg indes hat einen weiteren Ausfall zu beklagen. Der FCN muss auf Innenverteidiger Lukas Mühl verzichten, der wegen einer im Spiel gegen Aue erlittenen Bänderverletzung im Sprunggelenk fehlt. Auch Georg Margreitter, der gegen St. Pauli einen Ball ins Gesicht bekommen hatte und wegen Schwindelgefühlen schon gegen Aue fehlte, muss passen. Immerhin ist Torhüter Christian Mathenia nach seiner abgesessenen Rotsperre wieder einsetzbar.