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Bildrechte: REUTERS/Kai Pfaffenbach

Vier Treffer und eine ungeahnte Offensivstärke: Alles, was der DFB-Elf gegen Frankreich abging, zeigte die deutsche Auswahl im zweiten Gruppenspiel gegen Portugal.

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4:2 gegen Portugal: Deutschland meldet sich eindrucksvoll zurück

Ein überragender Offensivabend sorgte beim zweiten EM-Spiel gegen Portugal für den verdienten Sieg der DFB-Auswahl. Auch zwei Unachtsamkeiten in der Abwehr konnten die Freude über den 4:2-Erfolg gegen den Titelverteidiger nicht wirklich trüben.

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Von
  • Cristina Krüger

Mit viel Leidenschaft und geschlossenem Auftritt holte sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im zweiten EM-Spiel gegen Portugal verdient den Sieg. Cristiano Ronaldo schoss den Titelverteidiger mit einem blitzschnellen Konter zwar zunächst in Führung (15.), doch die beharrliche Offensive um Thomas Müller sorgte mit sehenswerten Kombinationen für gleich zwei Eigentore der Portugiesen (35./39.). Robin Gosens traf per Kopf zum 4:1 (60.), bevor Diogo Jota (67.) das Ergebnis noch zum Endstand von 4:2 kaschierte.

Defensivpanne sorgt für ersten Dämpfer

Offensiv präsentierte sich die DFB-Auswahl von Beginn an als komplett andere Mannschaft als gegen Frankreich: Mutig, entschlossen und vor allem mit direktem Zug zum Tor setzten sie um, was Bundestrainer Joachim Löw vor dem Spiel gefordert hatte. Prompt zappelte nach fünf Minuten der Ball auch schon im Netz der sichtlich überraschten Portugiesen, doch Gosens Tor wurde wegen einer Abseitsstellung von Serge Gnabry nach Videobeweis nicht gegeben.

Deutschland war auch in der Folge fast unablässig im Ballbesitz, vor allem das eingeschworene FC Bayern-Duo bestehend aus Thomas Müller und Joshua Kimmich erzeugte vorne mächtig Druck. Die Portugiesen arbeiteten indes hauptsächlich mit langen Bällen - und wenn die ankamen, wurde es fast immer gefährlich. So auch in der 15. Minute, als ein Eckball von Toni Kroos geblockt wurde und eine gänzlich fehlende Konterabsicherung ausgerechnet dem gefürchteten Ronaldo den eiskalten Treffer zum 1:0 ermöglichte.

Gutes Zusammenspiel sorgt für Eigentor-Doppelpack

Löws Mannschaft aber ließ sich nicht unterkriegen, zeigte weiterhin viel Präsenz im portugiesischen Strafraum und erzwang so gleich zwei Eigentore innerhalb von knapp fünf Minuten. Zuerst bereitete Gosens erneut hervorragend vor und spielte auf Kai Havertz. Rúben Dias hielt allerdings noch den Fuß dazwischen und erzielte so den 1:1-Ausgleich (35.) für Deutschland. In der 39. Minute bot sich den 14.000 Zuschauern in der Münchener Allianz Arena eine ähnliche Situation. Wieder machten Gosens, Havertz und Kimmich die entscheidenden Aktionen, bevor Raphaël Guerreiro die Kugel dann vor lauter Not ins eigene Netz schoss und so für die deutsche Führung (2:1) sorgte.

Portugal versuchte es nach der Halbzeitpause mit mehr Ballbesitz, doch die Deutschen hielten weiter dagegen. Der Einsatz sollte belohnt werden, denn nach Ilkay Gündogans Einleitung gelangte der Ball rasch über Havertz zu Müller, der wiederum Gosens exzellent freispielte. Am Ende war es Havertz, der nur noch zum 3:1 (51.) einzuschieben brauchte. Gosens setzte seiner überragenden Leistung in diesem Spiel noch die Krone auf, als er nach einer schönen Hereingabe von Kimmich sehenswert per Kopf zum 4:1 (60.) traf.

Deutsche Defensive machte es spannend

Gegen Ende der Partie schwanden bei den Deutschen die Kräfte. Diogo Jota (67.) brachte den Titelverteidiger noch einmal heran, als das deutsche Team nach einem Freistoß erneut nicht optimal verteidigte und Ronaldo völlig frei vor das Tor auf Jota verlängern konnte. Nichtsdestotrotz stand am Ende ein verdienter 4:2-Sieg für Deutschland auf der Anzeigetafel. Mit einem Sieg gegen Ungarn am Mittwoch (21.00 Uhr) könnte die Löw-Elf sogar noch Gruppensieger werden

Schema: Portugal - Deutschland 2:4 (1:2)

Portugal: Rui Patricio/Wolverhampton Wanderers (33 Jahre/95 Länderspiele) - Semedo/Wolverhampton Wanderers (27/20), Dias/Manchester City (24/30), Pepe/FC Porto (38/117), Guerreiro/Borussia Dortmund (27/48) - William Carvalho/Betis Sevilla (29/68) ab 58. Minute Rafa Silva/Benfica Lissabon (28/23), Danilo Pereira/Paris St. Germain (29/49) - Bernardo Silva/Manchester City (26/57) ab 46. Sanches/OSC Lille (23/28), Fernandes/Manchester United (26/31) ab 64. Joao Moutinho/Wolverhampton Wanderers (34/133), Jota/FC Liverpool (24/16) ab 83. Andre Silva/Eintracht Frankfurt (25/41) - Ronaldo/Juventus Turin (36/177). - Trainer: Santos

Deutschland: Neuer/Bayern München (35 Jahre/102 Länderspiele) - Ginter/Borussia Mönchengladbach (27/42), Hummels/Borussia Dortmund (32/74) ab 63. Can/Borussia Dortmund (27/36), Rüdiger/FC Chelsea (28/43) - Kimmich/Bayern München (26/57), Gündogan/Manchester City (30/48) ab 73. Süle/Bayern München (25/32), Kroos/Real Madrid (31/104), Gosens/Atalanta Bergamo (26/9) ab 62. Halstenberg/RB Leipzig (29/9) - Havertz/FC Chelsea (22/16) ab 73. Goretzka/Bayern München (26/33), Müller/Bayern München (31/104), Gnabry/Bayern München (25/24) ab 88. Sane/Bayern München (25/32). - Trainer: Löw

Schiedsrichter: Anthony Taylor (England)

Zuschauer: 14.000

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Christian Charisius

Ein überragender Offensivabend sorgte beim zweiten EM-Spiel gegen Portugal für den verdienten Sieg der DFB-Auswahl. Auch zwei Unachtsamkeiten in der Abwehr konnten die Freude über den 4:2-Erfolg gegen den Titelverteidiger nicht wirklich trüben.