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30 Jahre WM-Titel 1990: Der Weg des DFB-Teams zum dritten Stern | BR24

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Klaus Augenthaler, der deutsche Weltmeister-Libero, blickt zurück auf das WM-Finale 1990 in Rom.

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30 Jahre WM-Titel 1990: Der Weg des DFB-Teams zum dritten Stern

Heute vor 30 Jahren krönte sich die deutsche Nationalmannschaft in Italien zum dritten Mal zum Weltmeister. Der Weg zum dritten Stern war allerdings steinig und nervenaufreibend.

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Es sind Szenen, die sich bei jedem Fußballfan fest ins Gedächtnis eingebrannt haben: Der entscheidende Elfmeter von Andreas Brehme, der Deutschland zum Weltmeister machte, ein tapfer kämpfender Guido Buchwald, der Argentiniens Superstar Diego Armando Maradona im Endspiel keinen Moment aus den Augen und nicht zur Entfaltung kommen ließ. Oder der in sich gekehrte Franz Beckenbauer, der nach dem Schlusspfiff einsam seine Kreise auf dem verlassenen Rasen des Olympiastadions in Rom zog.

Historische Nacht in Rom

Es war eine historische Nacht am 8. Juli 1990, in der sich die deutsche Nationalmannschaft nach 1954 und 1974 durch den 1:0-Sieg gegen Argentinien zum dritten Mal in ihrer Geschichte zum Fußball-Weltmeister krönte.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften kam es zu einer erneuten Auflage des Endspiels: Wie schon in Mexiko 1986 standen sich Deutschland und Argentinien gegenüber. Vier Jahre zuvor hatten die Südamerikaner noch 3:2 gewonnen. Diesmal ging der Titel an Deutschland.

Argentinien hofft auf "Elfmeterkiller" Goycochea

Die ersatzgeschwächten Argentinier vernachlässigten das Offensivspiel und setzten früh darauf, sich über die Verlängerung ins Elfmeterschießen zu retten. Schon im Viertel- und Halbfinale gegen Jugoslawien und Italien war Argentinien so erfolgreich gewesen - vor allem dank "Elfmeterkiller" Sergio Goycochea.

Doch der war in der 85. Minute geschlagen. Nach einem umstrittenen Foul an Rudi Völler entschied der mexikanische Schiedsrichter Edgardo Codesal Méndez auf Strafstoß. Eine Konzessionsentscheidung? Ein deutlicheres Foul im Strafraum an Klaus Augenthaler hatte er zuvor nicht gepfiffen. Andreas Brehme war es egal. Der damalige Italien-Legionär verwandelte sicher zum 1:0 zum dritten WM-Titel Deutschlands nach 1954 und 1974.

Beckenbauers Fehleinschätzung

"Wir sind jetzt die Nummer eins in der Welt, wir sind schon lange die Nummer eins in Europa. Jetzt kommen die Spieler aus Ostdeutschland noch dazu. Ich glaube, dass die deutsche Mannschaft über Jahre hinaus nicht zu besiegen sein wird. Es tut mir leid für den Rest der Welt." Teamchef Franz Beckenbauer nach dem Finalsieg. Auch der Kaiser konnte sich also irren.
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Das WM-Finale 1990 in voller Länge mit dem Originalkommentar von Gerd Rubenbauer und Karl-Heinz Rummenigge

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Deutschland gewinnt den Fußball-Weltmeistertitel 1990 gegen Argentinien - die Stimmen und Stimmungen unmittelbar nach dem Finale am 8. Juli 1990 und die Übergabe des Weltmeisterpokals.

Ereignisreicher Weg

Doch nicht nur zum Finale gibt es viele Geschichten über die Helden von Rom zu erzählen, denn bis dahin war es ein steiniger und nervenaufreibender Weg.

Die Spuck-Attacke von Frank Rijkaard gegen Rudi Völler, ein tobender Teamchef im Viertelfinale gegen die Tschechoslowakei oder der Halbfinalsieg im Elfmeterschießen gegen England - das waren nur drei Stationen auf dem Weg zum dritten deutschen WM-Titel.

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Die deutsche Nationalmannschaft qualifizierte sich locker für das Achtelfinale bei der Fußball-WM 1990. Dort kam es zum Duell gegen die Niederlande. Die Tschechoslowakei und England waren die weiteren Hürden auf dem Weg ins Finale.