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3. Liga: Ost-Klubs sehen Benachteiligung | BR24

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3. Liga: Ost-Klubs sehen Benachteiligung

Am 30. Mai soll nach dem Willen des DFB auch die 3. Fußball-Liga wieder starten. Doch unter den Klubs herrscht alles andere als Einigkeit darüber. Insbesondere die Ost-Vereine fühlen sich benachteiligt und verschärfen den Ton.

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Der Hallesche FC, der FC Carl Zeiss Jena und der 1. FC Magdeburg stehen an der Spitze der Kritiker des geplanten Neustarts. Alle drei Vereine hatten zuletzt sogar rechtliche Schritte - möglich wären einstweilige Verfügungen - angekündigt, die nach Meinung des Kartell- und Sportanwalts Mark-Eduard Orth sogar gewisse Erfolgschancen haben. Dazu kommt mit dem SV Waldhof Mannheim auch noch ein "Westverein", der sich ein Scharmützel nach dem anderen mit dem Deutschen Fußball Bund (DFB) liefert. Und je näher der erste Spieltag rückt desto rauer wird der Ton.

"Die Regelungen wirken sich unterschiedlich aus. Damit haben sie keine gleichen Wettbewerbsbedingungen. Und damit hätten sie einen Missbrauch marktbeherrschender Stellung." Kartell- und Sportrechtsanwalt Mark-Eduard Orth

DFB-Bundestag am Montag

Die Zukunft der 3. Liga steht am Montag (25.05.2020) beim Außerordentlichen DFB-Bundestag im Mittelpunkt. Bei der virtuellen Zusammenkunft der 262 Delegierten geht es um mehrere Anträge, die als Folge der Corona-Pandemie behandelt werden.

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Am 30. Mai soll nach dem Willen des DFB auch die 3. Fußball-Liga wieder starten. Doch unter den Klubs herrscht alles andere als Einigkeit darüber. Insbesondere die Ost-Vereine fühlen sich benachteiligt und verschärfen den Ton.

Wettbewerbsnachteil für ostdeutsche Vereine

Die fünf bayerischen Drittligisten haben sich dagegen klar für eine Saisonfortsetzung ausgesprochen. Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching, spricht stellvertretend für alle, wenn er sagt: "Als Sportler wollen wir auch eine sportliche Entscheidung auf dem Platz und nicht irgendwie am grünen Tisch."

Doch gerade die Vereine aus Thüringen und Sachsen-Anhalt haben auch gute Gründe für ihre Haltung. Nach geltender Verfügungslage ist es Klubs in Thüringen bis einschließlich 5. Juni nicht möglich, den Trainings- und Wettkampfbetrieb wieder aufzunehmen. In Sachsen-Anhalt, wo der Hallesche FC beheimatet ist, ist bis einschließlich 27. Mai kein Mannschaftstraining zulässig. Das riecht in der Tat nach einem klaren Wettbewerbsnachteil.

Sportminister: DFB setzt sich über Politik hinweg

Das wirft nun auch Thüringens Sportminister Helmut Holter dem DFB vor und hebt den Streit damit noch einmal auf die nächsthöhere Ebene. Der Linken-Politiker sagt, dass sich der Verband über die Meinung der Politik hinweggesetzt hat. Gerade während der Corona-Pandemie sei es wichtig, dass Sport und Politik ein abgestimmtes Konzept verfolgten. "Das ist mit dem DFB leider nicht möglich", sagte Holter im Deutschlandfunk.

Man habe die Positionen zwar ausgetauscht. Dann habe der DFB aber die Entscheidung getroffen, "ohne uns noch einmal zu fragen". Holter forderte gleiche Bedingungen für alle Klubs. "Leider sind es wieder die ostdeutschen Vereine, die den Kürzeren dabei ziehen."