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3. Liga: Klubs gegen "Verwässerung" | BR24

© picture-alliance/dpa

Oliver Bierhoff

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    3. Liga: Klubs gegen "Verwässerung"

    Den Vorschlag von DFB-Direktor Oliver Bierhoff, wieder eine zweigleisige 3. Liga einzuführen, stößt bei den Klubs auf Widerstand. Die Vertreter der 3. Liga sprachen sich klar dagegen aus.

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    "Das Verwässern der 3. Liga macht keinen Sinn. Ich sehe derzeit überhaupt keinen inhaltlichen Ansatz dafür", sagte Geschäftsführer Mario Kallnik bei einem Treffen der Klubs in Frankfurt am Main in seiner Funktion als Mitglied des Drittliga-Ausschusses: "Wir müssen andere Wege gehen, weil die 3. Liga sportlich ein funktionierendes Modell ist."

    Laut Kallnik würde es mit Blick auf die Nachwuchsförderung mehr Sinn machen, "die Regionalliga weiterzuentwickeln". "Ich sehe eher die Chance darin, eine zweigleisige 4. Liga aus Klubs mit professionellen Strukturen zu installieren", so Kallnik.

    Vereine wollen Gespräch mit Bierhoff suchen

    Darüber will der Ausschuss demnächst mit Bierhoff sprechen. Der hatte im Rahmen seines "Projekts Zukunft" eine Neustrukturierung der 3. Liga ins Gespräch gebracht. "Würde es helfen, sie in Zukunft wieder zweigleisig laufen zu lassen, oder sogar dreigleisig?", fragte Bierhoff zuletzt im kicker. Dies könne "eine Möglichkeit sein, jüngeren Spielern mehr Spielmöglichkeiten zu geben".

    13 von 20 Drittligisten machen Miese

    Die wirtschaftliche Situation der Drittligisten ist Thema im jetzt veröffentlichten "Saisonreport". Die vorgelegten Zahlen sind dabei alles andere als rosig. Trotz eines Umsatzrekords in der vergangenen Spielzeit in Höhe von 185,6 Millionen Euro verzeichneten die 20 Klubs mit einem durchschnittlich Minus von 1,5 Millionen Euro pro Verein einen Rekordverlust. Zum neunten Mal in elf Jahren machten die Klubs in ihrer Gesamtheit Miese.

    Obwohl der Umsatz um rund 30 Millionen Euro gesteigert werden konnte, beendeten nur sieben Vereine die Spielzeit mit einem Plus. Dagegen schrieben 13 Klubs rote Zahlen. Das negative Eigenkapital belief sich zum Stichtag am 31. Dezember 2018 auf 15,6 Millionen Euro. Das bedeutet ein durchschnittliches Minus von 781.000 Euro pro Klub. Die Verbindlichkeiten betragen insgesamt 113,3 Millionen - das entspricht im Schnitt 6,7 Millionen Euro pro Verein.

    Hohes Risiko bei den Investitionen

    "Mehr oder weniger alle Klubs kämpfen um den Aufstieg oder gegen den Abstieg. Das hat ein hohes Risiko bei den Investments in die Kader-Zusammenstellung zur Folge", sagte DFB-Abteilungsleiter Manuel Hartmann: "Auf der einen Seite haben wir Verständnis für diese Entwicklung. Auf der anderen Seite appellieren wir an die wirtschaftliche Vernunft der Klubs."

    Schuld an den negativen Zahlen sind in erster Linie die Ausgaben, die um rund 30 Prozent auf 216,3 Millionen Euro gestiegen sind. Der durchschnittliche Gesamtaufwand pro Klub liegt erstmals über zehn Millionen Euro.

    Mit mehr als 75 Millionen Euro machen die Gehälter der Profis und der Trainer den größten Einzelposten aus. Sie sind um rund 450.000 Euro pro Klub angewachsen und liegen nunmehr durchschnittlich bei 3,8 Millionen Euro pro Verein. Ein Spieler verdient im Schnitt rund 120.000 Euro pro Jahr.