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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Armin Weigel

Der 8. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga in der Saison 2021/22: Das Spiel Jahn Regensburg gegen den FC Erzgebirge Aue in der Zusammenfassung.

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2. Liga: Regensburg siegt in wilder Schlussphase gegen Aue

Trotz komfortabler Führung benötigt Jahn Regensburg einen Last-Minute-Treffer, um gegen den Tabellenletzten aus Aue zu gewinnen - auch weil die Spieler nicht auf die Vorhersage von Trainer Selimbegovic hören.

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Von
  • Raphael Weiss

Dass Mersad Selimbegovic alle Fertigkeiten mitbringt, die ein guter Trainer braucht, das wird in Regensburg wohl kaum noch jemand bestreiten. Doch nach dem achten Spieltag muss geklärt werden, ob der Jahn-Trainer nicht sogar seherische Fähigkeiten hat. Der Coach des SSV Jahn Regensburg hatte vor der Partie eingehend vor Gegner Erzgebierge Aue gewarnt und orakelt: "Jeder, der ins Stadion kommt und denkt, das Spiel wird in zehn Minuten für uns entschieden, soll sich das sparen.“

Und tatsächlich: Nach zehn Minuten werden wohl die meisten der Anwesenden im Jahn-Stadion den Heimsieg unter Dach und Fach geglaubt haben. Da nämlich, stand es schon 2:0 für den Jahn im Spiel gegen den Tabellenletzten aus Aue. Und so wie der Jahn zu diesem Zeitpunkt auftrat, gab es nur wenig Grund zur Sorge, dass dieser Sieg noch irgendwie in Gefahr kommen könnte - trotz aller Warnungen von Selimbegovic.

Starker Beginn nach Mini-Krise

Nach drei sieglosen Spielen in Folge merkte man Regensburg vom ersten Pfiff ab an, dass sie dieses Spiel mit drei Punkten beenden wollten. Der Gegner aus Aue wirkte vor allen Dingen überfordert. Zu wach, zu spritzig, zu präzise spielte die Mannschaft von Selimbegovic auf. Und so dauerte es nur wenige Minuten, bis sie sich zum ersten Mal selbst belohnte.

Max Besuschkow kam auf Höhe der Mittellinie mit der Zehenspitze an den Ball, legte ihn vorbei an Aues Mittelfeld und spielte mit der nächsten Ballberührung einen wunderschönen Steilpass auf Jan-Niklas Beste, der freie Bahn zum Tor hatte. Beste fackelte nicht lange. Am 16er angekommen schloss er trocken ab und ließ dem herausstürmenden Martin Männel keine Chance. 1:0 nach sieben Minuten.

Nach elf Minuten scheint alles entschieden

Und es dauerte keine 240 Sekunden bis Beste sich für den traumhaften Assist revanchieren konnte. Seine Ecke segelte über den Strafraum und Torwart Martin Männel hinweg, direkt auf den Kopf von Besuschkow, der am langen Pfosten gelauert hatte und fast ungehindert in das leere Tor einköpfen konnte.

Und auch in der Folge änderte sich nur wenig am Spiel. Wieder und wieder kam der Jahn zu guten Chancen, doch konnte das Spiel in der ersten Hälfte nicht endgültig entscheiden.

Aue kommt wie ausgewechselt aus der Pause

In der Pause musste Marc Hensel, der neue Trainer des FC Erzgebirge, reagieren und tat das mit gleich drei Wechseln und der Umstellung auf eine Viererkette. Eine Maßnahme mit Erfolg. Es wirkte nach der Pause so, als hätten die beiden Mannschaft die Trikots getauscht.

Denn nach ab da übernahmen die Gäste das Spiel, gingen hart in die Zweikämpfe, waren gedankenschneller als die Jahn-Spieler und erzielten nach sieben Minuten das erste Tor. Zwar nicht so schön wie das der Regensburger - Nicolas Kühn traf nach Stolper-Vorarbeit von Ben Zolinski - aber doch werden einige Spieler die mahnenden Worte von Selimbegovic ab diesem Moment in den Ohren gehabt haben.

Ausgleich kurz vor Ende

Denn Aue blieb stärker, aggressiver, schneller. Regensburg konnte sich bei Alexander Meyer bedanken, dass es nach einem schönen Fernschuss von Antonio Jonjic bei der 2:1 Führung blieb (59.). Der Jahn fand gar nicht mehr in die Partie zurück, versuchte zu verwalten und konnte nur dabei zusehen, wie Angriff um Angriff des FC Erzgebirge auf das Tor von Meyer zurollte.

Aue wollte mehr, Aue kämpfte mehr. Und schließlich belohnten sich die Gäste. Es lief bereits die 88. Minute, als es noch einmal eine Ecke, Torwart Männel war mit nach vorne geeilt, und Gaëtan Bussmann traf zum 2:2.

Last-Minute-Treffer rettet Jahn Regensburg

Jahn hing in den Seilen. Doch dieses verrückte Spiel hatte noch eine weitere Wendung parat. Freistoß Jahn: Nach einer langen Flanke in den Strafraum wurde der Ball per Kopf auf den eingewechselten Kaan Caliskaner abgelegt, der mit dem Spitz an Männel scheiterte. Der Ball prallte vom Keeper zurück, direkt vor die Füße von Andreas Albers, der den Abstauber in das linke Kreuzeck versenkte.

Selimbegovic riss die Fäuste nach oben, blickte Richtung Himmel, um dann mit versteinerter Mine mit seinen Mitarbeitern einzuklatschen. Ein glücklicher Ausgang für den Jahn und seinen Orakel-Trainer. Der wird sich selten so wenig über eine korrekte Vorhersage gefreut haben.

SSV Jahn Regensburg - FC Erzgebirge Aue 3:2

Regensburg: Meyer - Faber (78. Saller), Breitkreuz, Kennedy (43. Elvedi), Wekesser - Gimber, Besuschkow - Beste (87. Makridis), Boukhalfa (78. Caliskaner), Singh (86. Guwara) - Albers. - Trainer: Selimbegovic

Aue: Männel - Barylla, Gonther, Carlson (46. Bussmann) - John-Patrick Strauß, Fandrich, Härtel (46. Kühn) - Nazarov (46. Jonjic), Messeguem - Zolinski (79. Mance), Gueye. - Trainer: Hensel

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Tore: 1:0 Beste (7.), 2:0 Besuschkow (11.), 2:1 Kühn (52.), 2:2 Bussmann (87.), 3:2 Albers (90.)

Zuschauer: 8127

Gelbe Karten: Gimber (4), Beste (3) - Nazarov (4), Fandrich, Messeguem (3), Barylla

Erweiterte Statistik: Torschüsse: 17:14 Ecken: 6:3 Ballbesitz: 50:50 Prozent Zweikämpfe: 113:93

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