BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

MLS-Profi Gressel findet Situation in der USA bedrohlich | BR24

© BR24 Sport

MLS-Profi Julian Gressel spielt derzeit mit den D.C. United einen Platz in der CONCACAF Champions League aus. Die aktuelle Corona-Situation in den USA findet er bedrohlich. "Die Angst ist immer noch da", sagte er im Instagram-Interview mit BR24Sport.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

MLS-Profi Gressel findet Situation in der USA bedrohlich

MLS-Profi Julian Gressel spielt derzeit mit den D.C. United einen Platz in der CONCACAF Champions League aus. Die aktuelle Corona-Situation in den USA findet er bedrohlich. "Die Angst ist immer noch da", sagte er im Instagram-Interview mit BR24Sport.

Per Mail sharen

Mit dem Fußball begann Gressel bei seinem Heimatverein TSV Neustadt/Aisch. Über die Jugend der SpVgg Greuther Fürth und der SG Quelle Fürth ging es in der Saison 2011/12 zum FC Eintracht Bamberg. Bevor er sich entschloss in die USA zu gehen, spielte Gressel noch einmal für seinen Heimatverein in der Landesliga Bayern Nordwest.

Karriereweg in der USA fortgesetzt

2013 folgte dann der Wechsel in die Vereinigten Staaten, um Fußball und College zu verbinden: "Ich wollte unbedingt einen Studienabschluss haben, den hab' ich jetzt. Ich bin froh, wie es sich entwickelt hat." Aber "Heimat bleibt immer Heimat, ich bleibe immer Franke", so der 26-Jährige im BR24-Interview. Er sehe sich aber als Halb-Amerikaner.

Die Karriere läuft jedenfalls in Übersee. "Dem American Dream steht nicht mehr viel im Wege", glaubt er. Nach dem Collegeteam ging es für Gressel zu Atlanta United. Beim MLS SuperDraft 2017 war er in der ersten Runde als achter Pick ausgewählt worden. Nach seinem ersten Jahr in der Major League Soccer gewann Gressel die Wahl zum "Rookie of the Year“. Mit Atlanta konnte er 2018 auch als erster Deutscher den MLS Cup gewinnen. Im Januar wechselte der Mittelfeldspieler dann innerhalb der MLS zu Washingtoner Klub D.C. United. "Ich bin froh, hier zu sein und froh, dass D.C. für die nächsten Jahre auf mich baut und mir das Vertrauen gibt eine große Rolle in der Mannschaft zu spielen." Ein Traum sei allerdings auch "mal in der Bundesliga zu spielen. ... Der Reiz geht nie weg."

Kein Training wegen Corona

Der 26-Jährige spielt mit dem viermaligen Meister D.C. United derzeit gegen 23 weitere Teams der US-Profifußballliga MLS in Disney World in sechs Vierergruppen und anschließender K.o.-Runde einen Platz in der CONCACAF Champions League aus. Alle Teams sind dabei von der Außenwelt abgeschottet. Schon vor dem Neustart hatte Gressel seine Bedenken geäußert und die Situation in Florida als "richtig schlimm" bezeichnet.

"Alles wurde zugemacht. Wir mussten erstmal zuhause bleiben. Ich und meine Frau waren dann auch in einem neuen Appartement. Zum Glück hatten wir vorher noch unseren Umzug hinter uns gebracht". Wegen dem Virus ist die Situation derzeit nicht einfach. "Weil jeden Tag neue Rekorde gebrochen werden – an Leuten, die infiziert werden, die ins Krankenhaus müssen und auch auf die Intensivstationen. Die Angst ist schon noch da und wird, glaube ich, nicht so schnell wieder weggehen," so Gressel.

Die Monate haben sich wegen der Krise ziemlich lang angefühlt. "Ich musste mich selbst weiter fit halten und hab' dann die Stadt mit ein bisschen joggen gehen ausgecheckt. Es war eine schwierige Zeit aber ich bin froh, dass wir jetzt wieder spielen und nach ein paar Monaten auch wieder Mannschaftstraining hatten."

Black Lives Matter und Rassismus in den USA

Auch die Black Lives Matter-Bewegung ist für Gressel durch die Demonstrationen in Washington sehr real. "Es ist ein wichtiger Punkt, dass sich hier an dem System in den USA ganz klar was ändern muss. Ich versuche, meinen kleinen Teil beizutragen. Indem ich zuhöre, der ganzen Sache gegenüber offen bin und versuche, meine Punkte einzubringen." Der 26-Jährige glaubt auch, dass es ein Ansatz für Veränderung wäre, "dass man hier wählen geht in den USA. Das ist der erste Ansatzpunkt, dass man die Leute in den Bereich schickt, der den Unterschied machen kann. Dass sie Gesetze ändern können und da was vorantreiben." Er selbst könne nicht mitwählen. "Meine Frau wird wählen gehen und ich hoffe, dass das viele Amerikaner machen und dann diesen Wechsel auch bringen."

Neues BR24Sport-Format

Statt auf klassische Interviews setzt das neue BR24Sport-Format auf eine lockere Atmosphäre. Außer um sportliche Erfolge geht es dabei explizit auch um nette, spannende, witzige Momente und Geschichten aus dem Leben und Alltag: Die Person, der Mensch steht im Vordergrund.