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150 Jahre Deutscher Alpenverein - Spurensuche in Regensburg | BR24

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Über eine Million Mitglieder zählt der DAV heute von München bis Hamburg. In diesem Jahr wird der Verein 150 Jahre alt. Dabei hat alles ganz klein angefangen. In Regensburg hat sich Kilian Neuwert auf Spurensuche begeben.

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150 Jahre Deutscher Alpenverein - Spurensuche in Regensburg

Über eine Million Mitglieder zählt der DAV heute von München bis Hamburg. In diesem Jahr wird der Verein 150 Jahre alt. Dabei hat alles ganz klein angefangen. In Regensburg hat sich Kilian Neuwert auf Spurensuche begeben.

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Nach einem der Gründungsmitglieder des DAV, Max-Schultze, ist ein Steig benannt. Er ist schmal und schlängelt sich durch lichten Wald: Im Süd-Westen von Regensburg führt er über Kalkfelsen. Wie Klippen ragen sie über der Donau auf.

Schultze setzte sich schon früh für Naturschutz ein

Gisela Zundel – Kennerin der Alpenvereinsgeschichte – ist hier auf Spurensuche nach dem Mann, dessen Namen der Steig trägt: Max Schultze. Er hat die Anfangszeit des Regensburger Alpenvereins vor gut 150 Jahren geprägt. Heute gilt Schultze vielen als Vordenker in Sachen Naturschutz.

"Er hat bei einem anderen Kalkvorkommen erlebt, dass der Kalk zu Zement verarbeitet worden ist. Die ersten Kletterer haben da vorher noch geklettert. Und er wollte verhindern, dass das hier auch passiert. Er hat diesen Bereich gekauft und diesen Steig eingerichtet." Gisela Zundel

Dem Architekten verdankten die Regensburger Vereinsmitglieder auch den Bau einer Schutzhütte in den Dolomiten. Er war ein Kind seiner Zeit.

Denn nach der Gründung des Alpenvereins, DAV, 1869 widmeten sich viele der noch jungen örtlichen Sektion der touristischen Erschließung der Alpen. Ganz wie die Regensburger bauten sie Hütten und Wege, sagt Wolfgang Wabel. Er ist beim DAV für den Bereich "Bergsport“ verantwortlich.

"Die ganze alpine Infrastruktur ist im Endeffekt damals entstanden. Weil dann schon in den 1910-er oder 1920-er Jahren die Erschließung mit Hütten abgeschlossen war. Dann kamen nur noch Sanierungen. " Wolfgang Wabel

Dunkles Kapitel: Antisemitische Strömungen vor dem Zweiten Weltkrieg

Die Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts waren für den Alpenverein zugleich der Beginn eines dunklen Kapitels: Vielerorts gab es frühe antisemitische Strömungen. Nach dem zweiten Weltkrieg folgte erst die Auflösung, später die Neugründung.

Heute zählt der DAV mehr als 1,2 Millionen Mitglieder. Sie sind versichert und kommen in den Genuss von Ausbildungskursen. Sie sollen die Mitglieder zu selbstständigen Bergsportlern machen.

Die allermeisten der Aktiven heute sind Wanderer, sagt Wolfgang Wabel.

"Das war vielleicht bis vor 15-20 Jahren eine Sportart, deren Image etwas verstaubt war. Da war die größte Veränderung, dass das Wandern bis in jüngere Altersgruppen vorgestoßen ist und jetzt von allen Altersgruppen betrieben wird. Auch das bestimmte Wege regelrecht 'in' geworden sind." Wolfgang Wabel

Klettern ist Trendsport

Auch das Klettern erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

"Der Klettersport ist ein nahezu idealtypischer Breitensport geworden. Auch wenn man jetzt Menschen fragt, die das nicht ausüben, können die jetzt damit etwas anfangen. Der DAV hat über 200 Kletterhallen und es gibt natürlich das Klettern draußen." Wolfgang Wabel

Neben all dem ist der Alpenverein ein Naturschutzverband. Jüngst hat er sich etwa gegen eine Skischaukel am Riedberger Horn gestemmt.

Das dürfte ganz im Sinne eines Mannes wie Max Schultzes gewesen sein, der sich als Vordenker im DAV schon Anfang des letzten Jahrhunderts als Naturschützer profiliert hat.

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Auch wenn der Steig traumhaftes Gelände für Mountainbiker bietet: Sie müssen draußen bleiben. Die sensible Natur soll geschützt werden.

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Der Steig führt kurz hinter der Regensburger Stadtgrenze an der Donau entlang. Schultze kaufte Flächen, um sie vor Zerstörung zu bewahren.

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Schilder machen es Wanderern leicht. Einst war der Steig nur beliebt bei Regensburger Ausflüglern, heute ist er Teil eines ganzen Wegenetzes.

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Seit Schultze die Flächen an der Donau kaufte hat sich viel verändert: Die Brücke der Autobahn A3 ragt jetzt über die Donau.

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Die Felsen an der Donau waren früh bei Kletterern in der Region beliebt. An manchem der Kalkmassive finden sich ihre Spuren.

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Gisela Zundel hat sich viel mit Max Schultze befasst. Sie kennt die Geschichte der Sektion Regensburg und des Vorreiters in Sachen Naturschutz.

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Im Frühjahr schimmert die Donau durch die Zweige. Im Sommer fühlt man sich auf dem Steig wie in einem Tunnel. Zweige verdecken dann den Himmel.

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Rund zwei Kilometer ist der Steig lang. Kaum jemand weiß jedoch, wie er entstanden ist.

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Schultze zählt zu den bedeutendsten Mitgliedern der ersten Jahre der Sektion Regensburg. In diesem Jahr feiert sie ihr 150-jähriges Bestehen.

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Der Steig führt immer wieder hinaus aus dem Wald und auf Felsköpfe von derartigen Kalkfelsen.

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Heute führt eine Straße unterhalb des Steiges vorbei. Besonders bei Radlern ist sie beliebt.

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Direkt oberhalb der Felsen beginnt, was heutzutage im Sommer einem Urwald gleicht. Max Schultze setzte sein Vermögen für dessen Erhalt ein.

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Eine Gedenktafel erinnert an den Begründer und Namensgeber des Steigs.

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  • Kilian Neuwert
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