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100 Tage Hansi Flick: Der FC Bayern zurück im "Mia san mia" | BR24

© BR24 Sport/ Eva Hübener

Unter Hansi Flick hat der FC Bayern wieder zu seinem schon verloren geglaubten "Mia san mia"-Gefühl zurückgefunden. Die Dominanz ist zurück, doch noch ist auch für den Taktikfuchs Luft nach oben.

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100 Tage Hansi Flick: Der FC Bayern zurück im "Mia san mia"

Unter Hansi Flick hat der FC Bayern wieder zu seinem schon verloren geglaubten "Mia san mia"-Gefühl zurückgefunden. Die Dominanz ist zurück, doch noch ist auch für den Taktikfuchs Luft nach oben.

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Nach dem 1:5-Debakel gegen Eintracht Frankfurt hatten sich die Münchner und Trainer Niko Kovac einvernehmlich getrennt. Co-Trainer Hans-Dieter "Hansi" Flick übernahm "bis auf Weiteres" als Interimstrainer. In der Champions League gegen Olympiakos Piräus stand der 54-Jährige erstmals seit über zehn Jahren wieder als Chef an der Seitenlinie. Auf dem Platz sollte unter ihm wieder eine Münchner Elf stehen, die "Bayern-like" ist. Eine Mannschaft mit positiver Arroganz und Souveränität, die sich auch nach einem Rückstand nicht aus dem Konzept bringen lässt.

Der Dominanzfußball kehrt zurück

Das Engagement von Flick als Nachfolger von Niko Kovac war zunächst allerdings nur für die Spiele gegen Olympiakos Piräus (2:0) und Dortmund vorgesehen. Nach dem 4:0-Torfestival gegen Dortmund hatte Flick nicht nur die Spieler, sondern auch die Vereinsverantwortlichen überzeugt. Die Ziellinie von zwei Spielen habe Flick "bravourös überschritten". Jetzt mache man in aller Ruhe mit ihm weiter, erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Unter dem 54-Jährigen spielen die Münchner wieder selbstbewussten Dominanzfußball: Im 15. Pflichtspiel gab es zwar nur ein Unentschieden gegen den hartnäckigen Konkurrenten aus Leipzig. Doch zwölf Spiele wurden zuvor gewonnen, nur gegen Leverkusen und Gladbach verlor man jeweils 1:2 – trotz Dominanz. Für ARD-Fußball-Experte Thomas Broich hätten die Bayern in Spielen gegen Top-Mannschaften wie Leverkusen oder Gladbach gute Leistungen gezeigt, am Ende hätte aber oft das letzte Quäntchen Glück gefehlt. Zudem warnte er davor, das herausragende taktische und fachliche Wissen, das hinter dem "Menschenkenner" Flick stecke, zu unterschätzen.

Auch der Präsident wünscht sich den Meistertitel

Flick ist auf dem besten Weg zum ersten Mal als Bundesliga-Trainer den Meistertitel einzufahren: "Wir wissen, dass es noch 13 Spieltage sind und dass es noch ein harter Weg wird. Wir versuchen, unsere Position zu halten", erklärte er nach dem Leipzig-Duell. Damit würde Flick auch FCB-Präsident Herbert Hainer glücklich machen. Dessen Wunsch an der Coach: "Tu mir das nicht an, dass wir in meiner ersten Saison als Präsident nicht Meister werden." Mit einem Erfolg kann Flick wohl auch auf eine Weiterbeschäftigung über die Saison hinaus rechnen. "Wir wollen erfolgreichen und bezaubernden Fußball spielen, so wie jetzt unter Hansi Flick. Wenn er weiter so gewinnt, dann gibt es keine Alternative", sagte Hainer gegenüber der Passauer Neuen Presse.

Thomas Müller blüht wieder auf

Positives hat der Wechsel auf dem Trainerstuhl auch bei Bayern-Urgestein Thomas Müller bewirkt. Der 30-Jährige, unter Kovac nur noch als "Notnagel" im Einsatz, war in elf Bundesliga-Spielen unter Flick an 13 Treffern beteiligt. In allen vier Spielen schoss der Offensivspieler in diesem Jahr bereits ein Tor. Im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Hoffenheim war der Weltmeister von 2014 sogar der auffälligste Spieler. "Auch in dieser Saison zeigt Thomas wieder seinen großen Wert, insbesondere unter Hansi Flick ist er wieder ein absoluter Leistungsträger", sagte Präsident Hainer unlängst im "kicker".

Unter Flicks Regie gibt David Alaba den souveränen Abwehrchef. Auch Thiago hat sich deutlich gesteigert. Philippe Coutinho, die Leihgabe vom FC Barcelona, konnte dagegen auch unter Flick noch nicht überzeugen. In der Rückrunde schaffte es der nur in zwei von fünf Partien in die Startelf.