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1. FC Nürnberg: Wiesingers Relegations-Coup mit Nürnberger | BR24

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Ein Clubberer namens Nürnberger eröffnet dem 1. FC Nürnberg alle Chancen, zweitklassig zu bleiben. Sein Förderer Michael Wiesinger ließ ihn im Relegationsspiel gegen Ingolstadt links außen spielen - und das mit großem Erfolg.

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1. FC Nürnberg: Wiesingers Relegations-Coup mit Nürnberger

Die Spiel-Ideen von Michael Wiesinger gingen beim Club-Hinspielsieg in der Relegation auf - besonders die mit Matchwinner Fabian Nürnberger. Im März wurde der Youngster positiv auf Corona getestet, gegen Ingolstadt trumpfte der 20-Jährige auf.

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Einen besseren Moment für den persönlichen Eintrag ins Geschichtsbuch des 1. FC Nürnberg hätte Fabian Nürnberger kaum erwischen können. Vor vier Monaten hatte der 20-Jährige schon einmal für Schlagzeilen gesorgt, als nach einem Coronavirus-Befund bei ihm die gesamte Mannschaft des Zweitligisten in eine häusliche Quarantäne musste. Zum Glück erkrankte er damals nicht schwer an Covid-19 und konnte so im Relegations-Hinspiel gegen den Drittligisten FC Ingolstadt für neue Titelzeilen sorgen: "Ein Nürnberger macht den Unterschied", hieß eine nach dem 2:0-Sieg.

Nürnbergers erste Profi-Tore öffnen Tür zum Klassenerhalt

"Das war natürlich ein guter Zeitpunkt für meine ersten Profi-Tore", freute sich der Matchwinner, der übrigens in Hamburg geboren ist und als Junior beim HSV ausgebildet wurde. Ohne Corona hätten ihn wohl über 40.000 Fans im Max-Morlock-Stadion schon als neuen Club-Helden gefeiert. Aber in der tristen Geisterspiel-Atmosphäre musste sich der Youngster beim doppelten Torjubel mit den Teamkollegen begnügen.

Der Schachzug, den Youngster mit dem starken linken Fuß in einer neuen Rolle im ebenfalls veränderten 4-4-2-System auf dem linken Flügel aufzubieten, war nur eine von mehreren guten Ideen, die Interimschef Wiesinger mit seinem Assistenten Marek Mintal im Spiel eins nach der Ablösung des erfolglosen Vorgängers Jens Keller hatte.

Wiesinger lobt Jung-Profi Nürnberger

"Fabi ist ein Junge, der das Herz am richtigen Fleck hat. Er ist einer aus unserer Garde, der über das Nachwuchsleistungszentrum gekommen ist", schwärmte NLZ-Leiter Wiesinger und fragte: "Warum soll man einen Jungen nicht auf einer Position laufen lassen, wo er seine Fähigkeiten einsetzen kann?"

Laut Wiesinger hat Nürnberger "einen guten Abschluss" - was er im Spiel eindrucksvoll unter Beweis stellte. Zu viel "hypen" möchte der Interimscoach den Jungprofi aber nicht. Es folgen nämlich noch mindestens 90 Rückspiel-Minuten. Und Wiesinger kennt den Club, der in seiner wechselvollen Historie schon so häufig als Depp dastand, viel zu gut: Vor 24 Jahren erlebte der mittlerweile 47-Jährige als Spieler den einzigen Absturz des neunmaligen deutschen Meisters in die Drittklassigkeit mit.

Mit Demut im Gepäck nach Ingolstadt

Deshalb versagen sich die Franken die große Euphorie nach dem ersten Rettungsschritt: "Wir müssen jetzt den Kopf aufs Rückspiel richten und da wieder so Gas geben, damit nichts mehr schiefgeht", mahnte Nürnberger mit Blick auf den zweiten Teil der Nervenschlacht am kommenden Samstag (18.15 Uhr).

Wiesinger betonte nach dem Spiel, dass er "nicht so naiv" wäre, zu glauben, dass das schon die Entscheidung gewesen sei. Der Übergangstrainer erklärte: "Wir fahren mit Rückenwind nach Ingolstadt. Wenn da hinten die Null steht, dann bleiben wir in der 2. Liga."