Ratlose Nürnberger Spieler

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1. FC Nürnberg verliert erneut und bleibt wieder vieles schuldig

1. FC Nürnberg verliert erneut und bleibt wieder vieles schuldig

Der 1. FC Nürnberg bleibt ein Mysterium in der 2. Fußball-Bundesliga. Bei Aufstiegskandidat Darmstadt 98 setzte es am 9. Spieltag eine 0:2-Niederlage. Bei der bereits fünften Saison-Pleite war wieder einmal die schwache Offensive ein Knackpunkt.

Der 1. FC Nürnberg kann sich in der 2. Fußball-Bundesliga so langsam auf eine Saison im grauen Mittelmaß einstellen. Bei Darmstadt 98 präsentierten sich die Franken vor allem in der Offensive erneut erschreckend harmlos und verloren 0:2.

Frühe Darmstadt-Führung

Darmstadts Top-Scorer sorgten für die frühe Führung der Gastgeber. Braydon Manu tankte sich bis zur Grundlinie durch, Tobias Kempe in der Mitte musste die Hereingabe nur locker eindrücken (8.). Fußball kann manchmal so einfach sein, sehr zum Leidwesen des 1. FC Nürnberg allerdings.

Denn der Club ließ sich zwar nicht verunsichern und mühte sich. Aber so richtig viel ging gegen die bestens aufgestellte Darmstädter Hintermannschaft nicht.

Umgekehrt spielten die "Lilien" schnell und schnörkellos und sorgten erst für viel Gefahr (Mathenia parierte stark gegen Schnellhardt nach 26 Minuten) und dann für das 2:0. Und wieder war es simpler Fußball: Ecke Kempe in den Fünfmeterraum, Phillip Tietz stieg hoch und nickte ein (27.).

Frische Stürmer für den Club - keine Tore

Nürnberg-Trainer Robert Klauß reagierte zur Halbzeit. Mit Christoph Daferner kam für Mittelfeldmann Jens Castrop ein zusätzlicher Stürmer aufs Feld. Neben Felix Lohkemper und Kwadwo Duah nun also drei Spieler mit Mittelstürmer-Ausbildung auf dem Platz.

Und der Club ging tatsächlich motiviert zu Werke, die Partie vielleicht noch zu drehen. Nur: Es blieb beim Bemühen. Bei Nürnberg fehlten weiter zündende Ideen und Präzision, um die Darmstädter Defensive irgendwie zu knacken.

Manuel Wintzheimer für Lohkemper (67.) war ein weitere Wechselversuch, um noch etwas Schwung in den Sturm zu bringen. Und tatsächlich: Die Club-Angriffe wirkten in der Schlussphase zielstrebiger. Erfolgreicher wurden sie aber nicht. Auch Klauß' letzter Offensivwechsel - Erik Shuranov kam für Duah (82.) - zündete nicht mehr.

Nürnberg statistisch besser

Es blieb beim 2:0 für Darmstadt, auch wenn die nüchternen Zahlen eigentlich komplett für Nürnberg sprachen: Mehr Ballbesitz, mehr Pässe, auch erfolgreiche, dazu mehr Schüsse. Aber nur ein einziger ging aufs Tor. Zu wenig, um Darmstadt auch nur ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Mit gerade einmal neun Treffern ist Nürnberg das abschlussschwächste Team der Liga. Nur Regensburg (fünf Saisontore) traf noch seltener.

Becherwurf könnte Nachspiel haben

Zu allem Überfluss könnte das Spiel für den 1. FC Nürnberg auch noch ein Nachspiel haben. Darmstadts Tobias Kempe wurde bei einem Eckball in der 65. Minute von einem Becher aus dem Gäste-Fanblock am Kopf getroffen. Nach einer kurzen Unterbrechung ging das Spiel weiter.

"Bezüglich der Becherwürfe die Info, dass wir aktuell dank Videomaterials mit der Polizei einen Tatverdächtigen ermitteln und dieser dann hoffentlich entsprechend bestraft wird", teilte der 1. FC Nürnberg später via Twitter mit. Inwiefern auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Ermittlungen gegen den Club aufnehmen wird, ist noch offen.