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1. FC Nürnberg: Klassenerhalt von Fürther Gnaden? | BR24

© picture-alliance/dpa

Fabian Nürnberger

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1. FC Nürnberg: Klassenerhalt von Fürther Gnaden?

Die verkorkste Saison könnte für den 1. FC Nürnberg mit einer besonderen Pointe enden. Glückt in Kiel kein Sieg, liegt das Schicksal des Clubs ausgerechnet in den Händen des Erzrivalen SpVgg Greuther Fürth.

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Der ewige Rivale Fürth als Retter des 1. FC Nürnberg? Diese fränkische Pointe würde als Schlusspunkt zu der völlig missratenen Saison des Clubs passen, die nach dem desaströsen 0:6 gegen den VfB Stuttgart immer noch mit dem direkten Absturz von der Fußball-Bundesliga in die 3. Liga enden könnte. Am kommenden Sonntag kommt es zum FCN-Endspiel in Kiel.

Mathenia: "Arschbacken zusammenkneifen"

Der beim Heimdebakel gegen den praktisch aufgestiegenen VfB von seinen Vorderleuten im Stich gelassene Torhüter Christian Mathenia wählte nach dem sportlichen Untergang gegen mindestens zwei Klassen bessere Stuttgarter drastische Worte. Er "schäme" sich, sagte der 28-Jährige. Mathenia forderte eine Reaktion am letzten Spieltag: "Wir haben es verbockt. Jetzt müssen wir es nächste Woche mit einem Sieg richten. Wir müssen jetzt die Arschbacken zusammenkneifen."

"Indiskutabel" nannte auch Trainer Jens Keller das Geschehen gegen Stuttgart. Haarsträubende individuelle Fehler leiteten das Debakel ein, nach dem 0:3 zur Pause stellte das Team die Gegenwehr ein - mit fatalen Folgen: Zwei Punkte beträgt der Vorsprung auf den Karlsruher SC, der Relegationsplatz 16 belegt. Die bessere Tordifferenz auf den KSC aber büßte der FCN leichtfertig ein.

"Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass wir sechs Gegentore kriegen." Jens Keller

Keller: "Haben es selbst in der Hand"

Die Ausgangslage ist klar: Gewinnt Nürnberg in Kiel, bleibt er in der 2. Liga. Gewinnt er nicht, braucht er die Nachbarschaftshilfe der Fürther, die gleichzeitig zu Hause gegen Karlsruhe nicht verlieren dürften. Klassenerhalt von Fürther Gnaden? Eine Horrorvorstellung für jeden Club-Fan. "In erster Linie müssen wir an uns glauben und nicht woanders hinschauen. Wir haben es selbst in der Hand, das möchten wir umsetzen und uns selbst vor dem Abstieg bewahren", erklärte Keller.

Der 49-Jährige kündigte an, sich weiterhin vor seine Mannschaft zu stellen: "Ich bin Teil des Teams." Keller übernahm entsprechend eine Mitverantwortung für den 0:6-Absturz fünf Tage nach dem vermeintlich befreienden 6:0-Erfolg beim SV Wehen Wiesbaden.

"Wenn man 0:6 verliert, ist man als Trainer auch nicht fehlerlos." Jens Keller

Sollten in Kiel die zwei K.o.-Spiele in der Relegation gegen den Tabellendritten der 3. Liga - womöglich die Würzburger Kickers - abgewendet werden, gäbe es trotzdem keinen Grund zum Jubeln beim FCN. Vieles muss am Saisonende kritisch hinterfragt werden: Der Trainer, das Team - und damit auch die Arbeit von Sportvorstand Robert Palikuca. 16 Neuzugänge gab es beim Club, die Mannschaft zeigte sich aber selten homogen.

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Der Club taumelt nach dem 0:6 weiter dem Abstieg entgegen. Am vorletzen Spieltag wurde auch von Nürnbergs Ex-Profi Martin Driller gerechnet, wie die Franken doch noch die Klasse halten könnten.

Azzouzi: "Wir spielen für uns"

Die SpVgg Greuther Fürth will dem fränkischen Nachbarn am Sonntag jedenfalls keine besondere Schützenhilfe geben. Rachid Azzouzi sagt, dass "Jeder Verein für sich selbstverantwortlich ist." Der Geschäftsführer Sport betont, "das Zünglein an der Waage können wir sein. Aber wir wollen das letzte Spiel gewinnen. Und wenn wir unseren Nachbarn damit unterstützen und helfen können, dann ist das gut. Aber wir spielen, wie gesagt, für uns." Der ehemalige marokkanische Profi ergänzt, "wir haben eine gute Runde gespielt, und die wollen wir bestätigen am Wochenende.“

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Die SpVgg Greuther Fürth will dem Nachbarn am Sonntag jedenfalls keine besondere Schützenhilfe geben. Rachid Azzouzi sagt, dass "jeder Verein für sich selbstverantwortlich ist."