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Teamcheck 1. FC Nürnberg: Hauptsache raus aus dem Schlamassel | BR24

© Picture alliance/dpa

Nürnberg-Trainer Robert Klauß

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Teamcheck 1. FC Nürnberg: Hauptsache raus aus dem Schlamassel

Die vergangene Saison war für den 1. FC Nürnberg eine Zitterpartie bis zur letzten Sekunde. Das soll diesmal nicht passieren. Nach dem Neuaufbau der sportlichen Leitung will der Club auch mit einem runderneuerten Team in ruhigeres Fahrwasser.

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So lief die vergangene Saison

Nur der Treffer von Fabian Schleusener in der sechsten Minute der Nachspielzeit verhinderte im zweiten Relegationsspiel den Absturz des 1. FC Nürnberg in die dritte Liga. Dabei sollte der gerade erst aus der Bundesliga abgestiegene Club ja unter Trainer Damir Canadi eigentlich binnen zweier Spielzeiten den direkten Wiederaufstieg schaffen.

Doch stattdessen rückte für die Mittelfranken nach zwölf Spieltagen der Tabellenkeller in Sichtweite und Canadi wurde entlassen. Weder U21-Trainer Marek Mintal, der die Mannschaft für ein Spiel betreute, noch Nachfolge-Cheftrainer Jens Keller konnten den 1. FC Nürnberg vor dem Gang in die Relegationsspiele bewahren.

Durch die lotsten den Club dann Nachwuchsleistungszentrums-Leiter Michael Wiesinger und Mintal als dessen Assistent. Nach einem 2:0-Erfolg durch zwei Treffer von Fabian Nürnberger im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt lag der 1. FC Nürnberg bei den Oberbayern 0:3 zurück, ehe Schleuseners 1:3 doch noch den Klassenerhalt sicherte.

Wer kommt, wer geht?

Der glücklose Sportdirektor Robert Palikuca räumte seinen Sessel, zuvor war ihm mit Interimstrainer Wiesinger sogar noch kurzzeitig eine Art "Aufpasser" zur Seite gestellt worden.

Dieter Hecking kam vom Hamburger SV und ist neuer Sportvorstand beim Club. Der 55-Jährige war für die Franken schon als Trainer aktiv und soll nun den angeschlagenen Zweitligisten wieder auf den richtigen Kurs führen. In der Praxis soll dafür Robert Klauß sorgen. Der 35-Jährige darf sich nach Co-Trainer-Jahren bei RB Leipzig an der Seite von Julian Nagelsmann nun erstmals als Cheftrainer beweisen.

Auf dem Platz wurde nahezu eine komplette Elf ausgetauscht. Mit dem Nürnberger Urgestein Patrick Erras verlor der Club einen seinen Leistungsträger. Auch Ondrej Petrak war jahrelang für den Verein aktiv, auch Torjäger Mikael Ishak verließ den Verein. Sieben weitere Spieler wurden abgegeben beziehungsweise ausgeliehen.

Dafür brachte der neue Coach Mittelfeldspieler Tom Krauß aus Leipzig mit. Vom FC Bayern München liehen die Nürnberger mit Sarpreet Singh und Torwart Christian Früchtl. Pascal Köpke kam von Hertha BSC Berlin. Manuel Schäffler, in der vergangenen Saison zweitbester Scorer der 2. Liga, wechselte vom SV Wehen Wiesbaden nach Mittelfranken.

Erwartungen an die neue Saison

In der Vorbereitung zeigte sich der 1. FC Nürnberg mit Höhen und Tiefen. Siege gegen Bundesligist Hoffenheim (5:2) und Zweitligakonkurrent Regensburg (1:0) wechselten sich ab mit Pleiten gegen den FC Augsburg (1:2) und bei Union Berlin (1:2).

Eine Überraschung gab's schon vor dem Saisonstart: Im Tor wird auch in der neuen Saison zunächst Routinier Christian Mathenia stehen, Bayern-Neuzugang Früchtl bleibt erstmal nur ein Bankplatz. Und mit Enrico Valentini hat der 1. FC Nürnberg einen neuen Kapitän. Der 31-Jährige löste den bisherigen Spielführer Hanno Behrens ab.

Für den neuen Sportdirektor Dieter Hecking steht fest: "Stabilisieren wäre zu demütig. Nach den letzten beiden Jahren mit dem Abstieg aus der Bundesliga und dem Fast-Abstieg aus der 2. Liga gilt es, das Schiff in ruhige Wasser und Konstanz in die Mannschaft zu bringen", sagte Hecking zu den Saisonzielen. Aber: "Der Club ist besser als Platz 16 in der 2. Liga, das ist uns allen klar."

Die Entwicklung der Mannschaft könne "vielleicht etwas länger dauern", sagte Trainer Klauß, aber "am Ende" werde sie "gut sein". Ein konkretes Saisonziel in Form eines Tabellenplatzes formulierten bisher aber weder Hecking noch Klauß.

Wie das Nürnberger Spielsystem aussieht, kann er bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber RB Leipzig in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals beweisen. Ähnlich wie den Leipzigern möchte er auch den Nürnbergern schnelles Umschaltspiel mit viel Pressing beibringen.

© BR

Der 1. FC Nürnberg trifft in der ersten Runde des DFB-Pokals auf RB Leipzig. Für Nürnbergs neuen Coach Robert Klauß kommt es zum Wiedersehen mit dem Ex-Klub und dessen bayerischen Trainer Julian Nagelsmann.