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Nürnbergs Tim Handwerker (l) und Lino Tempelmann jubeln.

Nürnbergs Tim Handwerker (l) und Lino Tempelmann jubeln.

Bildrechte: Löb Daniel/dpa
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    1. FC Nürnberg - für den Aufstieg fehlte die Konstanz

    Die Fans des 1. FC Nürnberg blicken auf eine gute Saison zurück. Seit langem durften sie wieder vom Aufstieg in die Bundesliga träumen. Und auch wenn es nicht ganz geklappt hat, ist doch die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr ins Oberhaus zurück.

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    Wolfram PorrWolfram PorrNicole HornischerNicole Hornischer
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    Klar, das deutliche 0:3 bei Holstein Kiel am 33. Spieltag war ein kleiner Dämpfer. Dennoch: Beim 1. FC Nürnberg ist der Glaube an den Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga zurück. Trainer Robert Klauß hat in zwei Spielzeiten eine Mannschaft geformt, die lange Anschluss an die Aufstiegsränge hielt und an den Topteams aus Schalke, Bremen oder Hamburg dranblieb. Mit Kontinuität und Ruhe könnte in der kommenden Saison der nächste Schritt folgen.

    Der Club - "eine kleine, aber feine Truppe"

    Trainer Klauß hat seinen Vertrag gerade vorzeitig verlängert und auch bei Sportvorstand Dieter Hecking sieht es danach aus, dass er noch länger am Valznerweiher bleibt. Bis auf wenige Ausnahmen bleibt der Stamm der diesjährigen Erfolgself auch in der Spielzeit 2022/2023 beisammen.

    Lino Tempelmann, einer der Aufsteiger, trägt auch in der kommenden Saison das Club-Trikot. Und die Verträge von Leistungsträgern wie Johannes Geis und Kapitän Enrico Valentini wurden vorzeitig verlängert. "Wir sind eine kleine, aber feine Gruppe", sagte Klauß kürzlich in einem Interview mit Blickpunkt Sport.

    Diese "feine Gruppe" kann nächste Saison den Aufstieg in das Fußball-Oberhaus schaffen. Die Tatsache, dass finanzstarke Teams wie Schalke und vermutlich auch Bremen künftig nicht mehr in der 2. Bundesliga spielen und mit Fürth und Bielefeld stattdessen Mannschaften dazukommen, denen der 1. FC Nürnberg mindestens auf Augenhöhe begegnen kann, befeuern die Aufstiegsträume.

    "Aufstieg ist nicht planbar"

    Das sieht auch der Trainer so: "Der Verein und die Mannschaft haben Potenzial - wir sind noch nicht am Ende", sagte Klauß. "Wir wollen besser werden - stetig und kontinuierlich." Ein Aufstieg sei "nicht planbar", stellte der 37-Jährige fest. "Natürlich sprechen wir davon, dass wir hier erstklassigen Fußball sehen wollen."

    Seit Klauß und Hecking beim 1. FC Nürnberg sind, ging es mit dem Club stetig nach oben - beide formten aus einem Abstiegskandidaten einen Verein, der mit der Spitze der 2. Liga mithalten kann. Doch was in dieser Saison fehlte, um sich dauerhaft oben zu etablieren, war die Konstanz.

    Verpatzter Start ins Jahr 2022

    Nach der Hinrunde belegte der Club den fünften Platz. Mit 30 Punkten waren die Franken punktgleich mit deutlich höher gehandelten Teams wie dem FC Schalke 04 oder dem Hamburger SV, die lediglich eine bessere Tordifferenz aufwiesen - der Aufstiegs-Relegationsplatz war für den FCN in Reichweite.

    Doch der Start in das Jahr 2022 verlief ernüchternd: drei Niederlagen in vier Spielen - darunter die blamable 0:5-Heimniederlage gegen den Tabellenletzten FC Ingolstadt. Der Club schien den Anschluss im Aufstiegsrennen verloren zu haben.

    Doch Krauß behielt die Ruhe: "Wir haben diese Phasen schon erlebt", sagte der Nürnberger Coach damals: "Es liegt in der Mannschaft drin, dass wir uns zurückkämpfen können." Und das zeigte das Team eindrucksvoll mit vier Siegen in Serie - unter anderem gegen Mitaufstiegsaspirant Hamburger SV. Der Traum vom Aufstieg - er lebte wieder.

    Defizite in der Offensive

    Doch am Ende reichte es nicht - was auch daran lag, dass vom Club zu oft zu wenig von der Offensive kam. Bislang 48 Tore - das ist für die Spitze zu wenig. Zum Vergleich: Aufsteiger Schalke hat nach dem 33. Spieltag 70 Treffer erzielt.

    Das Offensivproblem ist dem Verein bewusst: "Es ist so, dass wir für den Tabellenplatz, auf dem wir stehen, zu wenige Tore haben. Wir stehen in der Defensive gut da, haben viele Spiele zu null. In der Offensivabteilung müssen die sich auch alle weiterentwickeln", sagte Torhüter Christian Mathenia im Interview mit Sport 1.

    Doch wer soll das Offensivproblem lösen? Erfolgreichster Torschütze mit sieben Treffer ist Nikola Dovedan, der den Verein verlassen wird. Nürnbergs Eigengewächs Erik Shuranov kommt auf sechs Treffer, steckt aber aktuell in einem Formtief und kam in den letzten zehn Partien zu keinem Einsatz. Laut Medienberichten soll der 20-Jährige verkauft werden.

    Der Verein wolle nun verstärkt das Augenmerk auf die Offensive legen, "trotzdem bekommen wir bei unseren finanziellen Rahmenbedingungen keine Garantie, dass wir im nächsten Jahr DEN Top-Knipser haben werden", sagte Hecking in der Bild.

    Hecking mahnt: "Realistisch bleiben"

    Der 57-Jährige dämpfte in diesem Interview auch etwas die Aufstiegserwartungen: "Jeder sollte realistisch bleiben und einschätzen können, was die nächsten Schritte für uns sind und welche es nicht sein können. Ich verstehe jeden, der von der Bundesliga träumt – das tun wir auch. Aber wer in der Verantwortung steht, muss in seiner Analyse die Emotionalität außen vor lassen."

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