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1. FC Nürnberg: Fan-Frust und ein Krisengespräch | BR24

© picture-alliance/dpa

Nürnberg-Trainer Damir Canadi in Bochum

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    1. FC Nürnberg: Fan-Frust und ein Krisengespräch

    Skeptische Fans murren schon länger, nach dem 1:3 bei VfL Bochum stehen der 1. FC Nürnberg und sein Trainer Damir Canadi noch massiver in der Kritik. Der tritt zu einem Krisengespräch bei Sportvorstand Robert Palikuca an.

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    Die Stimmung beim 1. FC Nürnberg ist wieder einmal im Keller, Ratlosigkeit hat sich breit gemacht rund um den Valznerweiher. Selbst eingefleischte Club-Fans schütteln nur noch den Kopf und sind ratlos. Dave Hufer beispielsweise. Der kommentiert schon länger Spiel für Spiel in einer Video-Kolumne im Fan-TV in den sozialen Netzwerken.

    Nach dem 1:3 beim bis dahin Tabellenvorletzten VfL Bochum pendelte er zwischen Fassungs- und Ratlosigkeit. Das "Debakel", vor allem in der ersten Halbzeit, fasste er knackig-fränkisch zusammen: "Mir ham das Mittelfeld komplett an die Bochumer abgetreten, dadurch sind die immer häufiger vor unser Tor gekommen und ham dann ein Törle nach dem anderen geschossen."

    Fehlende Aggressivität, fehlendes Zweikampfverhalten

    Es sind nicht die Niederlagen an sich, die Club-Fans wie Hufer schon seit Saisonbeginn ratlos machen. Es ist die Art und Weise, wie der 1. FC Nürnberg Spiele angeht. "Keine Struktur, keinen Sinn", sah Hufer im Bochum-Spiel. Ein anderer Fan kommentierte unter dem Video: "Was mir so auffällt ist, dass die Gegner mehr Willen mitbringen, das Spiel gewinnen zu wollen. Die laufen unsere Jungs mit einer ganz anderen Aggressivität und Zweikampfverhalten an."

    Nach zwölf Spieltagen steht der 1. FC Nürnberg in der 2. Fußball-Bundesliga auf Platz elf: Nur ein Sieg in zuletzt neun Pflichtspielen. Der Rückstand zu den Aufstiegsplätzen beträgt schon neun Punkte.

    Damir Canadi: Bei den Nürnberg-Fans umstritten

    Club-Fans sind leidensfähig, das ganz große Bashing gegen Trainer Canadi hat noch nicht begonnen. Aber in so manchem Internetforum rumort es schon länger. Widerstand und Vorbehalte der Nürnberg-Anhänger gab's schon vom ersten Spieltag an gegen den Österreicher. Starres Festhalten an einem nicht funktionierenden System (Dreierkette), zuwenig Kenntnis von der 2. Fußball-Bundesliga, kein Draht zur Mannschaft - so der Grundtenor der Kritik bei skeptischen Club-Fans.

    Dabei war Canadi explizit mit einem Zweijahresplan angetreten. Der sofortige Wiederaufstieg in die zweite Fußball-Bundesliga in seiner ersten Saison war kein "Muss". Allerdings hatte er bei seiner Vorstellung optimistisch "dynamischen Fußball" versprochen: "Mir ist auf dem Platz wichtig, dass man so auftritt, dass die Fans stolz nach Hause gehen."

    Davon sind die Franken derzeit weit entfernt. In Bochum forderten die mitgereisten Club-Anhänger die Mannschaft nach der Pleite in die Gästekurve, während des Spiels hatte es "Canadi raus!-Rufe gegeben. "Die fahren lange hierher, da habe ich volles Verständnis, dass wir nach dem Spiel auf die Fresse kriegen", sagte Kapitän Hanno Behrens. Gleichzeitig stellte er sich aber vor Damir Canadi. Es wäre "zu einfach", die negativen Ergebnisse "am Trainer festzumachen. Da müssen wir uns als Mannschaft an die eigene Nase fassen."

    Krisengespräch zwischen Canadi und Sportvorstand Palikuca

    Canadi selbst räumte allerdings ein: "Am Ende muss ich die Verantwortung übernehmen. So wie es im Fußball nun mal ist." Er kündigte ein Gespräch mit den Vereinsverantwortlichen und Sportvorstand Robert Palikuca am Dienstag an. Man werde sich "ganz normal zusammensetzen und alles besprechen." Ergebnisse des Gesprächs sind noch nicht bekannt.