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1. FC Nürnberg: Der Club sucht weiter nach einem Cheftrainer | BR24

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Wer wird Nachfolger von Damir Canadi als Cheftrainer des 1. FC Nürnberg? Sportvorstand Robert Palikuca möchte im Idealfall schon am Mittwoch den Nachfolger präsentieren.

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1. FC Nürnberg: Der Club sucht weiter nach einem Cheftrainer

Mit neuem Trainer und Zweijahres-Aufstiegsplan war der 1. FC Nürnberg in die Saison der 2. Fußball-Bundesliga gestartet. Nach 13 Spieltagen ist der Coach schon wieder weg, der Club im Abstiegskampf, die Abwehr ein Desaster. Wer kann Nürnberg retten?

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Zahlreiche Club-Fans hatten den Hauptschuldigen für die Talfahrt schon vor Wochen gefunden: Ex-Trainer Damir Canadi. Starres Festhalten an einem nicht funktionierenden System (Dreierkette), zuwenig Kenntnis von der 2. Fußball-Bundesliga, kein Draht zur Mannschaft - so der Grundtenor in Canadi-kritischen Internetforen und -gruppen.

Canadi musste gehen, U21-Coach und Club-Legende Marek Mintal übernahm vorerst. Doch der erlebte einen grauenhaften Einstand. Beim 1:5 gegen Arminia Bielefeld war die Partie eigentlich schon nach 15 Minuten entschieden. 3:0 führten da die Gäste, die schonungslos das größte Defizit der Franken aufzeigten: Eine ligataugliche Abwehr hat der 1. FC Nürnberg derzeit nicht.

"Wir haben etwas kaputt gemacht." Interimstrainer Marek Mintal nach dem 1:5 gegen Bielefeld

Der Club - der Gegentor-Krösus der Liga

27 Gegentore musste der Club in der laufenden Saison schon hinnehmen - so viele, wie kein anderes Zweitligateam. Da hilft es wenig, dass sich der 1. FC Nürnberg zumindest offensiv mit 21 Treffern auf Platz fünf der 2. Fußball-Bundesliga findet. Der Hauptansatzpunkt eines neuen Club-Trainers muss also erst einmal in Defensive liegen. "Die Mannschaft ist in einer schwierigen Situation, sie kommt da aber selber wieder raus", glaubt Interimscoach Mintal zwar. Wer den Auftritt gegen Bielefeld gesehen hat, mag solchen Worten aber wenig glauben.

Doch wer traut sich eine solche Mammutaufgabe beim 1. FC Nürnberg zu? Eine verunsicherte Abwehr, die offenbar tatsächlich durch Canadis Systemexperimente nicht eingespielt ist, muss in kürzester Zeit ein Bollwerk werden - damit der Club nicht tatsächlich noch auf einen Abstiegsplatz abrutscht. Ein Punkt beträgt der Vorsprung nur noch vor dem Relegationsplatz.

Trainer-Kandidaten: Von Anfang bis Meyer

Als Kandidaten werden derzeit der ehemalige Kiel- und Köln-Trainer Markus Anfang und die Brüder Daniel und Andre Meyer (zuletzt Erzgebirge Aue) gehandelt. Aber auch die Namen Daniel Bierofka, der zuletzt beim TSV 1860 München hingeschmissen hat, und Achim Beierlorzer - am Wochenende in Köln entlassen - tauchten schon auf.

Sicher ist nur, dass der neue Chef-Übungsleiter nicht nur die desolate Defensive erneuern, sondern auch dem Mannschaftsgefüge generell eine neue Ordnung verpassen muss. "Wir haben Typen, aber wir haben keine klare Hierarchie auf dem Platz", kritisierte zuletzt Sportvorstand Robert Palikuca.

"Individuell ist sie gut besetzt, aber momentan funktionieren sie noch nicht als Team." Robert Palikuca über die Nürnberger Mannschaft, Spieler und Kaderzusammenstellung

Die Spieler selbst scheinen den Ernst der Lage verstanden zu haben. "Wir müssen knallhart zu uns selbst sein, auch im Training, vielleicht muss es auch mal krachen", sagte Außenverteidiger Enrico Valentini: "Es gilt, dass sich jeder an die eigene Nase fasst und wir da so schnell rauskommen wie möglich."

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Wie geht's weiter beim 1. FC Nürnberg nach dem Canadi-Rausschmiss und dem 1:5-Debakel gegen Bielefeld? Eine Einschätzung von BR-Sportreporter Martin Raspe.

Neuer Trainer schon am Mittwoch?

Wie das gehen soll? Da haben sie in Nürnberg derzeit noch wenige Antworten. Mintal räumte ein, dass sein Ansatz "vielleicht kindlich, naiv" war. Er klingt nicht so, als wäre er mehr als ein Interimstrainer. Stattdessen soll der neue Coach im Idealfall schon am Mittwoch ("wünschenswertes Ziel", O-Ton Palikuca) präsentiert werden. Die Liga macht Länderspielpause.

Und egal, wer beim 1. FC Nürnberg übernimmt: Der neue Coach kann die Zeit durch die Pause bestens brauchen. Der neue Trainer müsse "in die Köpfe der Spieler", sagt Palikuca: "Am Selbstvertrauen arbeiten, an der Mentalität arbeiten - ich glaube, dass man das relativ schnell hinbekommen kann."